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rsc

Tagebuch eines Schissers

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    RSC ich finde allein die Tatsache das du eine Tabelle erstellt hast schon sehr naja ungewöhnlich und naja klar habe ich auch einen terminplaner und einen kalender , ja auch einen wecker besitze ich , aber ich setze mir keine vorgaben wieviele bücher ich lesen will, wie wann ich wo zu sport gehe etc . Das passiert bei mir Lebenskonform, wenn eben grad Zeit ist . Deshalb muss es ja für dich nicht schlecht sein , wenn es dir weiterhilft finde ich deine bemühungen super , für jemanden wie mich ist das sehr befremdlich. Das hat nichts damit zu tun das ich gewisse dinge vernachlässige aber sie nehmen in meinem Leben halt keinen so hohen stellenwert ein. Umgekehrt wäre es bei dir sicher genauso

    lg

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    Am 19.11.2017 um 13:39 schrieb rsc:

    Ich möchte dich dennoch gerne dazu einladen, mir noch mal genauer zu erklären, was du mir mit deiner Aussage mitteilen wolltest.

    Ich werds mal versuchen. ;)

    Vorne weg: Ich wollte mit meinem vorherigen Post niemanden angreifen oder kritisieren. Eigentlich war der Post nicht mal wirklich an dich gerichtet sondern eher ein genereller Gedanke, der mir schon länger durch den Kopf geht und der durch deinen Tagebucheintrag mal wieder hervorgerufen wurde. Das hätte ich vielleicht irgendwie kenntlich machen sollen.

    Grundsätzlich sollte jeder sein Leben leben, wie es ihn glücklich macht. Da will ich niemandem reinreden. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. In der heutigen Gesellschaft erkennt man aber doch sehr deutlich einen Hang oder viel mehr Zwang zur Selbstoptimierung, den ich persönlich nicht ganz verstehe und auch nicht nachvollziehen kann. Und das ist mir durch deinen Bericht hier wieder mal aufgefallen.

    Beim dicken Dieter, der abnehmen und endlich mal ein Mädchen küssen will, ist dieser Wunsch nach Selbstoptimierung für mich nachvollziehbar und verständlich. Dieter sitzt quasi in einem Loch und will aus diesem hinausklettern. Kann ich verstehen. Nun ist es aber so, dass es vielen Leuten heutzutage nicht mehr reicht, aus dem Loch zu klettern. Jeder will gleich auf den höchsten Berg hinauf. Aber warum? Am Ende landen wir doch sowieso wieder im Loch und werden von den Würmern zerfressen. Dann ist so ziemlich alles egal, wir sind tot und wir haben absolut nichts mehr von all dem "Erfolg", den wir auf der Erde hatten.

    Und diesen Drang, dass man in allen Lebenslagen auf dem Höchsten Gipfel stehen muss, verstehe ich einfach nicht. Das liegt aber nicht daran, dass ich davon ausgehe, dass all diese Dinge keinen Spaß machen. Ich mache selbst gerne und viel Sport und ich kenn auch diesen Moment vor dem Training nur zu gut, in dem einem 1000 Gründe durch den Kopf schießen, warum man heute nicht zum Training sollte. Danach ist man dann aber doch froh, dass man sich aufgerafft hat. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass die Welt nicht unter geht, wenn ich das Training mal sausen lasse. Klar, ich werde nie zu Mr. Olympia werden, wenn ich das Training gegen eine Flasche Wein mit nem süßen Mädel eintausche. Aber muss ich denn Mr. Olympia werden? Reicht es nicht aus, einfach durchschnittlich fit zu sein? Natürlich, wenn wir meinen imaginären Zwillingsbruder nach seiner Krönung zum erfolgreichsten Bodybuilder aller Zeiten interviewen, wird er sagen, dass er dieses Ziel nur erreicht hat, weil er diszipliniert war und auch dann hart trainiert hat, als sich alle anderen Wein, Weib und Gesang hingegeben haben. Dass das schon immer sein Traum und sein Ziel war und er jetzt alles gegeben hat um dieses Ziel schließlich zu erreichen. Und jetzt? Was hat er jetzt davon? Und vor allem: Warum?

    Ich denke, das "Warum" findet man heutzutage im gesellschaftlichen Druck. Es ist momentan einfach extrem chick sich und sein Leben bin ins Extrem zu optimieren. Wenn man nicht das Optimum aus sich herausholt, hat man versagt. Der Sinn des Lebens scheint es zu sein, dass man am Ende alles herausgeholt hat. Hat man eine Chance verpasst oder eine Möglichkeit ungenutzt gelassen, hat man im Spiel des Lebens verloren. Du kannst etwas aus dir machen, also musst du das auch tun. Wenn du hinter deinen Möglichkeiten bleibst, bist du ein undisziplinierter Versager.

    Man erkennt das z.B. an den ganzen Detlef D Soosts, Daniel Aminatis und Sophia Thiels in Verbindung mit deren Auftritt auf den sozialen Medien. Ohne hartes Training, eiserne Disziplin und mit der Feinwaage bestimmte Ernährung hast du keinen Traumbody. Wenn du diesen nicht hast, bist du ein undisziplinierter Versager, der unter seinen Möglichkeiten bleibt. Das mal nur als Beispiel, denn das Ganze erstreckt sich ja nicht nur auf die körperliche Fitness. Es gibt eine schier endlose Zahl an Büchern/ Youtube Videos und anderen Content zum Thema Selbstoptimierung, Tagesplanung, Glücklich werden, Reichtum steigern, Karriereleiter hochklettern... Und anfangen tut das schon bei den Kiddies, da die Eltern aufgrund von größter Sorge um das Wohl ihrer Kleinen mit allen Mitteln dafür sorgen, dass diese nicht unter ihren Möglichkeiten bleiben. Im Kindergarten wird schon eine Fremdsprache gelernt, neben dem Geigenunterricht wird auch fleißig am Klavier geübt, danach geht es zum Eiskunstlauf und auch Ballett  darf nicht zu kurz kommen. Gesangsstunden sind natürlich auch wichtig und Nachhilfe bekommt das Kindchen ab der ersten Klasse, denn es könnte ja den Übergang aufs Gymnasium verpassen und am Ende tatsächlich nur eine mittlere Reife haben. Und das wäre ja unvorstellbar, denn der kleine Noel-Moris soll ja mindestens mal der zweite Steve Jobs werden. Oder Mark Zuckerberg. Gut, Bill Gates wäre auch noch okay aber der ist dann doch der nerdigste von allen und hätte ruhig mal den ein oder anderen Bereich in seinem Leben optimieren können.

    Diese Selbstoptimierung geht dann meist auch nicht nur mit einem gewissen Tun und dem Schaffen neuer Gewohnheiten einher, sondern auch mit dem bewussten Verzicht, der mir persönlich oftmals wie eine Selbstgeißelung erscheint. Gerade im Pick-Up sehr modern: Der Verzicht auf Masturbation. Masturbation ist so ziemlich die schönste Sache, die man sich selbst antun kann. Aber um irgendeinen noch so winzigen Erfolg (worin auch immer dieser überhaupt liegen mag) zu erzielen, wird eisern darauf verzichtet. Oder auch immer wieder ein Punkt, der für mich absolut nicht nachvollziehbar ist: Der strikte Verzicht auf Alkohol, während aber andere Drogen irgendwie schon okay sind. Klar,  Alkohol trinkt ja auch jeder und man will ja nicht sein wie jeder andere. Das illegale Zeug ist aber schon irgendwie was besonderes, damit hebt man sich dann von der Masse ab und man nimmt es ja sowieso nur um seinen Geist zu erweitern. Oder der Verzicht auf Musik über Kopfhörer während des Alltages, um mal ein Beispiel aus deiner Liste aufzugreifen. Ich selbst bin absolut nicht musikaffin und trage deswegen auch so gut wie nie Kopfhörer im Alltag. Ich denke auch, dass einige Leute das unterbewusst tun, um sich von der Außenwelt abzuschotten und zu verhindern, dass sie in Interaktion mit dieser treten müssen. Das, denke ich, ist nicht sinnvoll. Aber wenn du gerne Musik hörst und diese dich beflügelt und dir deinen Tag versüßt (und ich denke, dass du das tust, da du hier ja auch regelmäßig deine Lieblingslieder in deine Posts mit einbindest), dann hör doch einfach Musik und geißle dich nicht selbst um dir davon irgendeinen Mehrwert zu erhoffen.

    Insgesamt scheint es im Leben heutzutage nur noch um das Ausschöpfen seiner Möglichkeiten und das Erreichen seiner Ziele zu gehen. Stillstand ist böse, ständiger Fortschritt das einzig Wahre. Mittelmäßigkeit der Feind, Perfektion das Ziel. Und das liest man z.B. auch deutlich aus deinen Posts heraus: Du hast eine Liste zum Abhaken deiner Ziele, einen Success Partner, mit dem du über die erzielten Erfolge sprichst, Erfolgsprognosen im Tagebuch, usw. Und wie anfangs bereits erwähnt, will ich dich da gar nicht kritisieren. Ich persönlich vermisse in der heutigen Gesellschaft lediglich etwas das savoir-vivre in Verbindung mit Zufriedenheit im Mittelmaß.

    Edited by TheCree

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    danke cree für diesen wie ich finde sehr gute geschriebenen Beitrag , ich will an der Stelle auch nochmal erwähnen das ich dich PARkeR (RSC) nicht kritisieren wollte mit meinem Beitrag . Mir ist diese Art seinen Alltag zu Leben , einfach sehr suspekt .

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    Moin RSC,

    wirklich schön geschriebene Reports und Impulse, vielen Dank!

    Zu deinen Zielen und Listen: Ich finde es gut, dass du dir Ziele setzt, diese konsequent nachverfolgst und überprüfst.
    Ich denke nur, du solltest es nicht übertreiben damit. Wenn es in Stress ausartet, ist dir letzten Endes auch nicht geholfen.

    Weil du ja gerne mal was liest, als Buchtipp zu diesem Thema: "Innehalten" von Fleur Sakura Wöss

    Kerninhalt daraus: Ziele und vielfältige Aktivitäten sind gut, man braucht aber auch Pausen dazwischen, um das Ganze wirken zu lassen und zu verarbeiten.

    Gruß,

    The Black Adder

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    Da ich in einem anderen Forum noch einen ähnlichen Thread führe, werde ich immer mal wieder Antworten der User dort zitieren, die hier thematisch reinpassen. Den Namen zitiere ich nicht mit. Sollte das nicht erlaubt sein, dann bitte ich ausdrücklich um eine Information von der Moderation oder Administration, ich entferne das dann umgehend. Ich denke nur, dass der Inhalt hier für die Leser auch wichtig ist und alles doppelt und dreifach schreiben finde ich nicht so geil.

    "Qui docet, discit" sagten schon die Römer. Wer lehrt, der lernt. Das gleiche gilt hier. Ich bin nicht hier, um euch irgendetwas beizubringen. Wir sollten voneinander lernen, sowohl ihr von mir und ich von euch, weil wir alle im selben Boot sitzen. Der Dalai Lama hat das einmal sehr treffend ausgedrückt:"„Wenn du sprichst, wiederholst Du nur, was Du schon weißt. Aber wenn Du zuhörst, lernst Du unter Umständen etwas Neues.“  

    Zitat

    RSC ich finde allein die Tatsache das du eine Tabelle erstellt hast schon sehr naja ungewöhnlich und naja klar habe ich auch einen terminplaner und einen kalender , ja auch einen wecker besitze ich , aber ich setze mir keine vorgaben wieviele bücher ich lesen will, wie wann ich wo zu sport gehe etc . Das passiert bei mir Lebenskonform, wenn eben grad Zeit ist . Deshalb muss es ja für dich nicht schlecht sein , wenn es dir weiterhilft finde ich deine bemühungen super , für jemanden wie mich ist das sehr befremdlich. Das hat nichts damit zu tun das ich gewisse dinge vernachlässige aber sie nehmen in meinem Leben halt keinen so hohen stellenwert ein. Umgekehrt wäre es bei dir sicher genauso

    Da ist offenbar noch eine Menge Widerstand bei diesem Thema, was ich auch nachvollziehen kann. Hier wird sich sehr stark an dieser Tabelle aufgehängt. Das Ding ist bei mir einfach nur in den letzten Monaten so gewachsen, weil ich mir innerhalb kurzer Zeit sehr viele neue Gewohnheiten angeeignet habe. 70-80% davon könnte ich rauswerfen und würde vermutlich trotzdem die Gewohnheit beibehalten. Ich lasse sie aber bewusst drin, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir diese Gewohnheit beibehalte, höher ist, je länger ich sie in dieser Liste behalte. Wenn ich etwas ein Jahr lang kontinuierlich gemacht habe und keine Bedenken habe, schmeiße ich es raus. Ich will mir nicht nur zu 95% sicher sein, sondern zu 99,9% :-)

    So eine Tabelle kann für andere Menschen befremdlich sein. Ist auch ok. Für mich war es anfangs auch befremdlich. Viele Dinge auf der Welt sind befremdlich, ehe man sie ausprobiert hat. Ich fand den Gedanken, als Mann Yoga zu machen, vor 2 Jahren befremdlich. Jetzt feiere ich das. Ich fand den Gedanken, um 04:30 aufzustehen befremdlich. Irgendwann habe ich es versucht und jetzt feiere ich ihn.

    Ich zwinge hier ja keinen, meinen Scheiß auszuprobieren, sondern zeige, was für mich funktioniert. Take it or leave it. Trotzdem bin ich  euch überaus dankbar für den ganzen Input, weil ich daran auch besser erkennen kann, wo noch starke Widerstände sind. Ich werde euch sicher nicht sagen, wie ihr euer Leben zu führen habt. Selbst wenn ihr nur eine einzige nützliche Information aus meinem Thread zieht, habe ich schon erreicht, was ich erreichen wollte. Ich halte es da gerne so, wie es Paulo Coelho in seinem Buch Der Alchimist (übrigens eine fette Empfehlung von meiner Seite aus) formulierte:

    „Alle Menschen haben immer genaue Vorstellungen davon, wie wir unser Leben am besten zu leben haben. Doch nie wissen sie selber, wie sie ihr eigenes Leben am besten anpacken sollen.“

     

    Zitat

     

    Vorne weg: Ich wollte mit meinem vorherigen Post niemanden angreifen oder kritisieren. Eigentlich war der Post nicht mal wirklich an dich gerichtet sondern eher ein genereller Gedanke, der mir schon länger durch den Kopf geht und der durch deinen Tagebucheintrag mal wieder hervorgerufen wurde. Das hätte ich vielleicht irgendwie kenntlich machen sollen.

    Grundsätzlich sollte jeder sein Leben leben, wie es ihn glücklich macht. Da will ich niemandem reinreden. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. In der heutigen Gesellschaft erkennt man aber doch sehr deutlich einen Hang oder viel mehr Zwang zur Selbstoptimierung, den ich persönlich nicht ganz verstehe und auch nicht nachvollziehen kann. Und das ist mir durch deinen Bericht hier wieder mal aufgefallen.

     

    Vorne weg: Sehr geiler Beitrag insgesamt, vielen Dank dafür. Es freut mich zu sehen, dass hier ein paar Denkprozesse ausgelöst werden und dann ein so ausführlicher und durchdachter Beitrag dabei rumkommt!

    Selbstoptimierung ist in der Tat ein sehr beliebtes Thema heutzutage - und ich bin so froh darum! Die Menschen verstehen langsam, dass sie sich nicht in Fesseln legen lassen müssen. Wir haben immer mehr kapiert, dass der uns immanente Wunsch nach Wachstum tatsächlich auch in der Realität umsetzbar ist. Langsam verstehen immer mehr Menschen, dass...

    • keiner von uns gezwungen ist, bis zum Ende seines Lebens einen 9 to 5 Job auszuüben.
    • du nicht das Opfer deines Schicksals sein musst.
    • du deines eigenen Glückes Schmied bist.
    • die Träume, die du als Kind hattest, tatsächlich umsetzbar sind, wenn du bereit bist, etwas dafür zu tun.
    • usw.

    Dass es auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringt, ist normal, das passiert bei allen Dingen. Alles Gute hat auch eine schlechte Seite, schau dir doch mal Pickup an. Wie viele seltsame Gestalten beschäftigen sich hiermit und werfen ein unheimlich schlechtes Bild auf dieses Wort?

    Gerade am Anfang überkompensiert der ein oder andere. Ich investiere sehr viel Zeit in meine Entwicklung, da hast du Recht. Mein Leben ist trotzdem sehr entspannt und ich bin rundum zufrieden. Wunsch nach Wachstum heißt nicht, dass ich unzufrieden bin. Ich bin tiefentspannt und glücklich. Ist es so schwer, das zu begreifen? Dann werde ich im nächsten Beitrag vielleicht mal näher darauf eingehen.

    Zitat

    Beim dicken Dieter, der abnehmen und endlich mal ein Mädchen küssen will, ist dieser Wunsch nach Selbstoptimierung für mich nachvollziehbar und verständlich. Dieter sitzt quasi in einem Loch und will aus diesem hinausklettern. Kann ich verstehen. Nun ist es aber so, dass es vielen Leuten heutzutage nicht mehr reicht, aus dem Loch zu klettern. Jeder will gleich auf den höchsten Berg hinauf. Aber warum? Am Ende landen wir doch sowieso wieder im Loch und werden von den Würmern zerfressen. Dann ist so ziemlich alles egal, wir sind tot und wir haben absolut nichts mehr von all dem "Erfolg", den wir auf der Erde hatten.

    Wer definiert denn jetzt, wo das Loch beginnt und wo es aufhört? Warum jeder auf den höchsten Berg will? Naja, erstmal sehe ich das gar nicht so, dass es der höchste sein muss. Zumindest will jeder höher steigen, das stimmt wohl. Ich glaube, der Wunsch nach Wachstum liegt tief in unserer Natur. Und zu wachsen macht ja auch unheimlich Spaß, wenn wir den Prozess bewusst wahrnehmen und genießen. Ich lese bei dir die ganze Zeit die Frage nach dem "warum" und dass dieser ganze Wunsch nach Wachstum sinnlos ist. Warum ist es denn sinnlos, zu wachsen, wenn es dich erfüllt und du dabei Spaß hast? Es wird nur dann zu einem Problem, wenn du dich immer mit anderen vergleichst und dich runterziehst, sobald du etwas mal nicht schaffst. Deine letzten zwei Sätze machen deinen ansonsten sehr schönen Beitrag ein bisschen kaputt, das finde ich schade.

    Zitat

    Und diesen Drang, dass man in allen Lebenslagen auf dem Höchsten Gipfel stehen muss, verstehe ich einfach nicht. Das liegt aber nicht daran, dass ich davon ausgehe, dass all diese Dinge keinen Spaß machen. Ich mache selbst gerne und viel Sport und ich kenn auch diesen Moment vor dem Training nur zu gut, in dem einem 1000 Gründe durch den Kopf schießen, warum man heute nicht zum Training sollte. Danach ist man dann aber doch froh, dass man sich aufgerafft hat. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass die Welt nicht unter geht, wenn ich das Training mal sausen lasse. Klar, ich werde nie zu Mr. Olympia werden, wenn ich das Training gegen eine Flasche Wein mit nem süßen Mädel eintausche. Aber muss ich denn Mr. Olympia werden? Reicht es nicht aus, einfach durchschnittlich fit zu sein? Natürlich, wenn wir meinen imaginären Zwillingsbruder nach seiner Krönung zum erfolgreichsten Bodybuilder aller Zeiten interviewen, wird er sagen, dass er dieses Ziel nur erreicht hat, weil er diszipliniert war und auch dann hart trainiert hat, als sich alle anderen Wein, Weib und Gesang hingegeben haben. Dass das schon immer sein Traum und sein Ziel war und er jetzt alles gegeben hat um dieses Ziel schließlich zu erreichen. Und jetzt? Was hat er jetzt davon? Und vor allem: Warum?

    Einfache Antwort: Wenn er den Weg dahin nicht genossen hat, hat er davon nichts außer dem Wissen, dass er es geschafft hat. Hat er den Weg dahin genossen, dann hat er das Wissen, es geschafft zu haben und dabei eine geile Zeit gehabt zu haben.

    Ich glaube, dein Problem mit dem Nachvollziehen dieses Strebens nach dem Großen verstanden zu haben. Du betrachtest immer nur aus einer Sicht des Verzichts. Vielleicht hilft es dir, mal die Perspektive zu wechseln. Statt dich zu fragen, auf was du verzichten musst, kannst du dir mal die Frage stellen, was du stattdessen bekommst. Im Buch "The Compound Effect" wird in diesem Zusammenhang vom Add-In Principle gesprochen. Ich zitiere es dir mal hierher.

    "It's not so much what you attempt to take out of your diet," he explained to me. "It's what you put in instead." This has become his analogy for life. Instead of thinking that he has to deprive himself, or take something out of his diet (e.g., "I can't eat a hamburger, chocolate, or dairy"), he thinks about what he can have instead 8e.g., "Today I'm going to have a salad and steamed vegetables and fresh figs"). He fills his focus and his belly with what he can have, so he no longer has attention or hunger for what he can't. Instead of focusing on what he has to sacrifice, Montel think about what he gets to "add in." The result is a lot more powerful.

    A friend of mine wanted to break his bad habit of wasting too much time watching TV. To help out, I asked him what he'd like to do with three hours of free time if he had it. He said he would play with his kids more. I also asked him to pick a hobby he'd always wanted to explore. His choice was photography. A total techie, he went out and got all this high-tech editing equipment, which he happily toted along on more family outings so he could take great photos of his kids. Then he'd spend hours in the evening editing and putting together slide shows and photo albums for the whole family to enjoy. They ended up spending time together, laughing and remembering how much fun they'd had. Because he was so focused on his kids and photography, he no longer had the time nor the desire to sit around and watch TV at night. He realized he'd been zoning out on it because it was an easy mental escape from his workday. By replacing TV viewing with his new habit of playing games with his kids and working on his photography hobby he discovered passions with far more power and far bigger payoffs. What can you choose to "add in" so you can enrich your life experience?"

    Vielleicht hilft das ja beim Verständnis? Wenn nicht, lass es mich bitte wissen, ich finde das Thema ohnehin spannend :-)

    Zitat

    Ich denke, das "Warum" findet man heutzutage im gesellschaftlichen Druck. Es ist momentan einfach extrem chick sich und sein Leben bin ins Extrem zu optimieren. Wenn man nicht das Optimum aus sich herausholt, hat man versagt. Der Sinn des Lebens scheint es zu sein, dass man am Ende alles herausgeholt hat. Hat man eine Chance verpasst oder eine Möglichkeit ungenutzt gelassen, hat man im Spiel des Lebens verloren. Du kannst etwas aus dir machen, also musst du das auch tun. Wenn du hinter deinen Möglichkeiten bleibst, bist du ein undisziplinierter Versager.

    Nochmal: Ja, viele machen das aus einem gesellschaftlichen Druck heraus. Das ist mir aber wieder zu stark pauschalisiert. Nur weil es Leute gibt, die sich optimieren, weil es derzeit "chic" ist, muss das nicht zwangsweise auf jeden zutreffen. Ich empfinde die Entwicklung weg vom Fatalismus hin zum Gedanken "Jeder ist seines Glückes Schmied" als eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Die Leute sollten sich nur fragen, warum sie in einer bestimmten Sache überhaupt nach Wachstum streben. Es gibt konstruktive und destruktive Quellen des Antriebs. Wenn du die richtigen Gründe hast, dann hast du auch sicher nicht diese negativen Glaubenssätze, die du da beschreibst. 

    Zitat

    Man erkennt das z.B. an den ganzen Detlef D Soosts, Daniel Aminatis und Sophia Thiels in Verbindung mit deren Auftritt auf den sozialen Medien. Ohne hartes Training, eiserne Disziplin und mit der Feinwaage bestimmte Ernährung hast du keinen Traumbody. Wenn du diesen nicht hast, bist du ein undisziplinierter Versager, der unter seinen Möglichkeiten bleibt. Das mal nur als Beispiel, denn das Ganze erstreckt sich ja nicht nur auf die körperliche Fitness. Es gibt eine schier endlose Zahl an Büchern/ Youtube Videos und anderen Content zum Thema Selbstoptimierung, Tagesplanung, Glücklich werden, Reichtum steigern, Karriereleiter hochklettern... Und anfangen tut das schon bei den Kiddies, da die Eltern aufgrund von größter Sorge um das Wohl ihrer Kleinen mit allen Mitteln dafür sorgen, dass diese nicht unter ihren Möglichkeiten bleiben. Im Kindergarten wird schon eine Fremdsprache gelernt, neben dem Geigenunterricht wird auch fleißig am Klavier geübt, danach geht es zum Eiskunstlauf und auch Ballett  darf nicht zu kurz kommen. Gesangsstunden sind natürlich auch wichtig und Nachhilfe bekommt das Kindchen ab der ersten Klasse, denn es könnte ja den Übergang aufs Gymnasium verpassen und am Ende tatsächlich nur eine mittlere Reife haben. Und das wäre ja unvorstellbar, denn der kleine Noel-Moris soll ja mindestens mal der zweite Steve Jobs werden. Oder Mark Zuckerberg. Gut, Bill Gates wäre auch noch okay aber der ist dann doch der nerdigste von allen und hätte ruhig mal den ein oder anderen Bereich in seinem Leben optimieren können.

    Ich kenne zwar die Leute, die du da nennst, aber ihre Produkte habe ich mir nicht angesehen. Wenn die das tatsächlich wie in der von dir beschriebenen Form vermitteln, dann ist das bedauerlich. Deine anderen Sachen lassen sich alle zusammenfassen unter: Aus den falschen Gründen nach Wachstum zu streben ist destruktiv. Die Eltern, die ihre Kinder extrem drillen, tun das häufig nur für sich selbst, um später ihre eigenen Wunderkinder präsentieren zu können. Andere tun es, um die Kinder in einem Bereich zum Erfolg zu drillen, in dem sie selbst gescheitert sind, um sich selbst zu beweisen, dass sie es mit besseren Startbedingungen auch geschafft hätten.

    Zitat

    Diese Selbstoptimierung geht dann meist auch nicht nur mit einem gewissen Tun und dem Schaffen neuer Gewohnheiten einher, sondern auch mit dem bewussten Verzicht, der mir persönlich oftmals wie eine Selbstgeißelung erscheint. Gerade im Pick-Up sehr modern: Der Verzicht auf Masturbation. Masturbation ist so ziemlich die schönste Sache, die man sich selbst antun kann. Aber um irgendeinen noch so winzigen Erfolg (worin auch immer dieser überhaupt liegen mag) zu erzielen, wird eisern darauf verzichtet. Oder auch immer wieder ein Punkt, der für mich absolut nicht nachvollziehbar ist: Der strikte Verzicht auf Alkohol, während aber andere Drogen irgendwie schon okay sind. Klar,  Alkohol trinkt ja auch jeder und man will ja nicht sein wie jeder andere. Das illegale Zeug ist aber schon irgendwie was besonderes, damit hebt man sich dann von der Masse ab und man nimmt es ja sowieso nur um seinen Geist zu erweitern. Oder der Verzicht auf Musik über Kopfhörer während des Alltages, um mal ein Beispiel aus deiner Liste aufzugreifen. Ich selbst bin absolut nicht musikaffin und trage deswegen auch so gut wie nie Kopfhörer im Alltag. Ich denke auch, dass einige Leute das unterbewusst tun, um sich von der Außenwelt abzuschotten und zu verhindern, dass sie in Interaktion mit dieser treten müssen. Das, denke ich, ist nicht sinnvoll. Aber wenn du gerne Musik hörst und diese dich beflügelt und dir deinen Tag versüßt (und ich denke, dass du das tust, da du hier ja auch regelmäßig deine Lieblingslieder in deine Posts mit einbindest), dann hör doch einfach Musik und geißle dich nicht selbst um dir davon irgendeinen Mehrwert zu erhoffen.

    Ja, ist richtig. Was du aber immer unter den Tisch Acht lässt: Jeder Verzicht ist auch an einer anderen Stelle ein Gewinn. Völlig ohne Wertung. Verzicht auf Masturbation erhöht deinen Antrieb, deinen Energielevel und deine sexuelle Lust. Auf Masturbation zu verzichten wird nicht ohne Grund empfohlen. Es ist der schnelle, kurzlebige Spaß gegenüber dem langsamen, langlebigen Spaß. Dafür muss ich den Fokus aber auf die Zukunft richten und das wollen viele nicht, dafür ist der Mensch by default zu sehr hedonistisch veranlagt und immer auf schnellen Genuss statt auf langhaltige Balance aus. Das Ding ist, dass viele Masturbation benutzen, um zu prokrastinieren und sich das Leben zu einfach zu machen. Fuck, ich muss noch an meiner Bachelorarbeit schreiben! Ach, ich hole mir erst einmal einen runter, danach mache ich das. Ahh, ich wollte ja meine Probleme mit den Frauen angehen. Mache ich nachher, ich hole mir erst einmal einen runter. Klingt dumm? Tjo, ist aber so. Komplett auf Masturbation zu verzichten ist vielleicht keine langfristige Lösung, aber sie zumindest nach unten zu regulieren kann vielen Jungs helfen. Dass du darin eine Selbstgeißelung siehst, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, das ist schnell umgesetzt und der Gewinn viel höher als der Verlust. 

    Das gleiche Prinzip hast du beim Alkohol auch. Ich werde jetzt nicht auf die langfristigen Vorteile des Alkoholverzichts eingehen, die kennst du selbst. Der Sinn ist immer der gleiche. Langfristige Balance und Zufriedenheit kurzfristigen, kurzlebigen Vergnügungen vorzubeugen. Ich denke auch, dass komplette Abstinenz nicht zwingend erforderlich ist. Die Dosis macht das Gift. Dass andere Drogen okay sind, sehe ich nicht so und wüsste auch nicht, wer das jemals irgendwo sagt. Hier und da mal etwas Neues zu probieren heißt ja nicht, dass das jetzt dauerhaft gemacht werden soll. Wer Drogen nimmt, um damit seinen Geist zu erweitern, dürfte wohl in der starken Unterzahl liegen. Wenn ich Drogen nehme, dann weil ich Bock auf die berauschende Wirkung habe. Wenn dabei aufgrund der bewusstseinserweiternden Wirkung für mich eine spannende Erkenntnis herausspringt, ist das ein nettes Addendum.

    Wo du jetzt ein Problem mit den Kopfhörern hast, verstehe ich nicht wirklich. Ist ja nicht so, als würde ich komplett auf Musik verzichten. Ich bin eine introvertierte Person und wenn ich mich dann noch mit Kopfhörern von der Welt abschotte, kehre ich nur noch mehr in mich. Auch hier wieder: kurze Sicht auf lange Sicht. Da verzichte ich 2-3x bewusst drauf und danach ist es mir schon völlig egal, dass ich unterwegs keine Musik höre. Ich vergesse einfach, dass ich das früher mal gemacht habe und fühle mich langfristig besser. 

    Zitat

    Insgesamt scheint es im Leben heutzutage nur noch um das Ausschöpfen seiner Möglichkeiten und das Erreichen seiner Ziele zu gehen. Stillstand ist böse, ständiger Fortschritt das einzig Wahre. Mittelmäßigkeit der Feind, Perfektion das Ziel. Und das liest man z.B. auch deutlich aus deinen Posts heraus: Du hast eine Liste zum Abhaken deiner Ziele, einen Success Partner, mit dem du über die erzielten Erfolge sprichst, Erfolgsprognosen im Tagebuch, usw. Und wie anfangs bereits erwähnt, will ich dich da gar nicht kritisieren. Ich persönlich vermisse in der heutigen Gesellschaft lediglich etwas das savoir-vivre in Verbindung mit Zufriedenheit im Mittelmaß.

    Trifft fast alles zu. Mittelmäßigkeit ist nicht mein Feind, aber auch nicht mein Anspruch an dich selbst. Wenn Mittelmaß der Anspruch von irgendjemandem an sich selbst ist, ist das auch okay. Ich werde aber meinen natürlichen Drang nach Wachstum nicht eindämmen, denn er hat seine Daseinsberechtigung. Auch hier wieder nur Schwarz-Weiß-Denke. Ich kann das Leben auch genießen und dabei nach mehr streben. Bei dir liest sich das immer so, als würde jeder total krass verzichten, wenn er nach Größerem strebt. Dabei ist eher umgekehrt der Fall. Wer die Arbeit sinnvoll und effektiv verrichtet, hat langfristig mehr Spaß in seinem Leben und kann die Momente der Entspannung und Ruhe viel mehr genießen. 

    Zitat

    danke cree für diesen wie ich finde sehr gute geschriebenen Beitrag , ich will an der Stelle auch nochmal erwähnen das ich dich PARkeR (RSC) nicht kritisieren wollte mit meinem Beitrag . Mir ist diese Art seinen Alltag zu Leben , einfach sehr suspekt 

    Der ist in der Tat sehr gut geschrieben, da gebe ich dir Recht. Ich habe das auch nicht als persönliche Kritik aufgefasst. Der Thread ist dafür da, dass ihr mir eure Meinung auch mitteilen könnt und das hast du getan. Vielen Dank dafür.

    Zitat

     

    Moin RSC,

    wirklich schön geschriebene Reports und Impulse, vielen Dank!

    Zu deinen Zielen und Listen: Ich finde es gut, dass du dir Ziele setzt, diese konsequent nachverfolgst und überprüfst.
    Ich denke nur, du solltest es nicht übertreiben damit. Wenn es in Stress ausartet, ist dir letzten Endes auch nicht geholfen.

    Weil du ja gerne mal was liest, als Buchtipp zu diesem Thema: "Innehalten" von Fleur Sakura Wöss

    Kerninhalt daraus: Ziele und vielfältige Aktivitäten sind gut, man braucht aber auch Pausen dazwischen, um das Ganze wirken zu lassen und zu verarbeiten.

    Gruß,

     

    Vielen Dank für das Kompliment und für den Buchtipp, ich setze es auf meine Liste. Ich bin eher weniger gestresst als früher. Sollte sich das ändern, werdet ihr das erfahren :-)

    Zitat

     

    Für mich wirkt RSC nichtmal annähernd so, als wäre er gestresst.


     

     

    Wie ich wirke, weiß ich nicht. Gestresst fühle ich mich zumindest nicht.

    Zitat

     

    da ich deinen Thread nicht zu spamen will schreib ich dir erstmal so. Was ich aber schreibe ist relativ allgemein gültig, kannst mich also auch gerne zitieren wenn du Bock hast und meinst, dass gut in deinen Thread passt. 

     

    Das mache ich! Noch eine Erinnerung an alle: Euer Input ist ausdrücklich erwünscht. Das hier ist keine Einbahnstraße, auch ich kann mich mal in eine Sackgasse begeben und da können eure Gedanken dazu für mich sehr hilfreich sein. Also, keine falsche Scheu bitte.

    Zitat

    Erstmal zum Thema Gewohnheiten, find ich gut dass du da detailliert drauf eingehst. Ein Bewusstsein über die eigenen Gewohnheiten ist meiner Meinung nach das a und o wenn du dich erfolgreich weiterentwickeln willst. Was jedoch früher (und vielleicht auch noch jetzt) mein Problem ist, ist das der "Übermotivation". Das heißt, ich bekomme auf einmal das Verlangen mein Leben neu auszurichten, nehm mir Zeug vor und zieh das auch ein paar Wochen oder Monate aber dann geht plötzlich nix mehr.

    Ist ziemlich normal. Bei mir war das auch immer eine Achterbahnfahrt und hat sehr lange gedauert, bis sich das eingependelt hat. Wenn die anfängliche Euphorie langsam abnimmt, fängt die richtige "Arbeit" an. Die geht am Anfang vor allem über Selbstdisziplin und da hilft die Gewohnheitstabelle von mir. Es ist okay, da mal auf die Fresse zu fliegen, gehört dazu. Du darfst dich dann nur nicht fertig machen und dir denken, dass damit alles vorbei ist. Das ist Quatsch. Diese Selbstgeißelung bringt nichts. Steh einfach wieder auf, klopf den Dreck ab und weiter geht es. Manchmal braucht es ein paar mehr Anläufe und du wirst bei jedem Anlauf ein bisschen schlauer. Da braucht es auch ein bisschen Vertrauen - Vertrauen dahingehend, dass du es schaffen wirst, auch wenn du mal einen Rückschlag erlebst. Die wenigsten Gewohnheiten etablieren sich völlig reibungslos. Das solltest du dir dann vor Augen führen. Beim nächsten Versuch kennst du deine Fallstricke dann vielleicht schon und kannst sie umgehen.

    Zitat

    Das Jahr 2017 war bei mir definitiv bezeichnend dafür. Beispiele: Im Februar fange ich mit dem DJBC an, ziehe zwei Wochen durch aber dann ist auf einmal die Uni wichtiger (viel getan hab ich trotzdem nicht). Im Mai geh ich dann in nen Lair, bin da paar Wochen mit einem regelmäßig unterwegs, hab auch erste Lays aber dann ist plötzlich die Bachelorarbeit wichtiger (viel getan hab ich trotzdem nicht). Ich denke du weißt worauf ich hinaus will. Meine Frage ist, wie bekommst du das hin dich so zu fokussieren.

    Indem ich mir vor Augen führe, dass sich zwar mein Fokus verschiebt, aber die bestehenden Gewohnheiten gleich bleiben. Auch hier wieder: Tagebuch zu führen macht so etwas einfacher. Wenn du immer wieder aufschreibst, dass du etwas nicht gemacht hast, renkt sich das automatisch ein, weil du kein Bock hast, immer wieder schreiben zu müssen, dass du etwas nicht gepackt hast. Finde auch heraus, warum gerade etwas deinen Fokus verdient. Warum ist dir Uni wichtiger, warum ist die Bachelorarbeit wichtig? Klar, um deinen Abschluss zu bekommen. Aber warum willst du diesen Abschluss? Dringe so tief ein wie möglich in das warum.

    Zitat

    Du schreibst ja auch dass du am Anfang auch erst so wie ich  rumgedümpelt bist, aber jetzt nach und nach immer fokussierter wirst. Was kannst du mir für einen Tipp geben, dass ich da auch nach und nach hinkomme. Mit der Gewohnheitstabelle habe ich schon mal angefangen, Tagebuch will ich auch einführen. Sind das gute Hilfsmittel oder muss ich mir da einfach noch ein bisschen Zeit geben? 

    Tagebuch zu führen ist meiner Meinung nach das Nonplus Ultra. Hilfreich ist es auch, sich das Ausführen seiner Gewohnheit so einfach wie möglich zu machen. Wenn du jeden Morgen Tagebuch führen willst, dann kannst du beispielsweise am Abend schon dein Tagebuch geöffnet mit dem Stift auf den Tisch legen oder das Dokument auf deinem Laptop am Abend vorher öffnen, sodass du am Morgen dann nur noch los tippen musst. Klingt simpel, ist es auch. Effektiv ist es trotzdem. Bevor ich morgens mit meinen Gewohnheiten anfange, mache ich immer ein und die selbe Sache. Ich latsche in die Küche, bereite mir eine Kanne Tee zu, gieße mir eine Tasse ein und stelle mich dann eine Minute oder so an mein geöffnetes Fenster, um mir die Welt anzugucken. Ja, das klingt irgendwie seltsam. Aber danach weiß ich: Alright, es geht los, ein neuer Tag, frische Luft, geiler Tee, heute wird gut!

    Der Zeitfaktor kommt da auch noch hinzu. Ich habe das Gefühl, dass viele Erfolge erst zeitlich versetzt einsetzen. Von jetzt auf gleich funktioniert es dann einfach und du hast keine Ahnung, warum es plötzlich so spielend leicht ist. Das kann einige Monate dauern und deswegen ist es auch wichtig, sich das immer vor Augen zu führen und Vertrauen zu haben. Du pumpst erst eine Weile, ehe die ersten Tropfen kommen und dann beginnt der Spaß.

    Gewohnheiten - Teil 3

    Yoga

    Junge, Junge, Junge. Mit was für einer tiefen Entspannung man in den Tag startet, wenn man morgens eine halbe Stunde Yoga macht, ist überragend. Ich kann das nur jedem wärmstens ans Herz legen. Bei vielen Männern gibt es da zwar häufig inneren Widerstand, aber ihr werdet es nicht bereuen, glaubt mir. Wie viel flexibler ich dadurch auch in kurzer Zeit geworden bin. Hat sich direkt darin geäußert, dass ich einen Sprung beim Kreuzheben und Kniebeugen gemacht habe, weil das alles jetzt geschmeidiger abläuft.

    Frühstück

    Hier gibt es nicht viel zu erzählen. Ich war häufig zu faul dafür. Äußert sich in Verbindung mit viel Sport dann ganz schnell darin, dass ich vermehrt Muskelkater habe und zu viel abnehme. Zumindest ein Salat oder Gemüse und Obst sollte es morgens dann schon sein.

    Meditieren

    Ursprünglich habe ich das gemacht, bevor ich zur Arbeit gegangen bin. Mittlerweile mache ich morgens Yoga und das hat ähnliche Effekte. Deswegen meditiere ich gerne nach der Arbeit 10 Minuten, um komplett runterzukommen und meinen Kopf zu leeren. Sehr angenehm. Im Übrigen habe ich eine Ewigkeit hierfür gebraucht. Immer wieder habe ich das schleifen lassen. Auf einmal ging es problemlos. So kann es laufen.

    Success Partners

    Vorerst ist das auf Eis gelegt, weil mein Partner gerade eine Trennung durchsteht. Verstehe ich zwar nicht, weil hier Ablenkung sehr guttun kann, aber nun gut. Mal sehen, ob er sich wieder fängt und dann noch Lust hat.

    Über Kackehaufen und feinduftende Pralinen

    Man ich find das geil mir diesen dampfenden Haufen Kacke anzugucken, den ich liebevoll als meinen „Blog“ bezeichne. Jeden Tag gucke ich mir das scheiß Teil an und denke mir: Ja fein, da hast du ein super Häufchen gemacht. Und dann fang ich an, an dem Ding rumzuschrauben. Und ich bin überzeugt, irgendwann wird aus diesem dampfenden Haufen Kacke nur noch ein Haufen Kacke, der halt nicht mehr dampft. Und aus diesem Haufen Kacke wird dann irgendwann ein kleines Stück Kacke und irgendwann wird daraus wat Feines – oder eben auch nicht. Fakt ist, du musst erst einmal einen dampfenden Haufen Kacke auf die Welt setzen und dich damit auseinandersetzen. Du nimmst halt mal eine Nase davon und merkst für dich: Jo, ist halt ein Stück Kacke. Keiner kackt beim ersten Mal ne scheiß Praline aus. Ja ok, vielleicht Frauen. ABER WIR SIND HIER JA MÄNNERS. Also trau dich einen Haufen Kacke zu produzieren und ihn jeden Tag ein bisschen schöner zu machen. So. Jetzt habe ich Hunger. 

    Wenn immer nur die Vögel singen würden, die es wirklich drauf haben. Wäre es ziemlich still im Wald. Der Storch würde dann mal gediegen Piano machen und ich mag sein null Ficks gebendes „Tok Tok Tok“.

    Mein Blog ist vorerst präsentierfähig, der Hauptteil passt schon mal. Nach und nach werde ich da noch einige Sachen mit einbauen, aber prinzipiell ist er jetzt fertig.

    Der erste Kommentar!!!!

    ...auf meinem Blog. Habe ich total gefeiert und mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten gefreut, hihi. Mittlerweile ist der zweite gefolgt. Jetzt beginnt der spannende Teil der Arbeit: Dranbleiben und in Umlauf bringen. Ich bin gespannt und freue mich auf die neue Aufgabe :-)

    Und einmal so richtig schön auf die Kacke gehauen!

    Gestern habe ich dann mal so richtig auf die Kacke gehauen, um zu feiern, dass ich meinen Blog fertiggestellt habe. Wuusssaaa, krasser Abend. Wir waren auf einer sehr interessanten Hausparty. Total interessante Menschen da, ich kam mir unheimlich normal vor, haha. Mir ist generell aufgefallen, dass die Menschen, mit denen ich mich umgebe, immer verrückter und spannender werden, je älter ich werde. Könnte daran liegen, dass ich selbst auch immer verrückter werde. Naja. War jedenfalls witzig, weil zwei Stockwerke höher auch eine Hausparty war und die Gäste sich auf beiden Partys rumgetummelt haben. Das Publikum hat sich dann schön gemischt. Das war alles total crazy, ich kann es nicht beschreiben. War witzig, aber mädelstechnisch lief nichts. Mir beim Flirten zuzusehen ist ohnehin wie einem Babywelpen bei seinen ersten Schritten zuzusehen. Voll witzig und alles, aber man hat dieses feindselige Verlangen, es einfach umzuschubsen.

    (Jorge Bucay – Komm, ich erzähle dir eine Geschichte)

    Heute gibt es mal keinen Text von mir, dafür eine umso inspirierendere Geschichte von einem Elefanten. Dieser Elefant könntest du sein.

    „Als ich ein kleiner Junge war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert, und am meisten gefielen mir die Tiere. Vor allem der Elefant hatte es mir angetan. Wie ich später erfuhr, ist er das Lieblingstier vieler Kinder. Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau. Nach der Vorstellung aber und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuß an einen kleinen Pflock angekettet. Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich ganz außer Zweifel, daß ein Tier, das die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte.
    Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute.
    Was hält ihn zurück?
    Warum macht er sich nicht auf und davon?
    Als Sechs- oder Siebenjähriger vertraute ich noch auf die Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, einen Vater oder Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert sei.
    Meine nächste Frage lag auf der Hand: »Und wenn er dressiert ist, warum muß er dann noch angekettet werden?«
    Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort darauf bekommen zu haben. Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel um den angeketteten Elefanten und erinnerte mich nur dann wieder daran, wenn ich auf andere Menschen traf, die sich dieselbe Frage irgendwann auch schon einmal gestellt hatten.
    Vor einigen Jahren fand ich heraus, daß zu meinem Glück doch schon jemand weise genug gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden:
    Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an einen solchen Pflock gekettet ist.
    Ich schloß die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, daß er in diesem Moment schubst, zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil dieser Pflock zu fest in der Erde steckt.
    Ich stellte mir vor, daß er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert, und am nächsten Tag wieder, und am nächsten … Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt.
    Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, daß er es nicht kann.

    Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt.
    Und das Schlimme dabei ist, daß er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat.
    Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.“

    Mein ganz besonderer Dank geht auch an die Jungs, die sich per PN als Testleser zur Verfügung gestellt haben. Ganz viele Karmapunkte für euch! :-)

    Ach ja, die Buchzusammenfassungen fehlen. Ein Hoch auf die Prokrastination! Nein, quatsch. Ich schiebe Mittwoch noch einen Beitrag hinterher. Den Beitrag heute zu schreiben hat einfach zu lange gedauert. Gruß mit Fuß, meine Lieben. Bis Mittwoch.

    Cheers,
    rsc

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    Am 26.11.2017 um 20:02 schrieb rsc:

    Ach ja, die Buchzusammenfassungen fehlen. Ein Hoch auf die Prokrastination! Nein, quatsch. Ich schiebe Mittwoch noch einen Beitrag hinterher. Den Beitrag heute zu schreiben hat einfach zu lange gedauert. Gruß mit Fuß, meine Lieben. Bis Mittwoch.

    So viel zum Vorsatz, haha. Es war zeitlich überhaupt nicht drin, diese Woche bin ich fast durchgängig auf Achse gewesen. Viele Termine, die mich sehr gefordert haben, aber auch lehrreich waren. Nachdem die letzten Wochen eher von Arbeit geprägt waren, stehen jetzt wieder viele soziale Aktivitäten an und jeder will was unternehmen. Ich weiß gerade nicht so wirklich, wie ich alles unter einen Hut bekommen soll. Ist ganz witzig, wie sich das manchmal ansammelt. Den Text hier schreibe ich, während ich im ICE sitze. Hach, sich über Luxusprobleme beschweren ist so typisch deutsch.

    Wegen des Zeitmangels und der Tatsache, dass ich morgen um 04:30 auf der Matte sein will, gibt es heute einen kurzen Beitrag. Der nächste wird dann wieder sehr ausführlich, mir schwirren da noch ein paar Sachen im Kopf rum, die ich mal loswerden muss :)

    Gewohnheiten - Teil 3

    Jeden Tag schreiben

    Das Ding ist schnell erklärt. Ich schreibe gerne und habe die Überlegung, mir damit irgendwann finanziell ein zweites Standbein zu errichten. Die Konkurrenz ist hier groß und Übung macht nun mal den Meister. Aus diesem Grund ist mein Anspruch an mich selbst, jeden Tag mindestens 100 Wörter zu schreiben. Egal, wie scheiße es mir an einem Tag gehen mag, 100 Wörter gehen immer, das sind ein paar Sätze. Momentan sind das vor allem Texte für meinen Blog, mittel- bis langfristig sollen noch andere Texte dazu kommen.

    Italienisch

    Ich finde die Sprache wunderschön und lerne deswegen über Babbel Italienisch. In den nächsten Tagen werde ich mich zusätzlich für einen Sprachkurs anmelden. Das könnte zeitlich interessant werden. Ich bin allerdings zuversichtlich!

    Lesen

    Das Lesen ist zu meinem Ersatz für das Fernsehen geworden. Mittlerweile reizt mich fernsehen überhaupt nicht mehr. Empfinde ich als sehr gute Entwicklung. Ich will jeden Tag mindestens eine Seite lesen. Meistens sind es so 30-60 Minuten am Tag, macht dann 1-2 Bücher die Woche oder so. Passt ganz gut so und werde ich beibehalten.

    Der erste Like auf Facebook

    Oh yeeeeaaaa - und er kam nicht von meiner Mutter! Sehr schön. Schritt für Schritt das Laufen lernen. Vorgestern habe ich mich mit einem befreundeten Designer unterhalten und dem ordentlich Löcher in den Bauch gefragt. Ich will ein geiles Logo und so für meinen Blog haben und will mir das selbst beibringen. Bisher habe ich es immer geschafft, mich um die Notwendigkeit zu drücken, mich intensiv mit Bildbearbeitung zu beschäftigen. Das hier sehe ich aber als wunderbare Chance an, meine Finger mal in das Thema zu halten. Auf geht's!

    Diese Woche gelesene Bücher 

    Matthias Pöhm - Nicht auf den Mund gefallen! So werden Sie schlagfertig und erfolgreicher (223 Seiten)

    Grundlagen der Schlagfertigkeit:

    • Je größer der gedankliche Bogen, den man noch ergänzen muss, umso schlagfertiger wirkt die Antwort.
    • Je absurder das Szenario, desto schlagfertiger wirkt die Erwiderung.
    • Schlagfertige Menschen zeigen Ecken und Kanten und geben null Ficks darauf, ob andere schlecht über sie reden könnten.
    • Unangenehme Fragen mit Nonsens beantworten kann sehr schlagfertig wirken

    "Das Leben ist ein Spiel, dessen Spielregel Nummer Eins lautet: Das ist kein Spiel, das ist todernst." Jeder spielt im Prinzip dem anderen etwas vor, und alle halten es für das echte Leben. Brich aus dieser Denke aus und du wirst sehen, wie du die Welt verformen kannst. Die Welt ist immer nur so ernst, wie du sie sehen willst.

    Spontane Schlagfertigkeit aus der Situation

    • Stimm dem Vorwurf voll und ganz zu, aber derart übertrieben, dass es lächerlich wirkt.
      Bsp.: "Fett biste geworden!" - "Jope, mein Bürostuhlverschleiß schießt allmählich durch die Decke."
    • Entwerte einen Vorwurf, indem du es als die Meinung des Angreifers darstellst.
      Bsp.: "Du hast die Unterlagen verschlampt." - "Das ist deine Meinung. Schau lieber noch mal richtig nach, bevor du mit Vorwürfen um dich wirfst."
    • Wiederhole den Vorwurf mit der zusätzlichen Einleitung: "Du findest ...", und im Anschluss: "Das ist dein Problem."
      Bsp.: "Was ist das denn für ein Mist?" - "Du findest, das ist Mist. Das ist dein Problem."
    • Stelle dir vor deiner Antwort die Frage: Welchen Nutzen kann diese Attacke für mich haben, welchen Nachteil könnte sie für den Angreifer haben?
      Bsp.: "Dich haben Sie als Kind wohl fallen gelassen!?" - "Seitdem habe ich keine Flugangst mehr."
    • Leite deine Antwort mit "Du willst damit sagen..." ein. Danach kannst du eine beliebige Interpretation folgen lassen.
      Bsp.: "Gestern hast du das Gegenteil behauptet." - "Du willst damit sagen, ich lerne schnell dazu."
    • Gib eine Antwort, die den Angreifer im schlechten Licht erscheinen lässt. Mach den Gegenangriff möglichst indirekt.
      Bsp.:"Wir reden miteinander, wenn du wieder nüchtern bist." - "Nüchtern bist du leider nicht zu ertragen."
    • Antworte mit der Schablone "Lieber... als..."
      Bsp.:"Die Schuhe passen nicht zu deinem Pullover." - "Lieber unpassende Schuhe als unpassende Bemerkungen."
    • Wenn dich jemand mit etwas Negativem vergleicht, lobe den Vergleichsgegenstand.
      Bsp.:"Du bist gebildet wie mein Dackel." - "Da hast du aber einen pfiffigen Dackel."
    • Bei versteckten Angriffen sprichst du in aller Deutlichkeit das aus, was der Angreifer nicht auszusprechen wagt.
      Bsp.:"Das ist im Prinzip ein ganz einfaches System." - "Du willst mir praktisch sagen, wer so einen einfachen Kaffeespender nicht bedienen kann, ist debil?"
    • Bei Angeberei: Mach dich bewusst klein. Gib dich als Verlierer bekannt.
      Bsp.: "Ich lachse jedes Wochenende eine andere Alte um." - "Mich beachtet keine Frau. Wahrscheinlich bin ich zu hässlich und zu uninteressant."
    • Formulier einen giftigen Vorwurf so um, wie ein Gentleman es vernünftig und höflich ausgedrückt hätte. Alternativ kannst du die Emotionslage des Angreifers beschreiben.
      Bsp.: "Kümmer dich gefälligst um deine eigenen Angelegenheiten." - "Du willst deine Arbeit also alleine tun. Alles klar."

    Schlagfertigkeit in Wortgefechten, Diskussionen...

    • Warte nicht, bis der andere das Wort ergreift. Sprich zuerst.
    • Ergreife in  bedrohlichen Gesprächssituationen die Initiative. Deine Position ist immer günstiger.
    • Wer Aufgaben stellt, ist in der besseren Position.
    • Gib die Anzahl der gewünschten Antworten vor.
    • Mach statt einer Frage eine Aussage und schau den anderen fragend an.
    • Unterstelle etwas, indem du eine Vermutung als Voraussetzung mit in die Frage nimmst und nur noch ein Detail nachfragst.
    • Nach einem Fragezeichen solltest du nichts mehr sagen.
    • Eine einer Frage vorangestellte Aussage konstruiert ein Szenario, das meist unüberprüft bleibt und aus dem heraus der Befragte dann antwortet.
    • Menschen reden bereitwilliger, wenn man vorher etwas sagt, worauf sie stolz sein können.
    • Nimm dem Befragten die Entscheidung im Prinzip bereits ab und lasse den anderen nur noch zwischen zwei Alternativen aussuchen.
    • Konstruiere ein Szenario, aus dem heraus du den anderen eine Frage beantworten lässt. Mit dem Was-wäre-wenn-Fragen kannst du Stellungnahmen zu einer Situation herausfordern, die in dieser Form gar nicht existiert.
    • Mit Doppel- oder Mehrfachfragen bringst du selbst wortkarge Menschen zu einem längeren Redeschwall und gewinnst Zeit, um selbst deinen nächsten Schritt zu planen.
    • Beginn deine Frage mit "Findest du nicht auch" oder "Du bist mit mir doch einer Meinung" um die wahrscheinliche Antwort in deinem Sinne sicher zu bekommen.
    • Lass den anderen irgendeinen Begriff aus seinen Ausführungen definieren. Durch eine Definitionsfrage bringst du den Befragten meist in eine bedrohliche Situation.
    • Wenn du einen zusätzlichen Gedanken während deiner Ausführungen hast, so sprich ihn nicht aus. Dies verhindert Langatmigkeit.

     

    • Wenn du dich durch eine Frage oder einen Vorwurf bedroht fühlst, frage den anderen irgendetwas. Die Rückfrage verblüfft, gibt Zeit zum Nachdenken und vertauscht die Rollen.
    • Es gibt einen universellen Verstärker für jede schlagfertige Antwort: Füg an jede schlagfertige Antwort den Namen des Angreifers an.
    • Mach als Erwiderung eine klare unmissverständliche Aussage und füg dahinter noch eine Frage an. Das bringt den anderen in den Antwortreflex.
    • Wenn du in einer Fragerunde Rede und Antwort stehen musst, dann wende deinen Blick vom Fragesteller ab, sobald du die Frage beantwortet hast.
    • Geh nicht auf den Vorwurf an sich ein, sondern stell konkretes Handeln in der Zukunft in Aussicht.
    • Weiche unangenehmen Fragen aus, indem du zu irgendienem Stichwort aus der Frage eine beliebige Aussage machst und dann ohne Pause den Frager mit artverwandten Aussagen überschüttest, die alle im positiven Grundton gehalten sind.
    • Wenn dir jemand an den Kopf wirft, dass du mit deinen Aussagen danebenliegst, gib direkt oder durch die Blume zu verstehen, dass er das mit seiner Vorbildung gar nicht beurteilen kann.
    • Lass dich nicht auf die Details des Fragestellers ein. Sprich von einem vorrangigen Ziel.
    • Sobald du eine Aussage hörst, bei der eine Unterstellung mitschwingt, unterbrich unmittelbar und stell die Aussage kategorisch richtig.
    • Du kannst viele Fragen umschiffen, indem du mit deiner Pauschalformulierung konterst: "Es geht nicht darum ..., sondern ..."
    • Geh nicht inhaltlich auf den Angriff ein. Analysier und bewerte die Art des Angriffs."

     

    Selbstbehauptung

    • Wenn du unter dem Verhalten eines anderen Menschen leidest, ist es allein deine Aufgabe, aufzustehen und dein Anliegen zu artikulieren.
    • "Es gibt immer Menschen, die tun mit Erfolg genau das, wovon du sagst, dass es unmöglich wäre." <--- GOLD!
    • Wenn sich dir gegenüber jemand im Ton vergreift, so steh auf, schau ihm in die Augen, geh vielleicht sogar noch einen Schritt auf ihn zu und sag ganz ruhig:"Das ist nicht die Art, die ich gewohnt bin mit mir zu reden, komm wieder, wenn du einen normalen Ton gefunden hast. Danke!"
    • Mit einem "Danke" am Ende eines klaren Aussagesatzes bestimmst du das Ende des Gesprächs.
    • Wenn dir jemand einen Vorwurf macht, weise die Anschuldigung kategorisch zurück. Sag die Zauberworte: "Nein, falsch..."
    • Steh unerwarteterweise zu dem, was man dir vorwirft. Was der Angreifer als verwerflich definiert, zerbröselt in dem MOment, wenn du voll und ganz dazu stehst.

    Der sanfte Weg, mit Angriffen umzugehen

    • "Eine Hand, die du nicht abhacken kannst - schüttle sie."
    • Generell: Gehe nicht auf Konfrontationskurs. Versuche nicht, dem Gegenüber zu beweisen, dass du im Recht bist.
    • Ein Mitmensch, der dir wohlgesonnen ist, ist 1000-mal mehr wert als ein kurzfristig gewonnener Sieg, der einen Verlierer hinterlässt.
    • Es gibt keine lächerlichen Ansichten. Lass den anderen spüren: Ich kann dich verstehen, deine Position hat auch eine Berechtigung.
    • Das wichtigste Wort im Leben eines jeden Menschen ist sein eigener Name. Sprich deine Mitmenschen mit ihrem Namen an und sie werden versöhnlicher auf dich reagieren.
    • Wenn dich jemand angreift, dann ist desa oft nur die Spitze des Eisbergs. Manchmal greifen Menschen dich an, suchen aber eigentlich nur Anerkennung. Es muss nicht immer zwingend mit dem zu tun haben, was du gesagt hast. Manchmal hat es nur mit dem zu tun, was du in dem anderen ausgelöst hast.
    • Keiner zwingt dich, sich zu ärgern. Ärger und Wut zu haben ist kein Naturgesetz, du kannst es beeinflussen.
    • Wenn du dich über etwas aufregst, so gibt es meistens drei mögliche Ursachen:
    • Im Grunde wärst du gern so wie der, über den du dich ärgerst.
    • Verhasste Schwächen von dir selbst.
    • Die Erinnerung an Schwächen anderer Leute, unter denen du gelitten hast.
    • Bitte um Verzeihung, ohne dich zu rechtfertigen. Es beruhigt den Angreifer fast nie, wenn du eine Erklärung für dein Fehlverhalten liefern kannst. 
    • Bau keine Gegenposition auf.
    • Wenn du eine Gegenposition aufbaust, stellst du eine Festungsmauer in die Gegend, auf die jeder Gegner mit Leichtigkeit seine Waffen richten kann. Wenn er hingegen keine Mauer sieht, ist seine Waffe sinnlos geworden und er wird sie wieder wegstecken.
    • Du musst entscheiden, was für dich wichtiger ist: dich zu behaupten (dem hab ich's jetzt aber gezeigt) und dann wertvolle Energie in die Aufrechterhaltung einer Feindschaft mit Gegenattacken und Rachefeldzügen zu verschwenden - oder aber nachzugeben, die gute Laune zu behalten und aus einem möglichen Feind einen guten Nachbarn zu machen.
    • Mit aber machst du alles zu nichte. Menschen reagieren körperlich auf dieses Wort, es löst einen Widerstand aus.
    • Zitiere den anderen während des Gesprächs. DU gibst ihm dadurch das Gefühl von Bedeutung.

     

    Warum dieser Moment genauso wichtig ist wie jeder andere

    Wenn die Welt in einer Stunde unterginge, was würdest du tun? So oder so ähnlich lautete die Frage, welche Augustinus gestellt wurde. Augustinus mähte gerade im Klostergarten Gras, als sich einer der Mönche mit dieser Fragestellung an ihn wandte. Seine Antwort war: „weitermähen“. So schlicht und kurz diese Anekdote auch sein mag, so wertvoll ist doch der Kern, der sich darunter verbirgt.

    Jeder Moment ist genauso wichtig wie jeder andere auch. Jep, auch dieser Moment, den wir gerade erleben – ich, während ich diesen Text verfasse, und du, während du diesen Text liest.

    Wenn wir uns vollkommen auf den jetzigen Moment einlassen, dann kehrt Ruhe in uns ein. Es ist völlig wumpe, ob du gerade in einer überfüllten Bahn sitzt und den Schweiß fremder Menschen gefährlich nah an deinem Gesicht spürst. Egal wie hart deine momentane Situation auch sein mag, egal wie schwer sich die Zeit gerade für dich anfühlt – dieser Moment ist genauso wertvoll wie jeder andere auch. Wir sind nur zu verwöhnt.

    Wir lamentieren, wo es nur geht. Um es mit den Worten von Henry D. Thoreau in seinem Buch Walden zu formulieren:

    "Aber die Menschen haben es so weit gebracht, dass sie häufig nicht aus Mangel am Nötigen, sondern aus Mangel an Leckerbissen verhungern. Ich kenne eine brave Frau, die meint, ihr Sohn sei gestorben, weil er nur Wasser trank."

    Das Problem ist nicht der Moment oder die Tätigkeit, die wir gerade ausführen, sondern unsere geistige Haltung. Wir sind liebend gern bereit, die vermeintlich schönen Momente mit offenen Armen zu empfangen. Die nicht so schönen Momente meiden wir aber wie der Teufel das Weihwasser. Der Umstand ist nicht das Problem, sondern unsere Interpretation des Umstandes. In dem Moment, in dem wir eine Tätigkeit oder ein Gefühl als schlecht bewerten, setzen wir uns selbst einen Rahmen, aus dem heraus wir uns auch nur schlecht fühlen können, wenn wir die Tätigkeit ausführen oder das Gefühl erleben.

    Der innere Widerstand in uns macht aus der kleinsten Mücke einen Elefanten mit ordentlich Hubraum. Unlust macht sich in uns breit. Manchmal schieben wir die kleinsten und einfachsten Aktivitäten tage-, wochen- oder monatelang vor uns her. Der Zeitaufwand, den wir für das Unterdrücken unseres Pflichtgefühls aufwenden, ist dabei häufig genug sogar größer als der Zeitaufwand für die Aktivität an sich wäre.

    Meistens retten wir nun mal keine Einhörner

    Dabei sind es die einfachsten Tätigkeiten, die uns am meisten weiterbringen können. Die niedersten Arbeiten können uns unserem selbst sehr nah bringen. Wenn wir sie bewusst erleben, jede Sekunde davon wahrnehmen und nicht nur die Sekunde herbeisehnen, in der wie endlich fertig sind, dann werden wir merken, dass dieser Moment eigentlich sehr schön ist. Wir sind im Einklang mit uns und tun etwas, das seit Jahrtausenden schon Menschen getan haben, wir sind mit ihnen verbunden. Ob es nun um das Wäsche waschen, Staubsaugen oder Aufräumen der Wohnung geht, all diese Dinge sind Teil des Lebens. Diese Dinge sind notwendig, um die vermeintlich „schönen“ Dinge des Lebens noch mehr genießen zu können.

    Die meiste Zeit über sind wir nun mal nicht Fallschirmspringen, wir klettern meistens nicht auf dem Mount Everest, retten keine Einhörner vor dem Ertrinken oder sorgen für den Weltfrieden. Viel eher sind die meisten Momente schlicht und können unscheinbar sein. Das heißt aber nicht, dass diese Momente nicht genauso wichtig sind wie die vermeintlich tollen Momente, in denen so wahnsinnig viel passiert und wir aufregende Dinge erleben. Uns das hin und wieder vor Augen zu führen erspart uns sehr viel Kummer und Sorge.

    Cheers,
    rsc

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    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Gerade am Anfang überkompensiert der ein oder andere. Ich investiere sehr viel Zeit in meine Entwicklung, da hast du Recht. Mein Leben ist trotzdem sehr entspannt und ich bin rundum zufrieden. Wunsch nach Wachstum heißt nicht, dass ich unzufrieden bin. Ich bin tiefentspannt und glücklich. Ist es so schwer, das zu begreifen? Dann werde ich im nächsten Beitrag vielleicht mal näher darauf eingehen.

    Vielleicht fass ich das jetzt falsch auf aber ich werd es einfach nochmals betonen: Der Beitrag war gar nicht direkt an dich gerichtet. Ich glaub dir, dass du rundum zufrieden bist. Und das freut mich. Was gibt es schöneres, als zu wissen, dass es irgendwem aus dem Internet gut geht? ;)  Ernsthaft, bleib dran, mach dein Ding. Mir geht es eigentlich nur darum, zu zeigen, dass ein Optimierungswahn keinen Sinn macht, wenn die Motive die falschen sind. Und ich denke, dass das bei vielen leider der Fall ist...

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Statt dich zu fragen, auf was du verzichten musst, kannst du dir mal die Frage stellen, was du stattdessen bekommst.

    Den Ansatz finde ich gut. Ich würde mich aber genau so wenig nur darauf fokussieren, was ich bekomme, wie ich mich nur darauf fokussieren würde, auf was ich verzichten muss. Für mich ist das Verhältnis, in dem diese beiden Dinge stehen, der Bezugspunkt. Ist mein Ziel das Opfer wert?

    Dazu kommt dann noch ein zweiter Faktor. Die Frage, warum ich das Ziel überhaupt erreichen will. Und ich denke, dass es bei vielen nicht aus Leidenschaft an der Tätigkeit oder aus Spaß an der Freude und dem Motto "der Weg ist das Ziel" geschieht, sondern aus gesellschaftlichen Zwängen. Andere wiederum meinen, dass sie nur glücklich werden, wenn sie die sich selbst gesetzten Ziele erreichen.

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Ich empfinde die Entwicklung weg vom Fatalismus hin zum Gedanken "Jeder ist seines Glückes Schmied" als eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Die Leute sollten sich nur fragen, warum sie in einer bestimmten Sache überhaupt nach Wachstum streben. Es gibt konstruktive und destruktive Quellen des Antriebs. Wenn du die richtigen Gründe hast, dann hast du auch sicher nicht diese negativen Glaubenssätze, die du da beschreibst. 

    Hier bin ich voll bei dir. Ich finde es auch wichtig, dass man begreift, dass man sein Leben selbst in der Hand hat. Wichtig ist aber auch, dass man begreift, dass Glück und Zufriedenheit nicht nur durch das Erreichen von Zielen geschaffen werden kann. Man nimmt sein Leben auch selbst in die Hand, wenn man sich klar macht, dass man gewisse Dinge einfach nicht braucht und es voll und ganz reicht, was man schon hat. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass man nie nach größerem streben soll. Wichtig ist, dass man sich im Klaren ist, was man wirklich will und braucht und was nicht.

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Verzicht auf Masturbation erhöht deinen Antrieb, deinen Energielevel und deine sexuelle Lust. Auf Masturbation zu verzichten wird nicht ohne Grund empfohlen. Es ist der schnelle, kurzlebige Spaß gegenüber dem langsamen, langlebigen Spaß. Dafür muss ich den Fokus aber auf die Zukunft richten und das wollen viele nicht, dafür ist der Mensch by default zu sehr hedonistisch veranlagt und immer auf schnellen Genuss statt auf langhaltige Balance aus. Das Ding ist, dass viele Masturbation benutzen, um zu prokrastinieren und sich das Leben zu einfach zu machen. Fuck, ich muss noch an meiner Bachelorarbeit schreiben! Ach, ich hole mir erst einmal einen runter, danach mache ich das. Ahh, ich wollte ja meine Probleme mit den Frauen angehen. Mache ich nachher, ich hole mir erst einmal einen runter. Klingt dumm? Tjo, ist aber so. Komplett auf Masturbation zu verzichten ist vielleicht keine langfristige Lösung, aber sie zumindest nach unten zu regulieren kann vielen Jungs helfen. Dass du darin eine Selbstgeißelung siehst, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, das ist schnell umgesetzt und der Gewinn viel höher als der Verlust. 

    Da wird der Masturbation doch ein viel zu hoher Stellenwert beigemessen. Ich hab schon öfter über längere Zeit, aus verschiedenen Gründen (meist auf Reisen und/oder keine Zeit) aufs Wischen verzichtet und da hat sich nie groß was geändert. Wobei, doch ich war fokussierter. Allerdings nur auf Titten und Ärsche. Und wenn man in der Bibliothek kaum mehr lernen kann, weil man die ganze Zeit nur ans Ficken denkt, dann macht es definitiv mehr Sinn, sich mal etwas Abhilfe zu verschaffen, um mal wieder nen klaren Kopf zu bekommen. Woher also diese Empfehlung kommt, dass man auf Masturbation verzichten soll, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Dazu wären mal richtige Studien interessant...

    Bei dem Teil mit der Prokrastination stimme ich dir aber zu. Teilweise. ;) Ja, es mag vorkommen, dass Leute sich durch Wichsen ablenken. Aber dann ist die Masturbation doch nur das Symptom und nicht die Ursache. Wenn die dann aufhören zu wichsen, rauchen sie einfach noch eine, holen sich noch schnell was zu essen, lesen schnell was im Forum, bohren noch ganz kurz in der Nase, schneiden noch schnell diesen nervigen kleinen Hautfetzen weg, der sich immer zwischen der Seite des Fingernagels und dem Nagelbett bildet... Und ganz ehrlich, dann müsste ich z.B. auch auf Sex verzichten, denn es  kam schon mehr als nur ein paar mal vor, dass ich mir vorgenommen habe, am nächsten Tag früh aufzustehen und mein Zeug zu erledigen, ich dann aber die halbe Nacht mit irgend nem Mädel durch die Betten geturnt bin... Oder ich mit meiner Partnerin im Urlaub früh raus wollte, um die Stadt anzusehen, wir dann aber morgens übereinander hergefallen sind und nicht mehr aufhören konnten. Langfristig betrachtet, war das sicherlich nicht clever. Aber fuck it. Es war toll, ich hab es genossen. Vielleicht gerade auch deswegen, weil es so unvernünftig war.

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Das gleiche Prinzip hast du beim Alkohol auch. Ich werde jetzt nicht auf die langfristigen Vorteile des Alkoholverzichts eingehen, die kennst du selbst. Der Sinn ist immer der gleiche. Langfristige Balance und Zufriedenheit kurzfristigen, kurzlebigen Vergnügungen vorzubeugen. Ich denke auch, dass komplette Abstinenz nicht zwingend erforderlich ist. Die Dosis macht das Gift. Dass andere Drogen okay sind, sehe ich nicht so und wüsste auch nicht, wer das jemals irgendwo sagt. Hier und da mal etwas Neues zu probieren heißt ja nicht, dass das jetzt dauerhaft gemacht werden soll. Wer Drogen nimmt, um damit seinen Geist zu erweitern, dürfte wohl in der starken Unterzahl liegen. Wenn ich Drogen nehme, dann weil ich Bock auf die berauschende Wirkung habe. Wenn dabei aufgrund der bewusstseinserweiternden Wirkung für mich eine spannende Erkenntnis herausspringt, ist das ein nettes Addendum.

    Auch wenn du diesbezüglich grundsätzlich Recht hast, zitiere ich da einfach mal James Bond: "Sie essen zu viel rohes Fleisch, zu viel Weißbrot, und sie trinken zu viel trockene Martinis." - "Hm, dann werde ich das Weißbrot weglassen, Sir."

    Oder mit anderen Worten: Muss denn immer alles auf lange Sicht Sinn machen? Kann man nicht mal das hier und jetzt genießen, ohne dass es eine Vorteil für später bietet? Und nein, das soll nicht heißen, dass du das nicht tust. Das ist wieder absolut generell gemeint.

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Wer die Arbeit sinnvoll und effektiv verrichtet, hat langfristig mehr Spaß in seinem Leben und kann die Momente der Entspannung und Ruhe viel mehr genießen. 

    Hier würde ich dir gern widersprechen, kann es aber nicht. Das ist definitiv wahr.

     

    Am 27.11.2017 um 06:02 schrieb rsc:

    Vorne weg: Sehr geiler Beitrag insgesamt, vielen Dank dafür. Es freut mich zu sehen, dass hier ein paar Denkprozesse ausgelöst werden und dann ein so ausführlicher und durchdachter Beitrag dabei rumkommt!

    Danke, das freut mich! :)

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    vor 53 Minuten schrieb TheCree:

    Da wird der Masturbation doch ein viel zu hoher Stellenwert beigemessen. Ich hab schon öfter über längere Zeit, aus verschiedenen Gründen (meist auf Reisen und/oder keine Zeit) aufs Wischen verzichtet und da hat sich nie groß was geändert. Wobei, doch ich war fokussierter. Allerdings nur auf Titten und Ärsche. Und wenn man in der Bibliothek kaum mehr lernen kann, weil man die ganze Zeit nur ans Ficken denkt, dann macht es definitiv mehr Sinn, sich mal etwas Abhilfe zu verschaffen, um mal wieder nen klaren Kopf zu bekommen. Woher also diese Empfehlung kommt, dass man auf Masturbation verzichten soll, kann ich absolut nicht nachvollziehen.

    Damit hast du genau den Zweck der Empfehlung angesprochen. Dein Sexualtrieb wird (re-)aktiviert und du sprichst doch mal eine Frau an, statt dir einen zu "wischen" ;) Ist halt für Leute, die durch Dauerwichsen antriebslos sind.

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    vor 8 Stunden schrieb garret:

    Damit hast du genau den Zweck der Empfehlung angesprochen. Dein Sexualtrieb wird (re-)aktiviert und du sprichst doch mal eine Frau an, statt dir einen zu "wischen" ;) Ist halt für Leute, die durch Dauerwichsen antriebslos sind.

    Nein, falsch! Zum einen hab ich dadurch nicht mehrere Frauen angesprochen als sonst, denn nur weil ich horny bin wie sau, sinkt meine Ansprechangst nicht. Und abgesehen davon werde ich dann eher needy, als wenn ich sexuell entspannt bin. Außerdem versteh ich die Logik nicht. Warum sollte es meinen Sexualtrieb (re-)aktivieren, wenn ich nicht masturbiere? Die Tatsache, dass ich masturbiere zeigt doch, dass dieser bereits aktiv ist. Der Verzicht steigert höchstens meine Lust bzw. führt dazu, dass diese nicht "abgebaut" wird. Aber dann müsste ich ja auch auf Sex verzichten, denn dieser befriedigt ja noch mehr als Masturbation. Aber mein Game ist immer dann am besten, wenn ich Sex habe, weil ich dann jeglichen "Druck" dahinter verliere. Und die Leute sind nicht aufgrund von Dauerwichsen arbeitslos. Das hat ganz andere Gründe. Das Wichsen ist nur ein Symptom, nicht die Ursache. Natürlich sollte man nicht 24/7 an seinem Dödel rumspielen. Aber der Masturbation generell eine so lebensverändernde Rolle zu geben, macht in meinen Augen einfach keinen Sinn.

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    Du vermischst da allerdings ein paar Sachen.

    Grundsätzlich gesehen geht es um Fortpflanzung, richtig. Sex befriedigt ein tieferes Bedürfnis als Masturbation. Du sollst doch nicht auf Sex verzichten, um deine Lust (=Trieb) zu behalten, sondern auf Masturbation, um mehr Lust auf Sex zu haben.
    Wohin diese Lust fokussiert wird, muss jeder selbst lenken. Du magst es als needy sehen - was letztlich auch im Sinne der Natur ist, irgendwann nimmst du halt irgendein Weibchen -, für mich war es regelmäßig Antrieb, doch noch mal rauszugehen.

    Und dass du am entspanntesten gamest, wenn du regelmäßigen Sex hast, ist ja logisch. Deine Fortpflanzung ist gesichert.

    Ich sehe Masturbationsverzicht auch nicht als Allheilmittel z.B. gegen Arbeitslosigkeit (da ich Jobcoach bin musste ich hier schmunzeln, das werde ich mal meinen Coachees empfehlen). Da wir hier in einem Pickup-Forum sind, würde ich es jedoch grundsätzlich empfehlen. Nicht vier Wochen am Stück, aber besser als wenn man durch bequemes Pornogucken antriebslos ist und sich lieber schnell ein Filmchen anmacht, statt doch noch mal in den Club zu gehen.

    Weiteres Plus: Die Damen sind sehr dankbar, wenn man nach 1-2 Wochen nicht sehen inkl. Verzicht über sie herfällt wie ein ausgehungertes Tier.

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    Guten Tacho, Freunde. Ich will ehrlich sein. Heute habe ich keinen Bock, diesen Beitrag zu verfassen. Gerade schaue ich aus dem Fenster und denke mir "jope, die Sonne scheint und ich sitze hier vor meinem Laptop, nur weil ich mir vorgenommen habe, diesen verdammten Beitrag jeden Sonntag zu schreiben". Manchmal ist das aber so. In diesen Momenten entscheidet sich, aus welchem Holz du geschnitzt bist - oder so. Ach, was weiß denn ich. Schon mal als Ankündigung: Kommendes Wochenende gibt es keinen Beitrag. Ich habe mir extra zwei Tage freigenommen, um vier Tage lang konsequent an meinem Blog arbeiten zu können und bin dann hoffentlich fertig mit dem Design - zumindest vorerst. Ist mir ansonsten ein bisschen zu viel Schreiberei, ich schreibe jeden Tag irgendwie so zwischen 1-2 Stunden und für mehr reicht meine mentale Power aktuell noch nicht.

    Gewohnheiten - Teil 3

    Sport

    Bin so ein bisschen Sportjunkie, gerne auch 2x am Tag. Dieses Jahr habe ich Beachvolleyball, Yoga und Bouldern für mich entdeckt. Ansonsten gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und ab und zu laufen. Ab Frühling wird wieder richtig viel Beachvolleyball gespielt. Das heißt, dass ich aktuell noch relativ viel Zeit für das Fitnessstudio habe. Deswegen dachte ich mir, ich setze mir da mal wieder Ziele, weil ich seit Ewigkeiten auf der Stelle herumdümple. 

    Kraftwerte 1RM aktuell bei 81kg Körpergewichtl:

    • Schulterdrücken: 56kg
    • Bankdrücken: 100kg
    • Kniebeugen: 137kg
    • Kreuzheben: 149kg

    Kraftwerte Ziel 1RM bis 1.3.2018:

    • Schulterdrücken: 62, 5
    • Bankdrücken: 110kg
    • Kniebeugen: 150kg
    • Kreuzheben: 165 kg

    Sollte machbar sein. Mal schauen.

    Jeden Tag am Blog arbeiten

    Liegt momentan sehr viel Fokus drauf. Macht mir einfach tierisch Spaß. Eigene Texte zu schreiben ist ja die eine Sache. Das ist aber noch lange nicht alles. Um das Ding in Umlauf zu kriegen, muss man schon ein bisschen Arbeit reinstecken. Ich gehe da sehr strukturiert an - schaue mir erfolgreiche Blogs an, schaue, was sie richtig machen. Gucke mir an, ob ich das bei mir übernehmen und meinen eigenen Stempel aufdrücken kann. Im Prinzip gehe ich vor, wie ich das auch auf der Arbeit tun würde. Ich schaue mir die besten Leute an und betrachte im Detail, wie sie vorgehen. Das versuche ich dann für mich zu verallgemeinern. Beiträge bei erfolgreichen Blogs sind meistens ähnlich strukturiert und aufgebaut. Ansonsten geht viel über Networking. Da forsche ich gerade ein bisschen, wie ich effektiv und schnell networken kann. 

    Keine Zigaretten

    Vor viereinhalb Monaten habe ich aufgehört Zigaretten zu rauchen. Läuft gut und bin auch nicht rückfällig geworden, obwohl ich hier und da auch betrunken war. Das Verlangen ist tatsächlich im Alltag auf 0 zurückgegangen. Höchstens nach ein paar Bier kriege ich einen kleinen Moment lang Lust, aber das verfliegt dann auch genauso schnell wieder. 

    Die Leserzahlen steigen langsam, aber stetig

    Da ist noch gaaaanz viel Luft nach oben. Ich intensiviere meine Aktivitäten und Bemühungen hinsichtlich der Leserzahlen nun vermehrt. Hier werde ich vermutlich eine Weile mit meinen Bemühungen in Vorleistung gehen müssen, ehe ich da riesige Anstiege in den Leserzahlen erwarten darf. Aktuell wissen auch nur drei meiner Freunde von dem Blog. Alleine in der Hinsicht habe ich noch riesiges Potenzial. Ich will in diesem Monat den Blog richtig auf Vordermann bringen und ab Januar rühre ich dann richtig die Werbetrommel. Zum Glück bin ich geduldig und muss nicht alles sofort haben. Facebook sehe ich potenziell als meinen größten Katalysator. Ich bin äußerst gespannt!

    Beruflich läuft es top

    Das Mitarbeitergespräch mit meinem Chef hat mir aufgezeigt, dass ich auf einem sehr guten Weg bin. Ich lege eine außergewöhnlich schnelle und steile Entwicklung hin. Zurückführen kann ich das unter anderem auf drei Faktoren: Speedreading, 10-Finger-Schreiben und Getting Things Done. Heute bin ich zeitlich etwas knapp unterwegs. Beim nächsten Beitrag gehe ich dann etwas detaillierter auf die drei Punkte ein. 

    Wo bleiben die MädelzZz?

    Ohhh neiiin, ich hatte das letzte Mal vor etwa zwei Monaten Sex, ALAAARM! Ach, ist schon ganz interessant zu sehen, wie wenig Antrieb ich momentan in die Richtung habe. Wobei ich sagen muss, dass mich ein Mädel derzeit reizt. Ich weiß nicht, ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Ich könnte sie ja mal fragen, ob sie Lust auf ein Treffen mit mir hat. Wäre aber wohl zu einfach oder so - sagt zumindest mein Kopf. Vielleicht überwinde ich mich kommende Woche dazu. Menno, warum setzen die sich nicht einfach auf meinen Schoß, ohne dass ich was tun muss.

    Diese Woche gelesene Bücher 

    Tjo. Gerade lese ich 4 Bücher parallel und habe daher diese Woche kein Buch fertig gelesen. Zusammenfassungen folgen dann beim nächsten Mal wieder

    Die Tücken der eigenen Perspektive

    Kennst du das Gefühl, wenn du...

    • von Menschen Kritik bekommst, die du nicht nachvollziehen kannst?
    • jemanden kritisierst, nur um dann festzustellen, dass der Kritisierte kein Verständnis dafür hat?
    • für etwas verantwortlich gemacht wirst, bei dem dich eigentlich keine Schuld trifft?
    • jemanden kritisiert und später festgestellt hast, dass du eigentlich im Unrecht warst?
    • unter Schnappatmung nach Argumenten suchst, warum du so und so gehandelt hast oder das und das getan hast?
    • dich nach einer deiner Meinung nach gerechtfertigten Kritik in einer Diskussion wiederfindest, die sinnloser kaum sein könnte?

    Dann geht es dir so wie mir.

    Irgendwie scheint der Mensch nicht dafür gemacht zu sein, kritisiert zu werden. In uns ist einprogrammiert, auf Kritik mit Selbstverteidigung oder Gegenangriff zu reagieren. Pisst uns einer ans Bein, dann versuchen wir postwendend zurückzupissen. Dass das in einer Sauerei endet, muss ich dir nicht vormalen. Wer meine Malkünste kennst, der weiß, dass ich es auch ohnehin nicht könnte.

    Aus irgendeinem Grund haben wir das in uns drin, Schuldzuweisungen und Kritik austeilen zu wollen. Wir brauchen einen Verantwortlichen. Das ist nur selten zielführend. Warum also nicht einen anderen Weg gehen und Verständnis aufbringen, indem wir das tun, was der Mensch gemeinhin viel zu selten tut.

    Gehen wir doch hin und wieder einen Schritt zurück und wechseln die Perspektive.

    Urteile nicht über jemanden, in dessen Schuhe du nicht einen Tag gelaufen bist. Wenn wir einen Moment lang unsere eigene Perspektive verlassen, dann erschließen sich uns neue Möglichkeiten. Versuche dich einmal bewusst in deinen Gegenüber einzudenken und zu verstehen, warum er handelt, wie er handelt.

    • Welche Details und Hintergründe sind dir bekannt?
    • Gibt es vielleicht etwas, das du noch nicht weißt?
    • Vielleicht kann er dir ja dabei helfen, dass du seinen Standpunkt besser verstehst?

    Wäre es nicht besser, Dinge, die wir nicht wissen, zu erfragen, statt mit einer vorgefertigten Meinung in den Angriff überzugehen?

    Am Ende sitzen wir doch alle im gleichen Boot.

    Keiner hat Lust darauf, dass man sich gegenseitig den Kopf einschlägt. Damit ist auch keinem geholfen. Lasst uns den anderen die Hand reichen und ihnen zeigen, dass wir Verständnis für sie haben. Wer gibt, der wird erkennen, dass ihm auch häufig gegeben wird. Genau das gleiche Prinzip gilt auch hier. Gib dir Mühe dabei, die Beweggründe des Gegenübers zu verstehen. Du wirst dich dann erkennen, dass die Menschen auch bestrebt sind, deine Beweggründe zu verstehen.

    Gebt und euch wird gegeben.

    Versteht und ihr werdet verstanden.

    Cheers,
    rsc

    Edited by rsc

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    Scheiß doch auf die Meinung der anderen

    Hin und wieder darf ich auf die Kacke hauen. Das wurde mir in zumindest in der Schule so beigebracht. Ok, war gelogen, aber es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, als mir Shakespeare ins Gehirn zu pflastern. Deswegen quarke ich an diesem schönen Tag so daher, wie mir der Mund gewachsen ist. Das ist auch gut so. Heute könnte es  daher ein klein wenig vulgärer als sonst werden. Die seichten Gemüter mögen sich bitte an der Stelle zurückziehen. Alternativ könnt ihr euch auch in Sanftmut üben und mir meine fehlende Kinderstube verzeihen.

    Also dann. Heute wollen wir uns ansehen, wie viel wert die Meinung der anderen Menschen eigentlich ist. Vorne weg gebe ich dir schon mal einen Hinweis: gar nicht mal so viel. Um es mit den Worten meines weisen Freundes Ugufad Afbeba El Avisi Rimbalabuddha auszudrücken: „Wenn mir einer sacht, dass ick wat nicht kann, dann setz ick mich einfach auf den drauf und mach et dann trotzdem. Probleme lösen… – dit kann ick.“

    Ja ich weiß, diese Problemlösungsstrategie ist nicht unbedingt alltagstauglich, aber ich will Wege aufzeigen! Du siehst schon, heute bin ich ein Rebell, nicht mal vor einer grünen Ampel mache ich Halt. Wer will mich denn schon aufhalten, hä? Normalerweise halte ich mich mit persönlichen Erfahrungen und Geschichten zurück, heute allerdings nicht – heute werde ich zum Geschichtenerzähler.

    Stellt euch also vor, ich sähe ungefähr so aus wie auf diesem Foto. Ich bin der Gunther. In meinem Bart trage ich die kumulierte Weisheit der Welt. Wenn ich rede, schweigst du. Wenn ich schweige, schweigt die Welt mit mir. Du siehst, ich bin äußerst weise. Aus diesem Grund solltest du meinen Worten gut lauschen, denn vielleicht verändern sie deine Welt – vielleicht sind sie aber auch nur so sinnvoll wie das Tragen von Socken in Sandalen. Je mehr ein Mann weiß, desto mehr erkennt er auch, wie wenig er weiß und wie oft er falsch liegt. Boom. Weisheit umsonst! 

    In unserem Leben werden wir hin und wieder mit Situationen konfrontiert, in denen uns Leute etwas ausreden wollten. Niemandem davon möchte ich böswillige Beweggrunde unterstellen. Genau deswegen sind diese Geschichten auch so wichtig für mich. Ich glaube nicht daran, dass Menschen uns absichtlich Steine in den Weg legen. Stattdessen glaube ich fest daran, dass jeder zu jedem Moment seines Lebens versucht, nach seinem besten Wissen und Gewissen zu handeln. Ja, hin und wieder bleibt es beim Versuch. Das ist menschlich. Daher bringt mir Groll in der Hinsicht auch nichts. Lasst uns daher versuchen, aus jedem Stein, der uns in unserem Leben in den Weg gelegt wird, etwas Sinnvolles zu erschaffen.

    Ich möchte Ihnen dringend davon abraten.

    Als ich 16 war, lief es in meinem Leben drunter und drüber. Die Pubertät hinterlässt gerne mal Baustellen. Mädels werden interessanter, der Alkohol hält Einzug ins Leben, ein gewisser Drang zu rebellieren kommt zum Vorschein. Davon bin auch ich nicht verschont geblieben. Irgendwann wirkte sich das immer stärker negativ auf meine schulischen Leistungen aus. Ich war immer weit davon entfernt, ein vorbildlicher Schüler zu sein. In dieser Zeit jedoch nahm das ganze Züge an, die nicht mehr im Rahmen waren. Ich war kurz davor, sitzen zu bleiben. Gratulation, Prost Mahlzeit.

    So weit, so gut. Nun gab es scheinbar einen Lehrer, der irgendetwas in mir gesehen hat, das ich selbst noch nicht zu sehen vermochte. Dieser Lehrer hatte recht viel Einfluss. Die genauen Hintergründe sind mir nicht wirklich bekannt, deswegen kürze ich das Ganze mal ab: Es wurde gemutmaßt, dass meine Leistungen aus Unterforderung eingebrochen sind. Daher wurde mir ans Herz gelegt, doch eine Klasse zu überspringen.

    Rums. Erst war ich kurz davor, eine Klasse wiederholen zu müssen. Im nächsten Moment war genau das Gegenteil der Fall und ich sollte überspringen. Was in aller bärtigen Dreiheiligkeit ging hier vor sich? Was sollte ich davon halten? Ich war einfach nur hochgradig irritiert. Was für eine kernbehinderte Situation.

    Nun waren allerdings ein Lehrer nicht der Meinung, ich sei überfordert. So kam es dann, dass eines Tages – ich war mir selbst noch nicht sicher, wie ich mit der Situation umgehen sollte – ein Lehrer auf mich zukam und die folgenden Worte sprach: „Ich habe gehört, sie möchten überspringen. Ich möchte ihnen dringend davon abraten. Ich glaube nicht, dass sie das Zeug dazu haben.“

    Rums. Das ist genau das, was ein mit seinem Selbstbewusstsein hadernder 16-Jähriger schüchterner Junge hören möchte. Im Übrigen auch in höchstem Maße pädagogisch sinnvoll, jemandem so etwas vor den Latz zu knallen. Da hatte ich ihn also, meinen John Travolta Moment.

    So stand ich da und ließ mir alles durch den Kopf gehen. Ich hatte keine Ahnung, welcher Weg der richtige war. Rausfinden konnte ich es nur, indem ich mich für einen der Wege entschied und ihn konsequent ging.

    Das tat ich dann auch. Ich nahm den Weg des höheren Widerstandes, ich übersprang die Klasse. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Soll ich dir sagen, warum? Dieses Erlebnis hat mich gelehrt, dass es immer mehr als eine Meinung gibt. Es gibt immer den einen, der sagt, dass Nutella mit Butter zu viel des Guten ist. Gleichzeitig gibt es aber auch den anderen, der sagt, dass Nutella mit Butter der Wahnsinn ist.

    Und scheiße, manchmal hast du eben das Gefühl, dass dir jemand vor die Karre tritt – so wie mein Lehrer, der mir sagte, ich hätte nicht das Zeug dazu. Aber was bringt es mir, ihm böse Absichten zu unterstellen? Was bringt es mir, im Detail darüber nachzudenken? Vielleicht wusste er gar nicht, was er in dem Moment sagte. Vielleicht hatte er an diesem Tag nur andere Dinge im Kopf und war nicht auf dem Höhepunkt seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit. Vielleicht – nein, wahrscheinlich(!) –  würde er sich nicht einmal an dieses Ereignis erinnern, wenn ich ihn darauf anspräche.

    "Du wirst nicht viel erreichen, wenn du immer auf die Zweifel der Menschen hörst."

    Wenn dir jemand seine Meinung mitteilen möchte, dann höre ihm zu. Lehne nicht alles kategorisch ab. Sei dir aber auch der Tatsache gewahr, dass Menschen fehlbar sind. Manchmal sprechen Menschen zwar scheinbar mit dir, benutzen dich tatsächlich aber nur als Spiegel – auf einer Metaebene reden sie mit sich selbst. Was sie dir mitteilen, muss mitunter nicht einmal etwas mit dir zu tun haben. Hin und wieder sind wir in Ermangelung gerade verfügbarer Optionen auch einfach das einzige Medium, dem sie sich mitteilen können. Ich habe mir angewöhnt, mir immer diese fünf Fragen zu stellen, wenn jemand versucht, mir meine Vorhaben auszureden oder mir negative Gedanken einzureden:

    • Hat er/sie selber Ahnung von dem Bereich, um den es hier geht?
    • Projiziert er/sie hier gerade eigene Ängste/Sorgen/Erlebnisse auf mich?
    • Führt er/sie die Art von Leben, die ich selbst für mich als erstrebenswert erachte?
    • Was würde ich jemandem raten, der das gleiche Vorhaben hat wie ich?
    • Was würde ich tun, wenn ich keine Angst vor dem Scheitern hätte?

    Diese Fragen helfen mir dabei, für mich selbst eine Entscheidung zu treffen, mit der ich gut leben kann. Ob es die beste Entscheidung ist, kann ich im Vorhinein ohnehin nicht wissen.

    Das schaffst du doch niemals.

    Drei Jahre später stand ich vor einer neuen Herausforderung. Das Abitur stand vor der Tür. An sich ist das eine entspannte Sache, wenn mit ihm nicht eine ganz entscheidende Frage einherginge: „Was mache ich danach?“ Wir leben in einer Zeit, in der uns tausende von Optionen zur Verfügung stehen. Leider sind wir Menschen so gestrickt, dass wir uns von zu vielen zur Verfügung stehenden Optionen lähmen lassen. So erging es auch mir.

    Ich durchstöberte das Internet und alle möglichen Broschüren nach der zündenden Idee. Eine lange Zeit lang blieb diese erhoffte Idee aus, der Frust wuchs zunehmend. Wenn es nach meinen Eltern gegangen wäre, dann wäre ich Lehrer geworden. Die Idee schien mir sogar ganz angenehm, aber so wirklich überzeugen konnte sie mich nicht. Irgendwann erzählte mir dann ein Freund, er wolle Wirtschaftsinformatik studieren. Klang irgendwie spannend. Also informierte ich mich darüber und fasste letztlich den Entschluss, dass ich es auch studieren möchte.

    Nun sind wir ja keine isolierten Wesen, sondern sprechen auch miteinander. So kam es dann, dass ich irgendwann in einer Gesprächsrunde mit ein paar Mitschülern saß. Wir unterhielten uns angeregt über den bevorstehenden Abiturausflug. Nach und nach schwappte das dann über in ein Gespräch über unsere Zukunftspläne. Ein Mitschüler fragte mich, was ich jetzt nach dem Abitur machen wolle. Wirtschaftsinformatik studieren. „Was? Du? Du bist doch voll scheiße in Mathe und der Studiengang richtig hart. Das schaffst du doch niemals!“

    Rums. Das hört das Herz doch gerne. Da schlägt man sich als Jugendlicher wochenlang mit existenziellen Fragen herum und entscheidet sich endlich für einen Weg, nur um dann so eine Breitseite reingedrückt zu bekommen. Teenager können totale Ottos sein. Wenn hier ein Otto mitliest – nichts für ungut! Mit meinem Namen sollte ich ohnehin keine Steine werfen. Jedenfalls hat mich dieser Mitschüler sehr ins Wanken gebracht. Zweifel bauten sich in mir auf. Irgendwo hatte er auch Recht, meine Matheleistungen waren in den letzten Jahren unterdurchschnittlich. Mit dem Wissen, dass mein Mitschüler über mich hatte, war diese Aussage gar nicht abwegig.

    "Keiner hat bis jetzt sein Augenlicht geschädigt, weil er auf die positive Seite des Lebens geblickt hat."

    Dann erinnerte ich mich an die Geschichte mit dem Lehrer, der mir drei Jahre zuvor gesagt hätte, dass ich nicht das Zeug dazu hätte, zu überspringen. Damals hatte ich mir selbst beweisen können, dass ich sehr wohl das Zeug dazu hatte. Genau das gleiche wollte ich auch dieses Mal tun. Mir war bewusst, dass ich mich zusammenreißen musste. Mit der Arbeitseinstellung, die ich zu Schulzeiten hatte, würde ich im Leben sonst noch häufiger Probleme bekommen. Kürzen wir das Ganze mal ab. Das Studium habe ich durchgezogen. Es ging erstaunlich leicht von der Hand.

    Was habe ich daraus gelernt? Input von anderen Menschen ist gut und wichtig. Diese Zweifel, die mein Mitschüler geäußert hat, haben mich darauf hingewiesen, dass ich meine Arbeitseinstellung überdenken sollte. Sie haben mir auch meinen Status Quo bewusst gemacht. Ohne diese Zweifel wäre ich vielleicht nicht so fokussiert in das erste Semester des Studiums gestartet. Diese geäußerten Zweifel waren genau das, was ich zu dieser Zeit brauchte. Ich habe gelernt, dass jede Aussage auch eine wertvolle Information für mich bereithalten kann, so ich sie denn sehen möchte.

    Ja genau, träum weiter.

    Mit 21 hatte ich die Idee, meinen ersten Marathon zu laufen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht einmal einen Halbmarathon gelaufen, aber ich dachte mir: Wenn ich das schon mache, dann richtig. Natürlich waren meine Freunde etwas skeptisch, als ich ihnen von diesem Entschluss erzählte. „Wie willst du das denn schaffen? Träum weiter, du bist ja noch nicht einmal einen Halbmarathon gelaufen.“

    Was wäre aus mir geworden, wenn ich nicht immer genötigt gewesen wäre, Respekt vor anderen zu haben. – Johann Wolfgang von Goethe

    Ich habe in dem Alter aber schon begriffen, dass diese Zweifel immer kommen werden. Wenn niemand jemals deine Handlungen anzweifelt, dann wagst du auch nichts. Deswegen habe ich gelernt, das als gegeben zu akzeptieren. Du kannst nicht jeden Menschen auf dieser Welt verändern. Dafür kannst du dich selbst ändern. Sieh dich als ein Fenster, durch das du die Welt betrachtest. Wenn du dich selbst sauber und rein hältst, wirst du auch eher Menschen in dein Leben ziehen, die an dich glauben und zu dir stehen. Wahre Freunde sind sehr kostbar im Leben. Die Afrikaner sagen nicht umsonst, dass man einen wahren Freund auf beiden Händen tragen sollte.

    Den Marathon bin ich im Übrigen gelaufen. Ja, ich bin 820 Tode währenddessen gestorben. Das Gefühl danach war aber der Wahnsinn und die Mühe wert.

    Der Esel, der Vater und der Sohn

    Abschließend möchte ich noch diese Geschichte mit euch teilen. Sie stammt aus dem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian. Es geht darum, dass wir es nicht jedem recht machen können.

    Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.

    „Der arme kleine Junge“, sagte ein vorbeigehender Mann. „Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”

    Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

    Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.

    „Ja, gibt es sowas?“, sagte eine alte Frau. „So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!“

    Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: „Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?“

    Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Egal, was wir machen“, sagte er, „es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!“ Der Sohn nickte zustimmend.

    Ich lasse mir sicher von niemandem mehr einreden, dass ich etwas nicht könnte.

    Bis Sonntag :-)

    Cheers,
    rsc

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    Silvester rückt immer näher. Während der geübte Pickupper sich in der Frauenschutzzone auf Beutejagd begibt, tippe ich hier meine Zeilen und harre in freudiger Erwartung der spannenden Zeiten, die vor uns allen liegen. Einen guten Rutsch wünsche ich schon mal euch allen. Möget ihr ausrutschen, auf eurer Traumdame landen und süße Liebe machend gemeinsam ins neue Jahr reiten. 

    Am 10.12.2017 um 14:41 schrieb rsc:

    Wobei ich sagen muss, dass mich ein Mädel derzeit reizt. Ich weiß nicht, ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Ich könnte sie ja mal fragen, ob sie Lust auf ein Treffen mit mir hat. Wäre aber wohl zu einfach oder so - sagt zumindest mein Kopf. Vielleicht überwinde ich mich kommende Woche dazu.

    Es kommt dann doch immer anders, als man denkt. Ich habe mich nicht überwinden können. Stattdessen hat sie dann die Zügel in die Hand genommen und mich gefragt, ob ich mit ihr in eine Kneipe will. Fand ich nett, habe mich ein bisschen wie eine Prinzessin gefühlt. Sie hat die Uhrzeit, die Location und den Sitzplatz gewählt - und unser Bier bezahlt. OH MEIN GOTT, BIN ICH NOCH ALPHA, WAS SOLL ICH IHR JETZT SCHREIBEN, SIE HAT IHREN WHATSAPP STATUS GEÄNDERT VON "grüne Erbsen reifen nie" auf "reifen grüne Erbsen nie?". DA IST EIN FRAGEZEICHEN. HAT SIE EINEN ANDEREN?

    Spaß beiseite. Der Abend mit ihr war sehr angenehm. Sie weiß ganz genau, wie sie sich als Frau interessant macht. Sie kann flirten. Sexuelle Spannung war da. Geküsst haben wir uns nicht. Machen wir aber dann beim nächsten Mal glaube ich? Haha. Jetzt ist es an der Zeit für mich, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen. Bin ja schließlich der Kerl. Wenn sie aus ihrer Heimat zurückkehrt, schlage ich ihr mal ein Treffen vor.

    Gewohnheiten - Teil 4

    Kein Alkohol

    Damit ist kein kompletter Verzicht gemeint. Als ich das erste Mal Alkohol getrunken habe, war ich 11. Bisschen früher als nötig, aber ändern kann ich es nicht. Ich habe schon immer relativ viel Alkohol getrunken. Es gab Zeiten, da habe ich auch mal alleine zuhause ein Bier zur Entspannung getrunken. Das ist zum Glück schon lange nicht mehr der Fall. Nichtsdestotrotz ist das hier ein Thema, wo ich ein bisschen aufpassen muss, weil Alkoholismus bei uns in der Familie recht weit verbreitet ist - interessanterweise schaffen es aber alle Betroffenen, ihren sozialen Verpflichtungen nachzukommen. Ich gehe davon aus, dass eine gewisse genetische Prädisposition bei mir vorliegen könnte, deswegen habe ich mich auch intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Damit will ich nicht meinen Konsum rechtfertigen, sondern nur erklären, warum ich in diesem Bereich aufmerksam bleiben möchte.

    Der Punkt "Kein Alkohol" bezieht sich insbesondere darauf, dass ich nicht "aus Versehen" trinken möchte. Wenn ich trinke, dann zu besonderen Anlässen und nicht einfach so, weil wegen macht man halt so.

    Keine Kopfhörer

    Bezieht sich nur darauf, dass ich unterwegs nicht immer mit Kopfhörern durch die Gegend latsche. Ich will die Welt wahrnehmen und nicht in meiner eigenen Blase sein. Es ist ein bisschen besorgniserregend, wie viele Menschen nicht mehr ohne Kopfhörer überhaupt das Haus verlassen können.

    Keine Pornos

    Hier ist nicht viel Erklärungsbedarf. Pornos sind geil, ja. Die daraus entstehenden Nachteile überwiegen bei Weitem die Vorteile. Also Schluss mit dem Quark. Lieber habe ich im echten Leben Sex, vorzugsweise mit Frauen.

    Kein Fleisch

    Ist schnell erklärt. Ich habe Ende Juli aufgehört Fleisch zu essen. Das hat keine ethischen Gründe oder so. Nach einem recht exzessiven Partyurlaub habe ich mich etwas ekelig gefühlt. Ein paar Tage lang habe ich dann nur sehr leichte Kost gegessen, also auch auf Fleisch verzichtet. Mir ging es ziemlich schnell erstaunlich gut. Also dachte ich, ich lasse mal das Fleisch komplett aus meiner Ernährung weg und schaue, ob ich es vermisse. Ich vermisse es tatsächlich nicht und das, obwohl ich in einem Haushalt groß geworden bin, wo jeden Tag Fleisch gegessen wurde. Ich dachte immer, ich sei der letzte Mensch, der zum Vegetarier wird. Tja, so kann das Leben manchmal spielen.

    Speed Reading

    Ich kann es immer noch nicht fassen, ehrlich. Es ist mir schlicht und ergreifend schleierhaft, warum dieses Wissen so wenig verbreitet ist. Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit Speed Reading beschäftigt. Ich habe mir das Buch "Speed Reading - Schneller lesen - mehr verstehen - besser behalten" von Tony Buzan gekauft und durchgelesen. Woah. Woah. Einfach nur woah. Die meisten Menschen können 200-400 Wörter pro Minute lesen, wobei die 400 Wörter eher für sehr viel lesende Akademiker gelten.

    Ich selbst lag bei 350 Wörtern pro Minute, bevor ich das Buch gelesen habe. Mittlerweile konnte ich mit Hilfe simpler Techniken meine Lesegeschwindigkeit fast verdoppeln. Verdoppeln habe ich gesagt? Ja, habe ich gesagt. Und das, ohne Einbußen im Textverständnis zu haben. Das ist kein blödes Verkaufsgelaber hier von mir. Ich habe nichts davon, euch hier Mist aufzuschwatzen.

    Eine der besten Investitionen meines Lebens. Wenn ihr das Buch kauft, solltet ihr aber nicht alles für bare Münze nehmen. Mit seinen Werten und Zahlen übertreibt der Tony Buzan etwas. Euch sollte auch bewusst sein, dass die Studien, von denen im Buch die Rede ist, teilweise Unsinn sind und wissenschaftlichen Standards nicht gerecht werden. Auch denke ich bei einigen Techniken, dass sie für die meisten Menschen nicht so funktionieren, wie er das erzählt.

    Für mich haben diese 5 Punkte hier bisher am meisten bewirkt:

    Weniger Fixierungen pro Zeile

    Statt immer die ganze Zeile zu lesen, reicht es aus, bestimmte Wortgruppen mit den Augen zu fixieren. Das Hirn kann 3-5 Wörter problemlos gleichzeitig verarbeiten. Ist anfangs ungewohnt, keine Frage. Du gewöhnst dich allerdings recht schnell daran.

    Kürzere Fixierungszeiten

    Hier geht es um die eben genannten Fixierungen. Statt Wortgruppen beispielsweise eine Sekunde lang zu fixieren, fixierst du sie eben nur eine halbe Sekunde. Am Anfang wirst du womöglich weniger verstehen, wenn du die Fixierungszeiten verkürzt. Mit der Zeit pendeln sich das ein.

    Mehr Abstand zum Buch

    Wenn du mit weniger Fixierungen arbeitest, ist es sinnvoll, mit dem Kopf nicht zu nah am Buch zu sein. Je weiter das Buch weg ist, desto mehr Informationen kannst du in einem Moment aufnehmen. Optimal sind etwa 50 cm Abstand. So ist der Text weit genug entfernt, um viele Informationen aufnehmen zu können, gleichzeitig aber noch nah genug, um den Text noch vernünftig erkennen zu können.

    Regression und Rücksprünge vermeiden

    Gerade langsame Leser neigen dazu, häufiger im Text zurückzuspringen, wenn sie etwas nicht verstehen oder Angst haben, eine Information nicht richtig aufgenommen zu haben. Das ist auch teilweise der Tatsache geschuldet, dass sie viel zu viele Fixierungen pro Zeile haben. Das stört den Lesefluss unheimlich. Versuche Rücksprünge zu vermeiden. Die gewonnene Zeit kannst du dann hinterher nutzen, um den Text noch mal zu lesen.

    Bei leichten und mittelschweren Texten zwei Zeilen auf einmal lesen

    Klingt ziemlich krass, wenn man es noch nicht gemacht hat. Je nach Textgröße und Schwierigkeitsgrad des Textes funktioniert das erstaunlich gut. Unser Hirn nimmt wesentlich mehr Informationen auf, als wir vermuten würden.

    10-Finger-Schreiben

    Wir alle nutzen in unserem Leben Tastaturen. Wahrscheinlich nutzen die meisten von uns sogar täglich eine Tastatur. Trotzdem kann so gut wie keiner wirklich mit zehn Fingern tippen. Das finde ich total erstaunlich, weil es super leicht zu lernen ist. Gerade wenn ihr einen Bürojob habt und täglich mit Computern arbeitet, dann habt ihr hier ein ungeheures ungenutztes Potenzial. Mir fallen auf die Schnelle kaum Dinge ein, die so wenig Aufwand zum Erlernen erfordern und gleichzeitig so viel Zeitersparnis ins Leben bringen. Ich persönlich hatte das Glück, dass uns das in der Schule im Rahmen des Informatikunterrichts beigebracht wurde, als ich 13 war. 

    Zitat aus Wikipedia: "Geübte Zehnfingerschreiber erreichen bei einem 10-Minuten-Test 200 bis 400 Anschläge pro Minute. Als physisch maximal erreichbare Höchstgrenze gelten 750 Anschläge pro Minute."

    Das sagt Wikipedia zum Thema Anschläge pro Minute. Ich nehme an, dass diese Zahlen für "richtige" Texte gelten, also nicht für sinnlose Aneinanderreihungen von Wörtern ohne Kommata und Punkte. Wenn ihr mal sehen wollt, wie schnell ihr tippt, könnt ihr das hier versuchen: https://10fastfingers.com/typing-test/german

    Mal so zum Vergleich: Als ich den Test das erste Mal gemacht habe, hatte ich 812 Tastaturanschläge in 1 Minute. Wenn ihr 600 Anschläge oder mehr schafft, seid ihr schon gut und das Thema ist nicht so relevant für euch. Landet ihr deutlich darunter, kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen, euch mit dem Thema zu befassen. 

    Das kann sich jeder Mensch selbst beibringen. Das Prinzip ist total simpel. Du positionierst deine Hände auf der Tastatur so, dass dein linker Zeigefinger auf dem "F" liegt und dein rechter Zeigefinger auf dem "J". Das ist die Ausgangsposition. Wenn ihr mal über die Tasten "F" und "J" streicht, werdet ihr merken, dass da eine kleine Erhebung ist. Die ist dafür da, dass ihr immer wisst, wo ihr euch auf der Tastatur befindet. Ihr müsst also nicht mal auf die Tastatur gucken, um herauszufinden, wo die beiden Tasten sind. Cool, oder?

    Der Rest ist ziemlich simpel. Die Tastatur ist in Bereiche unterteilt. Jeder Finger ist für einen bestimmten Bereich zuständig. Ist auf der Grafik ganz gut zu sehen. Das ist die ganze Magie. Am Anfang mag das noch anstrengend sein. Ist wie Autofahren lernen, nach 2-3 Wochen hast du das komplett drin und tippst schneller als 90% der Leute. Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf.

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    Getting Things Done

    Wenn ihr in einem Beruf tätig seid, der viel Selbstorganisation erfordert, kauft euch das Buch. Das hat mir eine erstaunliche Menge Stress aus meinem Arbeitsalltag genommen. Das hier zusammenzufassen, würde euch allerdings meiner Meinung nach nicht viel bringen. Die Aha-Momente kriegt ihr viel eher, wenn ihr das Buch lest. Der Kerngedanke ist, Informationen so aufzubereiten und zu verwahren, dass dein Gehirn entlastet wird. Wir neigen zu sehr dazu, dem Gehirn alle möglichen Sachen aufzubürden, bei der uns die Technik Abhilfe schaffen könnte. "Your mind is for having ideas, not holding them."

    Gelesene Bücher

    Bronnie Ware - 5 Regrets of the Dying (229 Seiten, Englisch)

    Vor ein paar Tagen bin ich beim Durchstöbern meiner Bücher auf dieses Schmuckstück gestoßen, welches ich vor ein paar Monaten gelesen habe. Da ich es damals unheimlich interessant fand, dachte ich mir, dass ich es hier mit euch teilen sollte. Das Buch hat meinen Horizont erweitert. Ich denke, dass wir alle ein klein wenig aus den Geschichten lernen können.

    In dem Buch geht es um den Lebensweg der Autorin Bronnie Ware. Sie arbeitet jahrelang in einer Bank. Dabei spürt sie immer wieder tief in ihr, dass es nicht wirklich das ist, was sie tun will. Eines Tages - sie ist mittlerweile Ende 20 - fasst sie den Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann. Sie kündigt ihren Job. Einen Teil ihres Hab und Guts verkauft sie oder verschenkt es an Freunde, um dann durch die Welt zu ziehen.

    Irgendwann beginnt Bonnie, als Palliativpflegerin zu arbeiten. Dabei begleitet sie viele Menschen in den letzten Stunden, Tagen, Wochen und Monate ihres Lebens. Die Erkenntnisse, welche diese sterbenden Menschen in ihren letzten Stunden haben, hat Bonnie gesammelt und die fünf häufigsten mit Geschichten und Erzählungen zusammengefasst. Einige der Geschichten sind unheimlich herzerwärmend.

    "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben"

    Die Geschichte von Grace ist herzzerreißend. Sie hat früh das getan, was von ihr erwartet wurde: geheiratet, Kinder gekriegt und ihr Leben ihrem Mann und ihren Kindern gewidmet. Leicht hatte sie es dabei nicht, denn ihr Mann hat sie ständig tyrannisiert. Als ihr Mann in ein Pflegeheim eingewiesen wird, sieht Grace Licht am Ende des Tunnels. Sie kann nun endlich all die Dinge tun, die ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten verwehrt geblieben sind...denkt sie zumindest. Kurze Zeit darauf wird sie todkrank und bettlägerig. All die Dinge, die sie Zeit ihres Lebens machen wollte und doch nicht getan hat, weil sie gemäß den Erwartungen anderer Menschen gelebt hat...

    "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet"

    Sein Leben lang hat John fleißig gearbeitet, um gutes Geld nach Hause zu bringen. Er war alt und seine Frau Margaret bat ihn wiederholt, endlich in Rente zu gehen, um Zeit mit ihm verbringen zu können, Geld hatten sie ohnehin genug. Er war noch nicht bereit dafür und wollte es nicht. Irgendwann ließ er sich schließlich endlich dazu breitschlagen, in Rente zu gehen. Leider kam diese Entscheidung zu spät. Margaret wird krank und stirbt. Kaum etwas wird so häufig von Männern bereut wie zu viel gearbeitet zu haben - insbesondere, wenn ohnehin Geld im Überfluss vorhanden ist.

    "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken"

    Jozsef ist ein Überlebender des Holocaust. Von der schweren Zeit gezeichnet, hat er es in seinem Leben nie mehr wirklich geschafft, sich seinen Mitmenschen emotional zu öffnen. Seine eigene Familie kannte ihn nicht, weil er sich emotional zurückzog und nur noch auf einer informativen, nicht jedoch einer emotionalen Ebene mit den Menschen kommunizierte. Er bereut, dass ihn seine Familie niemals wirklich gekannt hat.

    "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten"

    Über die Jahre können wir einander aus den Augen verlieren. Mitunter kann es Arbeit und Aufwand bedeuten, den Kontakt zu seinen Freunden aufrechtzuerhalten. Nichts ist jedoch so schmerzlich, wie in seinen letzten Stunden zu erkennen, dass keine Freunde mehr da sind, die sich wirklich für einen interessieren könnten. Viel zu oft räumen wir diesen Freundschaften nicht den Stellenwert in unserem Leben ein, den sie verdient hätten. Lasst uns klüger sein. Lasst uns den Menschen, die uns wichtig sind, zeigen, wie wichtig sie uns sind.

    "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein"

    Wenn sie doch nur früher erkannt hätte, dass sie die freie Wahl hat. Kein Mensch ist gezwungen, auf alle Zeit hin unglücklich zu sein. Glücklich zu sein ist eine freie Entscheidung. Wir haben es verdient, glücklich zu sein. Diese Erkenntnisse kamen für Rosemary leider erst sehr spät in ihrem Leben. Sie hatte ihr Leben ihrer Arbeit verschrieben, wodurch sie es zu einer sehr hochgestellten Managerin in ihrem Unternehmen gebracht hat. Leider ging all das auf Kosten ihrer Ehe und ihrer Lebensfreude. Verblieben ist eine verbitterte Frau, die erst in ihren letzten Stunden erkennt, dass sie sich bewusst für das Glücklichsein entscheiden kann.

    Denke immer daran: die Entscheidungen, die du triffst, entscheiden dein Leben. – John Wooden

    Bonnie beschreibt in ihrem Buch nicht nur ihre Zeit als Palliativpflegerin, sondern erzählt auch, wie sie beispielsweise Insassen eines Gefängnisses das Schreiben von Songtexten beibrachte. Ihr Lebensweg ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass das Leben nicht immer geradlinig verläuft. Manchmal manövrieren wir uns in unserem Leben in eine Sackgasse. In diesen Momenten ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass wir nicht immer weiter in diese Sackgasse hinein gehen müssen. Kurzfristig ist das der Weg des geringsten Widerstandes - klar, aber langfristig rauben wir uns damit nur die Lebensenergie.

    Es kommen Zeiten, da merken wir: "Alles klar, hier geht es irgendwie nicht mehr weiter. Ich habe mich hier in die Scheiße manövriert." Passiert jedem. Wichtig ist hier, dass wir bereit sind, dieses Kapitel abzuschließen und ein neues zu starten. Zu spät gibt es nicht. Wir werden uns mit der Zeit sonst nur aufreiben und ausbrennen. Ein aerodynamischer Lebenslauf sieht total toll aus und uns wird gerne suggeriert, dass die perfekte Karriere zu haben das non plus ultra ist. Schauen wir uns mal an, wie viele Leute mit schickem Lebenslauf geradewegs auf den Burnout zusteuern, dann sollte uns eins klar sein: Geld ist ganz nett und so, aber es ist nicht die eine Sache, die für unsere Glückseligkeit das entscheidende Kriterium ist.

    Das zeigen auch Bonnies Geschichten. Ihrer Intuition zu folgen ist genau das, was sie in ihrem Leben letztendlich glücklich gemacht hat.

    Abschließen möchte ich das Ganze mit einem meiner Lieblingszitate beenden:

    Glück ist keine Haltestation, an der man aussteigt, sondern die Art und Weise, wie man reist. - Margaret Lee Runbeck

    Fazit: Definitiv lesenswert. 8/10. Kann jedem guten Gewissens den Kauf ans Herz legen.

    Aristoteles - Nikomachische Ethik (376 Seiten)

    Was für ein Brocken. Äußerst sperrige Formulierungen und komplexe Satzkonstrukte. Das Ding hat die Tendenz, sehr simple Sachen unnötig kompliziert zu formulieren. Das Buch ist in 10 Bücher unterteilt. In dem Buch versucht Aristoteles zu erklären, wie man ein guter Mensch wird und ein gutes Leben führen kann. Anhand praktischer alltäglicher Beispiele versucht er seine Thesen zu erläutern. Ehrlich gesagt habe ich aus dem Buch so gut wie nichts mitgenommen. Ich habe gerade mal zwei Zusammenfassungen davon durchgelesen, um zu sehen, ob ich einfach zu doof zum Lesen bin. Selbst die enthalten nichts, was mich in irgendeiner Weise beeindruckt. Deswegen spare ich mir hier die ausführliche Zusammenfassung.

    Fazit: Für Philosophieliebhaber möglicherweise interessant, für alle anderen tendenziell eher nicht. Mir selbst hat es nicht so gut gefallen. 5/10

    Gustave Le Bon - Psychologie der Massen (156 Seiten)

    Insbesondere im Hinblick auf die Geschichte ist das Buch äußerst lesenswert. Die Erkenntnisse hieraus wurden unter Anderem von Diktatoren wie Adolf HItler genutzt, um ihre Macht auszubauen. Kernaussage des Buches ist, dass wir uns von unseren niederen primitiven Instinkten leiten lassen, wenn wir als Masse auftreten. Unser rationales Denken setzt dann aus. Dabei ist auch mehr oder weniger egal, ob wir eine Masse hochintelligenter Menschen sind oder nicht. Erstaunlich ist auch, dass Massen im Kollektiv Entscheidungen treffen, die die einzelnen Individuen selbst niemals treffen würden - teilweise handelt der Einzelne, sobald er in einer Masse auftritt, seinen eigenen Interessen zuwider.

    Das Buch erklärt, wie im Laufe der Geschichte immer wieder Sachen passiert sind, die man mit normalem Menschenverstand nicht nachvollziehen kann. Niemand ist immun gegen die Verblödung in der Masse, weder du noch ich. 

    Ein paar Zitate, die mir in dem Buch sehr gut gefallen haben:

    "Das Überraschendste an einer psychologischen Masse ist: welcher Art auch die einzelnen sein mögen, die sie bilden, wie ähnlich oder unähnlich ihre Lebensweise, Beschäftigungen, ihr Charakter oder ihre Intelligenz ist, durch den bloßen Umstand ihrer Umformung zu Masse besitzen sie eine Art Gemeinschaftsseele, vermöge deren sie in ganz andrer Weise fühlen, denken und handeln, als jedes von ihnen für sich fühlen, denken und handeln würde."

    "Zwischen einem großen Mathematiker und seinem Schuster kann verstandesmäßig ein Abgrund klaffen, aber hinsichtlich des Charakters ist der Unterschied oft nichtig oder sehr gering. Eben diese allgemeinen Charaktereigenschaften [...] werden in den Massen vergemeinschaftlicht."

    "Die Masse nimmt nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf."

    "Der einfachste Vorfall, von der Masse gesehen, ist sofort ein entstelltes Geschehnis."

    "[...] dass die Kollektivbeobachtungen die verfehltesten von allen sind, und dass sie meistens nur die einfache Täuschung eines einzelnen sind, die durch Übertragung alle andern beeinflusst hat. Unzählige Fälle beweisen, dass man gegen die Zeugenschaft der Masse das größte Misstrauen hegen muss."

    "Beim Studium der Einbildungskraft der Massen fanden wir, dass sie namentlich durch Bilder erregt wird. Diese Bilder stehen einem nicht immer zur Verfügung, aber man kann sie durch geschickte Anwendung von Worten und Redewendungen hervorrufen. … Worte, deren Sinn schwer zu erklären ist, sind oft am wirkungsvollsten. So z.B. die Ausdrücke Demokratie, Sozialismus, Gleichheit, Freiheit u. a., deren Sinn so unbestimmt ist, dass dicke Bände nicht ausreichen, ihn festzustellen. Und doch knüpft sich eine wahrhaft magische Macht an ihre kurzen Silben, als ob sie die Lösung aller Fragen enthielten. In ihnen ist die Zusammenfassung der verschiedenen unbewussten Erwartungen und der Hoffnung auf ihre Verwirklichung lebendig."

    "In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft."

    "Die Masse nimmt nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf. Es hat nicht, wie man so oft wiederholt, die »ganze Welt mehr Geist als Voltaire«, sondern Voltaire hat zweifellos mehr Geist als die »ganze Welt«, wenn man unter dieser die Massen versteht."

     

    Fazit: Klassiker der Psychologie und Soziologie. Kann sicher nicht schaden, das Ding mal gelesen zu haben. Die Informationen aus dem Buch sind weitestgehend zeitlos und auch heute noch relevant.  7/10

    Die Macht des Mitgefühls

    Einsamkeit. Eine Welt voller einsamer Menschen. Wir gehen durch die Stadt und blicken grimmig daher. Irgendjemand erspäht unseren Blick und blickt grimmig zurück. Der Frust sitzt tief. Wir wissen selbst nicht, woher diese innere Unruhe, dieses unfriedliche Gefühl in uns kommt. Eigentlich vollen wir nur ein bisschen Frieden in uns. Wir wollen umarmt, geliebt und umsorgt werden. Aber viele von uns kriegen das nicht. Und so werden sie verbittert. Sie tun, als würden sie Menschen nicht leiden können, als seien sie getrieben von Abscheu. Dabei sehnen sie sich nach nichts mehr als nach Liebe.

    Fang selbst an zu umarmen – sei es in Gedanken oder in der tatsächlichen Welt. Wünsche den Menschen alles Gute auf der Welt. Übe dich darin, Mitgefühl zu empfinden und es wird etwas Wundersames passieren. In dem Moment, in dem du selber beginnst zu schenken, statt Geschenke von anderen zu erwarten, wird sich dir ein Geheimnis offenbaren. Wer gibt, dem wird gegeben. Empfange Menschen mit offenen Armen, schenk ihnen dein aufrichtiges Lächeln und staune darüber, was die Welt dir zu bieten hat.

    Lasst uns den ersten Schritt wagen

    Wir können nicht erwarten, dass uns alles auf dem Silbertablett serviert wird, wenn wir nicht selbst ein paar Schritte wagen und uns aus den eigenen gewohnten Gefilden begeben – sei es gedanklich oder räumlich. Der Mensch ist im Kern ein mitfühlender Mensch. Auch wenn viele die Meinung teilen, dass wir vor allen Dingen aus egoistischen Gründen handeln, so bin ich anderer Meinung. Ich glaube, dass wir alle uns gegenseitig helfen wollen. Wir wollen uns gegenseitig dabei helfen, inneren Frieden zu erlangen. Ein Gefühl wohliger Wärme entflammt in uns, wenn wir anderen helfen, wenn wir sie mit offenen Armen annehmen, wie sie sind, und sie als das behandeln, was sie sind – unsere Brüder und Schwester.

    Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst, schenk ihm einfach deins. – Charlie Chaplin

    Am Ende leben wir doch in einer Welt, in dem der eine ohne den anderen nicht zurechtkäme. Wie lange würden wir überleben ohne all die Dinge, die von anderen Menschen produziert, geschaffen oder erarbeitet wurden? Die Welt ist ein riesiges Netzwerk und wir sind Teil dessen. Lasst uns aufhören, uns als davon abgeschnittenes Individuum zu sehen und uns über oder unter andere Menschen zu stellen. Wieso sollten wir uns auf böswillige Art begegnen, wenn es doch eine Alternative gibt, in der jeder bekommt, was er will? Fang an zu geben und dir wird gegeben. Sieh den Menschen von einer Perspektive aus, wo du ihm genau die Vertrauensvorschüsse gibst, die du dir selbst wünschst, von anderen Menschen zu erlangen. Wenn er diese Vertrauensvorschüsse verspielt, dann kannst du dich immer noch dazu entscheiden, den Kontakt zu ihm zu meiden. Wünsche ihm dennoch alles Gute, denn wir sind alle Menschen – wir gehören zusammen.

    Warum hast du eine Maske auf?

    ...und warum liegt hier Stroh? Nein, darauf wollte ich nicht hinaus. Ich finde es interessant, dass die meisten von uns mit einer Maske durch den Alltag laufen. Die eigenen Gefühle und Emotionen wollen ja schließlich maskiert und kaschiert werden. Was könnte die Welt nur für ein einfacher Ort sein, wenn wir uns alle gegenseitig die Hände reichten. Ob du den ersten Schritt machst, ich den ersten Schritt mache oder Günna, der Tankwart, wen interessiert das schon am Ende. Wo kommen wir hin, wenn wir immer erst nehmen wollen, bevor wir geben - verharrend in einer passiven Wartehaltung.

    Heute treffe ich für mich eine Entscheidung. Ich werde rausgehen und den Menschen mein aufrichtiges Lächeln schenken. Ich werde rausgehen und den Menschen die Hände reichen, wo ich nur kann. Ich werde rausgehen und der Person helfen, die es am wenigsten von mir erwarten würde. Dann werde ich darüber staunen, was passiert.

    Was wirst du tun?

    Beiträge gibt es ab jetzt im Zwei-Wochen-Rhythmus. Alles andere ist zu viel des Guten. Frohes Schaffen und einen geschmeidigen Rutsch!

    Cheers,
    rsc

    Edited by rsc

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      • By thommieBS
        Moin Ihr Schlingel,
         
        wie in diesem Beitrag
        angedroht, starte ich heute den Versuch ein Tage- oder Wochenbuch whatever zu führen.

        Da ich ein recht ehrgeiziger Mensch bin und mir das Tagebuch von rsc mit seinen später eingefügten Zielen sehr gefiel, werde ich mich daran orientieren. Das Setzen und die Kontrolle von Zielen ist ein wichtiger Aspekt in meinem Leben sei es beruflich oder privat. Ich hasse es mich treiben zu lassen. An meiner Haustür habe ich einen Plan hängen, wie ich die Zeit nach der Arbeit nutze. Klingt behämmert? Man muss dazu wissen, dass ich vor 18 Uhr nie zuhause bin und morgens um 7:30 anfange zu arbeiten. Im Grunde habe ich unter der Woche also nur rund 4,5 – 5 Stunden Zeit für Sport, Einkaufen, Kochen, Körperpflege usw. Und genauso ist das Teil aufgebaut.

        Um dem ganzen Tamtam eine persönliche Note zu verleihen dachte ich mir, dass ich ein Bild von meiner Fresse hoch lade damit Ihr sehen könnt, mit wem Ihr es zu tun habt. Also bitte schön:
        https://picload.org/view/rwipdpil/me.jpg.html
         
        Vorwort
        Im Grunde hatte ich nie Probleme mit Frauen. Eher im Gegenteil. Die meisten sind mir in den Schoß gefallen. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass ich vor dem Ende meiner letzten Beziehung jemals ein Mädl auf einer Party oder sonst wo angesprochen habe geschweige denn verführt habe. Es war eigentlich immer andersherum.
         
        Meine Geschichte
        Bevor ich loslege möchte ich ein paar Stories aus den letzten Monaten zum Besten geben. Vielleicht ist das für den einen oder anderen ganz erheiternd.
        Meine Geschichte beginnt im April 2016. Ich bin nun stolze 33 Jahre jung und komme frisch aus einer Beziehung.  Mir geht es sehr gut, da meine Ex aus- bzw. weggezogen ist. Ganz stolz bekam ich von Ihr ein Bild per WA von Ihrem Mietvertrag. Wohl ein letzter Versuch mich zu ärgern. Die Beziehung war von vorne bis hinten eine Katastrophe. Geprägt durch riesige Eifersuchtsanfälle und Drama. Also etwas, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Wenn ich in einer Beziehung bin, bin ich commited und würde im Traum nicht auf die Idee kommen, den Menschen den ich liebe zu betrügen. Ich bin frei und fühle mich gut.
        Zu dieser Zeit trennte sich ein Bekannter, den ich seit meiner Jugend kenne aber nie wirklich einen Draht hatte, von seiner langjährigen Freundin. Aus irgendeinem Grund kamen wir dann auf die Idee mal feiern zu gehen da wir ja beide nun dasselbe ,,Schicksal“ (Singleleben) teilen. Gesagt getan. Dies sollten die lustigsten Monate 2016 werden. Nicht nur das wir uns blendend verstanden und die Wochenenden durchfeierten, unbewusst, ohne jemals von PickUp gehört zu haben, approachten wir als gäbe es keinen morgen. Hier entwickelten sich einige ONS und Affären.
        Das bekloppteste war wohl, als ich eine ganz Nette HB 6 aus einem Club am Sonntagmorgen 7 Uhr voll wie `n Hammer besuchte und vögelte. Eigentlich lag ich schon um 6 im Bett und kam dann auf die grandiose Idee, die gute Dame anzurufen. Wie dem auch sei, mitm Taxi zu Ihr. Einzelheiten erspare ich euch ganz abgesehen davon hatte ich doch einen leichten Filmriss.
        In dieser Zeit kam ich auch mit Tinder in Kontakt. Der oben genannte Kumpel meinte ich soll das mal probieren. Installiert und probiert, für doof befunden, auf Seite 2 des Handys verbannt und einige Monate nicht reingeschaut.
        Im September saß ich am Bahnhof und hatte eine kurze Wartezeit. Als ich mein Handy so durchschaute was ich denn da so alles installiert habe, entdeckte ich die App wieder. Ok versuchst es nochmal. Und Zack. Eine ganz süße HB 7 aus Venezuela gematcht. Nennen wir sie Laura. Gleich rüber zu Whatsapp, Bilder getauscht usw. und Date an einem Freitag ausgemacht.
        Vorab muss ich sagen, dass ich die Gute weder geküsst noch flach gelegt habe aber bei dem Date merkte ich, dass ich ganz gute Kommunikationsskills besitze ein Gespräch am Laufen zu halten oder zumindest etwas über mein Leben zu berichten habe. Laura hatte nämlich so gar nichts zu erzählen. Nichts. Nada. Niente. Erinnere mich noch gut, nachdem 2,5 Stunden vergangen waren, es war kurz vor 22 Uhr, wie ich innerlich dachte ,,Gott jetzt habe ich mir 2,5 Stunden den Mund fusselig geredet x Fragen gestellt und die sitzt da und schaut wie n Pferd. Ich will nach Hause. Meeeeeeh.“. Jedenfalls gab es keine peinlichen Gesprächspausen aber halt auch null Rückfragen oder Fragen generell von Ihr. Das Einzige, was sie mich 3 oder 4 Mal gefragt hatte, war, ob ich denn bei Rewe einkaufen gehe. Ungelogen 3 oder 4 Mal! Ist das ein Code oder so? Anyway.
        Nachdem wir bezahlt hatten und aufgestanden sind fragt Laura mich allen Ernstes, ob wir noch in eine andere Bar gehen wollen. Mir ist fast die Kinnlade runtergefallen. Da ich eh nichts zu tun hatte willigte ich in der Hoffnung ein, dass sie sich u.U. von ein bis zwei Bier entspannt. Nix da. Sie schwieg eisern.
        Nach weiteren 2 todlangweiligen Stunden brachte ich sie noch kurz heim, um dann am nächsten Morgen per Whatsapp zu erfahren, dass sie zwei Karten für ein Football Spiel organisiert hatte und mit mir dahin wollte. Ich zögerte keine Sekunde und meldete mich krank. War zwar gelogen aber hey so ein Footballspiel in der GFL mit An- und Abreise dauert nun mal ein paar Stündchen. Ich hatte schlichtweg kein Bock mehr. Tinder verbannte ich dann von Seite 2 auf Seite 3 des Handys.
        Im November fing dann bei uns auf Arbeit eine neue Kollegin an. Nennen wir sie Julie. Eine HB7. Julie sah ich das erste Mal im Oktober, als ich um 18 Uhr das Büro verließ und sie auf dem Parkplatz nach dem Vorstellungsgespräch eine rauchte. Ich hatte keine Ahnung wer sie war jedenfalls strahlte sie mich an und begrüßte mich. Wie sich später herausstellte arbeitet eine Freundin von Ihr auch bei uns im Büro, die Ihr wohl mein Facebookprofil gezeigt hat.
        Im November dauerte es keine zwei Tage bis sie mir die erste von x Emails schrieb und laufend in meinem Zimmer stand um mit mir zu reden. Nach Feierabend gingen wir immer öfter gemeinsam zum Bahnhof oder in die Stadt. Irgendwie waren wir auf einer Wellenlänge. Ich bin mir sicher, dass ich sie hätte flachlegen können, wenn ich es drauf angesetzt hätte. Beispiel unserer Kommunikation gefällig?
        Ich: ,, Du willst mich verhauen lassen…alleine traust dich wohl nicht.“
        Sie: ,, Dich schlage ich nur mit der Zunge. ;)“
        Im Endeffekt wurde nichts draus, da Sie im Januar Ihren ,,Traummann“ kennenlernte und sie glücklich vergeben ist. In der Nachbetrachtung bin ich froh drüber, dass es nur Freundschaft wurde. Ich fühlte mich zwar geschmeichelt, aber irgendwie konnte ich mich nicht in sie verlieben. Passiert halt auch mal.
        Bis zum April 2017 gab es dann nur noch eine kleine Affäre mit einer 7 Jahre älteren Frau, die mich auf einer WG-Party Ende Januar wars glaub ich aufgegabelt hat. Die war Bi, lebte in einer heruntergekommen Künstler WG und hatte wohl lange keinen Mann mehr. War irgendwie immer recht unentspannt. Kochen konnte sie dafür ganz Nice.
        Kommen wir nun zu meiner *Trommelwirbel* Oneitis und weshalb ich überhaupt hier bin. Das gute Tinder hatte ich wie oben beschrieben seit September nicht mehr mit dem A**** angeschaut.
        Im März 2017 räumte ich in der Mittagspause mein Handy auf und gelangte natürlich auf Seite 3 mit der besagten App. Anstatt das Teil zu löschen oder nen ordentlichen ,,Kopf auf Tischplatte Move“ zu machen, loggte ich mich ein. Ich war wieder auf aktiv gesetzt und bekam prompt Likes von irgendwelchen Damen. Das juckte mich vorerst nicht, da ich zu viel zu tun hatte.  
        Erst Anfang April kümmerte ich mich weiter um Tinder. Hieraus ergab sich dann ein Match mit oben besagter Frau. Gegenüber Tinder war ich immer noch unschlüssig und beließ es bei dem Match.
        Einen Tag später, ich war gerade am Laufen, summte es in meinen Kopfhörern. Kurzer Blick aufs Handy…Aha Tinder - dir hat jemand geschrieben. ,,Ich soll höflich zu dir sein? Wie denn? Du schreibst ja nichts.“ Kopfschüttelnd die App geschlossen und etwas irritiert weitergelaufen. Wie die Story seinen Lauf nahm, kann man im oben genannten Link (siehe ,,FC und wie man es nicht macht“) nachlesen.

        Unser letztes Treffen war am 05.06.17. Hinzufügen muss ich, dass in den knapp 3 Monaten noch zwei Vorschläge zu einem Treffen von ihr kamen, welche ich abgelehnt habe. Schreiben tuen wir aber immer noch über Whatsapp ab und an. Ich muss gestehen, dass ich keinen Plan habe warum wir seit dem letzten Treffen überhaupt noch Kontakt halten. Das Treffen ist nun fast 3 Monate her. Bei mir war/ist es wohl die leise Hoffnung gewesen, dass sich doch noch etwas ergibt. Das wird es garantiert nicht. Deshalb auch die Absage bzgl. der Treffen.

        Dies war meine Zusammenfassung der letzten Monate.
        Es geht mir darum mich in Bezug auf mich selbst weiter zu entwickeln. Dies umfasst z.B. meine Eskalationsangst, die mir so noch nie bewusst war, vor allem bei Frauen die mir gefallen. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich abgeneigt gegen was Unverbindliches wäre. Mir ist klar, dass es sicher einige Zeit braucht, unten angestrebte Ziele zu erreichen ganz zu schweigen von der bewussten Änderung des Innergames.
        Das Schöne ist, dass ich nichts zu verlieren habe.

        Die Ziele sind sicher nicht vollständig und sollen erweitert werden mit der Zeit.
         
        Meine Ziele
        Größe:          1,75 m
        Gewicht:       82 Kg


        Laufen

        160,5 Km v. 500 Km in 2017 laufen.

        - August:                   80,25 Km
        - September:           0,00 Km von 100 Km
        - Oktober:                0,00 Km von 100 Km
         
        Kraftraining
        Vorerst Adam James 6 Wochen Programm, Start Donnerstag 31.08.2017

        Ziel:
        Laut App 160 Punkte durch Übungen pro Woche verdienen.

        Woche 1: 0 von 160
        Woche 2: 0 von 160
        Woche 3: 0 von 160
        Woche 4: 0 von 160
        Woche 5: 0 von 160
        Woche 6: 0 von 160
         
        Sprachen
        Ziel:
        Französisch: Wortschatz v. 3000 Vokabeln bis 31.12.2017 auf babbel 
        Stand:
        Französisch: 172
         
        Lesen

        Ziel:
        10 Bücher lesen, davon mindestens 2 auf Englisch, bis 31.12.2017
        Stand: 
        0, davon 0 auf Englisch
         
        Frauen
        Ziel:

        200 Frauen ansprechen bis zum 31.12.2017.
         
        Stand: 0/200 (vlt. zu hoch/niedrig gefasst?)
         
        OneItIs
        Ziel: Endlich loslassen. Sobald die Gute aus meiner Birne raus ist, wird dieser Teil gelöscht bzw. nicht fortgeführt.

        Dokumentiert werden die zusammenhängenden Tage, an denen es keinen Kontakt gab sowie das letzte Treffen. Von mir aus wird es keinen Kontaktversuch mehr geben – hoffe ich
        Ich weiß nicht ob es klug ist das ,,Vergessen“ so zu dokumentieren. Man wird ja quasi immer an die Person erinnert. Andererseits ist es ein Anhaltspunkt wie lange sich die Nummer hinzieht und vielleicht ist jeder Tag ohne Kontakt ein, sagen wir, Erfolgserlebnis, nicht irgendein belanglosen Bullshit über Whatsapp gesendet zu haben.

        Stand:           4 Tage, seit 28.08.2017 (Whatsapp)
        Treffen:         05.06.2017
         
        Handwerkern
        Ziel: bis 03.09.17 Bad streichen
        Stand: noch nicht erledigt
         
        Würde sagen: Let‘s go!
      • By Sin_City
        Guten Tag zusammen,
        Ich habe in diesem Thread ein grösseres Projekt geplant und werde dieses hier nun kurz vorstellen. Ich bin neu in diesem Forum, denke aber nach dem durchforsten der Fieldreports, dass ich für die Dokumentation meines Vorhabens am richtigen Ort gelandet bin.
        Durch einen Freund, mit dem ich in letzter Zeit viel unternehme, bin ich sozusagen ins Game gestolpert. Ich bin vor einem Monat 18 geworden, und hatte zuvor nicht viel Erfahrungen mit Frauen sammeln können. Ab und zu gab es zwar kleinere Erfolge, jedoch hatte ich grosse Probleme was Ansprechen und Eskalation anging. Er ist da schon um einiges erfahrener, und kommt ziemlich gut bei Frauen an. Scheinbar hat Ihm das Buch "Der perfekte Eroberer" von Maximilian Pütz sehr geholfen, seine Techniken zu verfeinern und seine inneren störenden Barrieren und Hindernisse zu überwinden.
        In den letzten Wochen konnte ich während unserer Treffen einiges lernen und direkt in die Praxis umsetzen. Das hat mich dazu veranlasst, zum Einen zu rekapitulieren, was ich in dieser Zeit wie verbessern konnte. Zum Anderen habe ich geplant, für die nächsten Wochen eine Art Tagebuch zu führen. Dieses Tagebuch möchte ich etwa in der Art des Threads "Alpha Frame" (Tut mir Leid ich weiss nicht wie ich das verlinken kann... Probs an den Verfasser für diese geniale Idee...) führen. Ich möchte aber neben der Verbesserung meines Umgangs mit Frauen auch an mir selbst arbeiten. Denn nichts wirkt attraktiver als Selbstbewusstsein und Authentizität. Ich werde nicht versuchen, jemanden zu spielen, der ich nicht bin. Deshalb werde ich mir verschiedene Ziele in Sachen:
        -Persönlichkeitsfindung
        -Offenheit / Kontaktfreudigkeit und
        -Erfolg bei Frauen
        setzen.
        Dann werde ich versuchen, diese in der Praxis umzusetzen und meine Resultate dann wieder hier veröffentlichen. Diese Fieldreports dienen verschiedenen Zwecken. Sie sollen mir helfen, die Ereignisse nochmals Revue passieren zu lassen um eventuelle Fehler etc. zu erkennen und Überblick über meinen Fortschritt zu behalten.
        Des weiteren seid IHR etwaige Leser dazu aufgefordert, mich mit konstruktiver Kritik zu unterstützen. Das wäre mir eine grosse Hilfe!
      • By MixOfBoth
        Hallo Community,
        da ich, was Mädels angeht, einen turbulenten Jahresanfang hatte (vielmehr wegen einer bestimmten) und ich mich die letzten vielen Wochen mit anderen Sachen ablenkte, will ich mich wieder richtig der Frauenwelt widmen. Ich hatte im Herbst bereits eine gute Phase, in der ich die ersten Mädels ansprach. Da und weiter möchte ich wieder hin!
        Euch möchte hiermit teilhaben lassen und hoffe auf Tipps, Hinweise und auch auf "Durchhalte Parolen" ;-) sowie Kritik. Vielleicht färbt es ja auch jemanden ab, so wie es mir oft ging.
        Ich werde hier auch meine Gedanken allgemein zu diesem Thema festhalten und natürlich meine Erfolge und Misserfolge.
        Der Titel ist mein Motto: "Das wird mein Jahr!" :-)
        Ciao MoB
        - - - - - - - - - - - - - -
        Hallo Community,
        ich muss das los werden und hoffe auf ein paar Tips/ Hinweise. Ich halte mich kurz (versuche ich).
        Kurz vorab zu mir: 26, (wirklich) lange Beziehung hinter mir und dementsprechend planlos mit fremden Frauen. Wirkung auf diese habe ich aber.
        Kursiv = meine Gedanken
        Mich sprach am Samstag im Club ein Mädchen bzw. ihre Freundin. Die war wirklich süß und wurde von vielen Typen angesprochen und viele sahen ihr hinterher, wie ich später erleben dürfte. Ich ging hin und wir quatschten und tanzten ein wenig. Sie meinte, als wir draußen standen, ich wäre ein Aufreißer (wohl wg meiner Optik).
        Zu meinen Freunden kam noch ne Freundin nach und da fragte sie, ob diese für mich "bestellt" sei(?).
        Ihre Freundin fragte auch zwischendurch, ob da noch was gehen würde? (Wie meinte Sie das? Soll man darauf ehrlich Antworten? So ungefähr "Ja, ich knall deine Freundin heute noch alle Regeln der Kunst?")
        Als drinne die Musik schlecht wurde schlug ich folgendes vor:
        In 30 Min. sind wir wieder hier bei deiner Freundin. Aber jetzt gehen wir in jeden Club einmal Tanzen und nach 3 Min wechseln wir wieder den Club raus. (Da sind viele kleine Clubs aller Musikrichtungen).
        Sie fand das gut und wir sind los. Da habe ich gleich die Hand genommen um sie nicht zu verlieren in der Menge.
        In den Clubs war es super: Immer neue Musik, neue Leute, man war alleine. Kann ich nur empfehlen, vorrausgesetzt man tanzt gerne.
        Als sie was trinken wollte (sie hatte kein geld dabei), bin ich nicht gleich losgestratzt sondern zog sie ein wenig auf. Von wegen sie solle den Labello eintauschen, den sie in der Tasche hatte.
        Im nächsten Club holte ich aber etwas. Sie meinte, dass würde dazu gehören. Ich erwiederte, ja das stimmt wohl, aber nicht das Getränk ist der Preis sondern ....(ich, natürlich). Darauf meinte sie, ich wäre eingebildet.
        Sie sagte, aber diese "negativ" klingenden Sachen nicht gemein oder so in etwa. Eher schüchtern. Ich glaube, sie hatte auch eine längere Beziehung hinter sich und der Freund hatte die selbe Nationalität wie ich.
        Im letzten Club war es ruhiger und ich hätte wohl zum Kissclose ansetzen können, aber ...naja so viel zu meinen Cojones .
        Zwischen den Clubs hielten wir Händchen oder sie hakte sich wie selbstverständlich ein. Also Kontakt war da. Sie spielte auch viel mit ihren haaren und lächelte est. Ich hatte ein gutes Gefühl!
        Als wir zurück gingen (ca. 30 Min.) waren meine Leute weg und ihre Freundin erstmal auch. Die fanden wir dann aber fix. Sie wollten dann los und ich auch. Auf den Weg zu unseren Autos/ deren Auto traf ich noch eine alte Freundin und blieb stehen. Sie gingen erst weiter, aber (mein) Mädchen blieb stehen und kam auf mich zu als sie sah, dass ich fertig war.
        Da fragte sie als erstes, ob ich sauer wäre? (warum?)
        und dann, wer das mädchen war? und ob ich denn nicht ihre Handynummer haben will? Sie gab mir diese dann. Und wir nahmen uns in den Arm und ich gab ihr einem Wangenkuss (klingt komisch). Sie sagte noch, dass ich mich melden soll.
        Am Sonntagabend rief an um was auszumachen. Mich nervt das künstliche warten und ich habe immer wenig Zeit. Ihre Freundin ging ran (die haben eine WG). Sie würde gerade was raus bringen.
        Da bekam ich noch ne SMS, sie müsste schlafen gehen, weil der Wecker früh klingelt. Ich antwortete darauf und wünschte einen guten Wochenstart und süße Träume (das schreib ich mal ganz gerne, aber irgendwie im nachhinein.... Egal)
        Montagmittag ne SMS von Ihr, von wegen mir auch einen guten Start und blabla. Darauf habe ich nicht geantwortet, habe aber abends versucht anzurufen. Ich wollte ja immer noch ein Date ausmachen. Sie ging nicht ran und seitdem kein Bild kein Ton von beiden Seiten.
        Nun meine Gedanken/ Fragen/ Anmerkungen:
        1. Am Anfang habe ich immer ein Problem in das Gespräch zu kommen. Damit habe ich mir schon mehrfach Sachen versaut. Danach geht es dann.
        2. Ich glaube meine Außenwirkung (wie sie meinte "Aufreißer") und mein Verhalten passt nicht so zu zusammen, was vielleicht zu Irritation führt
        3. Warum der Körperkontakt, das Haare spielen usw. und dann nicht zurück rufen/ ran gehen?
        4. Mich nervt es, weil mein Gefühl am Samstag und die Situation heute zu verschieden sind!!! Sonst wusste ich jedenfalls, woran ich scheiterte bzw. wo ich es vermasselt habe. Aber jetzt weiß ich es nicht wirklich.
        5. Warum die Frage "Bist du sauer?" am Ende? Und das klang ernst gemeint also leicht besorgt. Ist doch egal, wenn ich es wäre, wenn sie eh nicht ans Telefon geht.
        6. Mein Plan ist es jetzt, das WE zu warten, da ich eh nicht da bin und am Sonntag oder Montag nochmal durchzurufen.
        Mein gedanke ist so: Melde ich mich nicht und sie sich nicht mehr, ist sie eh weg. Wenn sie aber beim Anruf reagiert, besteht noch eine Chance ein Date klarzumachen. Wenn sie nicht rangeht, ist es egal was sie von mir denkt (wg needy etc). Sie verpasst ja was!
        Also, ist wohl doch länger geworden. Sorry. Was sind eure Gedanken/ Tips/ Hinweise hierzu.
        Ciao MoB
        P.S. Die Situation war Balsam für meine Seele, da ich momentan nicht klarkam mit der Frauenwelt aufgrund meiner letzten Monate. Bloß statt mich darüber zufreuen, beschäftigt es mich aktuell zu sehr.
      • Guest mKay
        By Guest mKay
        Hi!
        Ich heiße Mario, bin 16 Jahre alt, etwa 170cm groß, schlank, durchschnittliches Aussehen SEHR schüchtern, freundlich, meist gut gelaunt und will mich mit Frauen verbessern - bzw. nicht nur Frauen, sondern allgemein meine Persönlichkeit entwickeln.
        Bei Interesse oder Bedarf, kann ich gerne eine Biografie posten, aber ich denke die ist erst mal nicht notwendig:)
        Ich habe vor etwa einem halben Jahr von PU gehört und viel Theorie gelesen, aber mich NIE wirklich getraut, damit anzufangen. Meine Ausrede war, dass ich warte, bis ich 16 bin und dann ins Clubgame einsteige. Als ich dann 16 war, traute ich mich erst wieder nicht und hab mich letztendlich immer betrunken, wenn ich im Club war, nur damit ich eine Ausrede habe, um nicht damit anzufangen. Ich habe auch grundsätzlich ein Problem mit Frauen zu sprechen. Mit fremden Frauen kann ich grundsätzlich gar nicht sprechen, da mir einfach kein Gesprächsthema einfällt. Mit Frauen die ich bereits kenne, geht das schon besser, aber ich sitze auch oft genug einfach nur da und weiß nicht, worüber ich sprechen soll, bzw. wenn ich am erzählen einer Geschichte bin, welche vielleicht auch noch etwas peinlich ist, dann merke ich wie mein Puls steigt und ich ganz nervös werde, manchmal auch rot... :[
        Wie dem auch sei, das soll nun Vergangenheit sein!
        Ich habe die letzten zwei Wochenenden bereits mit dem Clubgame angefangen und es lief, zumindest für meine Verhältnisse recht gut und ich bin zufrieden. Hätte sogar einen KC geschafft, aber das war ganz am Ende, als ich schon gehen wollte, weil ich so stark Kopfschmerzen hatte (hatte ich schon den ganzen Tag, war also, zumindest nicht NUR, keine Ausrede). Aber beim nächsten mal, wenn ich sie sehe (wird sicher bald wieder sein), werde ich den KC sicher durchführen und suche daher auch noch dafür Tipps... ist dann nämlich mein erster Kuss :[
        Da ich mich aber nicht nur im Clubgame verbessern möchte, sondern auch im Streetgame und allgemein Nachholbedarf habe, was Kommunikation im allgemeinen angeht, habe ich auch das DJBC begonnen, wobei ich mich da jetzt nicht sonderlich hetze um die Aufgabe innerhalb der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Immerhin bin ich schon ein extremer Fall, wen nich mich mal selbst einschätzen darf
        Ich wollte heute anfangen, bin sogar in der Stadt rumgelaufen und wollte wirklich wenigstens ein paar mal "Hi!" sagen. Aber ich bin gleich mal auf Probleme gestoßen und wäre froh, wenn ihr mir ein bisschen unter die Arme greifen könntet.
        Ich habe versucht EC zu halten, aber jedes mal wenn ich ein bisschen länger in die Augen schaue, drehen die angesehenen Personen ihren Kopf weg oder zumindest ihre Augen nach unten. Dies schätze ich mal als normale Reaktion ein und beunruhigt mich nicht, aber es wirft trotzdem eine Frage auf. Wie kann ich EC halten, ohne zu starren? Und noch wichtiger, wie kann ich "Hi" sagen? Soll ich es trotzdem sagen, auch wenn sie nicht mehr hersehen? Außerdem ist das "Hi" sagen für mich irgendwie komisch auf der Straße. immerhin bin ich 16 und wenn ich dann zu älteren Personen "Hi" sage, wirkt das irgendwie respektlos, ist zumindest meine Meinung. Ist das nur ein Gedankenmuster, bzw. eine weitere Ausrede um nichts tun zu müssen, oder sollte ich mit meinem Alter doch eine andere Grußformel benutzen?
        Eine Frage dann noch zum DJBC: Eigentlich sehen mich verhältnismäßig wenig Leute an, dachte immer das wären mehr. Liegt das jetzt an mir? Soll ich mein Styling ein bisschen ändern um mehr aufzufallen, oder ist es normal, das fast alle Personen immer in die Schaufenster sehen, während sie gehen?
        Kurz dann auch noch eine Frage außerhalb des DJBC, dann bin ichs auch schon wieder
        Was macht ihr mit den Armen? Wenn man selbst redet soll man ja gestikulieren schon klar, aber wenn man zuhört? Verschränken soll man sie nicht, starr soll man nicht wirken, einstecken geht auch nicht, da man dann nicht gestikulieren und eskalieren kann... und im Sitzen weiß ich sowieso nicht wohin damit. seitlich runterhängen lassen, auf die Beine legen, sich irgendwo festhalten? Im Bus weiß ich zB auch nicht wie ich eskalieren soll... vor allem im Winter mit der dicken Jacke, mit der ich mich kaum bewegen kann...
        Ich hoffe ihr könnt mir helfen und freue mich schon auf Antworten
        :good:
        mKay
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      • @Vetter danke für das aufmerksame Lesen dieses Threads. Not.... hat er längst
      • Hallo Du merkst ja wohl selber, dass Du selbst nur dieses Problem aus der Welt schaffen kannst. Etwas mehr Angagement muss sein. Wenn du wirklich so ratlos und hilfslos bist, wäre es gar nicht so verkehrt sich ärztl. Unterstützung zu holen. Du verbaust dir ja dein ganzes Leben! Das schlimmste auf der Welt, meiner Meinung nach, ist die Einsamkeit  Alles Gute
      • Hhhmmm also Sätze wie "Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen." klingen wie Bewerbungsanschreiben und auch so, als hättest du es nötig... auch wenn es so wäre, muss man es sich ja nicht anmerken lassen  Um die Aufmerksamkeit zu erregen, würde ich eher Fragestellungen schreiben. Je nachdem,was im Profil ersichtlich ist. Kommentare bekommen hübsche Frauen ständig. Das langweilt. Aber auf deren Profil bezogen könntest du etwas fragen. Menschen erzählen allgemein gern etwas über sich selbst und es wirkt aufmerksamer, wenn du etwas über die Person herausfinden willst. Ansonsten würde ich dir eigentlich eher empfehlen, etwas im realen Leben zu suchen. Melde dich in einem Fitnessverein an, geh raus mit deinen Freunden, schau dich auf der Arbeit um. Habe wirklichen Kontakt mit deinen Mitmenschen. kleiner Tip: nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da eh nicht lebend heraus 
      • hab hier mal dicht gemacht, denke wir haben alle genug von dem Thema
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