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undi

Interessanter Artikel über Monogamie

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Wenn man den Umfragen zum Thema Seitensprung in langjährigen Beziehungen und Ehen, die es immer wieder gibt, glauben schenken mag, dann liegt die Quote bei über 50%. Je nachdem welche man sich anschaut, ist sie für Frauen oder Männer höher, in keiner liegt sie aber weit unter 50%. Natürlich ist da die Frage, wo fängt der Seitensprung an. Bei einigen schon beim Küssen und für andere ist selbst Oralsex noch kein richtiger Sex.

Ok, aber selbst wenn wir die Bill Clintons darunter rausrechnen, dann bleiben immer noch etliche Leute übrig, die keine Seitensprünge hatten, oder haben. Irgendwas müssen die ja dann anders machen bzw. irgendwas muss in deren Kopf anders laufen. Da frage ich mich dann wiederum, warum die Menschen in ihrer selektiven Wahrnehmung ständig nur den Prozentsatz mit den Seitensprüngen sehen. Man könnte es ja auch umdrehen und behaupten dass ein ordentlicher Prozentsatz der Menschen in Beziehungen/Ehen körperlich (die Gedanken sind und bleiben ja frei :)) treu sind und sich fragen warum das bei denen so ist? Das passiert aber eher nicht. Stattdessen wird -besonders in PU-Kreisen- oft gleich von monogamen Beziehungen abgesehen, weil das ja "auch bei den anderen nicht funktioniert und weil die Natur etc. pp".

Ich schaue lieber auf die Paare, die keine Seitensprünge haben. Und natürlich auch auf meine eigenen Erfahrungswerte. Wenn ich es 15 Jahre ohne Seitensprung jeglicher Art geschafft habe und wenn ich auch nicht davon ausgehe dass einer meiner Partner fremdgegangen ist, dann kann ich micht ja schlecht hinstellen und behaupten dass Monogamie nicht funktionieren kann ;)

Aber -und das ist imo das Entscheidende- es wird schwierig wenn man sich selbst nicht vertrauen kann, wenn man sich keinen passenden Partner aussucht und wenn man nicht wirklich hinter der Beziehung steht. Als ich um die 20 war, hatte ich auch einige kurzzeitige Beziehungen hinter denen ich nicht stand. Damals war mir das Konzept der Freundschaft + einfach noch nicht so geläufig. Natürlich hätte ich damals fremdgehen können, weil der jeweilige Typ eben halt nicht wirklich gepasst hat. Aber ich habe mich immer dagegen entschieden. Gut, man kann jetzt einwerfen dass erst schlussmachen und dann gleich mit dem nächsten in die Kiste steigen auch nicht die feine englische Art ist. Schluss wäre aber sowieso gewesen. Von daher ist das für mich immer noch die ehrlichere Vorgehensweise. Da mir mittlerweile das friends with benefits - Prinzip bekannt ist :D kommt das auch nicht mehr vor.

bearbeitet von Lady

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Wie man das Ergebnis für sich interpretiert ist in etwa die halb volles/halb leeres Glas Diskussion. Ich sage nicht, dass es jedem passieren muss, aber man sollte sich nicht hinstellen und denken: Mir passiert sowas nicht.

Aber -und das ist imo das Entscheidende- es wird schwierig wenn man sich selbst nicht vertrauen kann, wenn man sich keinen passenden Partner aussucht und wenn man nicht wirklich hinter der Beziehung steht. Als ich um die 20 war, hatte ich auch einige kurzzeitige Beziehungen hinter denen ich nicht stand.

Auch wenn das wahrscheinlich nicht mal auf mich bezogen ist, so antworte ich auf diesen Teil trotzdem. Ich bin in einer glücklichen Beziehung, hinter der ich stehe und die ich genieße. Ich vertraue meiner Freundin und habe sie nicht nur als Überbrückung bis die nächste kommt.

Inwiefern ich mir selbst vertraue, kann ich nach den vielen psychologisch und philosophisch angehauchten Büchern, die ich im Urlaub gerade lese nicht felsenfest beantworten. Ich bin ehrlich, aufrichtig und weiß was ich will.

bearbeitet von undi

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p.s. Ich verurteile Personen die ihren Partner mehrfach hintergehen ohne darüber zu sprechen.

Das finde ich interessant! Ich bin eine ziemlich treue Seele, habe mich dennoch mal mit der Situation gedanklich auseinandergesetzt, was ich tun würde, wenn ich denn fremdgehen würde.

Also ich bin fremdgegangen...erzähle ich meiner Freundin davon? Nein!

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das keine gute Idee wäre. Ja, man hat eine andere gefickt. Wenn man das bereut, wird man es sicher nicht wieder machen wollen. Dieses Problem ist dann für den unwissenden Partner im Grunde gelöst...wenn es nicht rauskommt! Wie gesagt...es würde wohl nie wieder passieren und der Frieden bliebe bewahrt. Man müsste mit sich selber und der Vergangenheit fertig werden. Wenn man sich bedeckt hält, kommt es nicht raus.

Was wäre die Alternative? Man könnte es seiner Freundin erzählen, beichten. Sie würde wütend, enttäuscht, traurig und im Affekt reagieren. Fremdgehen stellt einen großen Vertrauensbruch dar, den ich selbst auch nicht akzeptieren würde.

Nur will man seine Freundin emotional verletzen, Sie mit dem Vertrauensbruch konfrontieren und etwas zwischen euch kaputt-machen? Ja...dies hätte man durch den ONS bereits getan. Damit muss man aber selbst klarkommen. Doch weshalb sollte man den unschuldigen Partner emotional da mit reinziehen? Ich würde das nicht wollen.

Natürlich kann ich mögliche Gewissensbisse nicht "simulieren", doch ich gehe einfach mal davon aus, dass ich keine hätte. Immerhin ist das "schlechte Gewissen" von fremdgehenden Männern eines der Dinge, die uns in Frauenfilmen immer wieder reingedrückt wird. Eben diese provozierten Klischees konnte ich bisher gut ignorieren.

Natürlich habe ich auch das Beicht-Szenario durchgespielt. Man möchte es ihr sagen, weil man sich schuldig fühlt. Warum? Weil man zu seiner Frau ehrlich sein möchte und damit die Sache für beide vom Tisch ist...doch das wird es wohl nie. Der Seitensprung könnte immer wieder in einem hitzigen Streit als letzte Waffe rausgeholt werden. Und obwohl sie einem offiziell verziehen hat, steht das Wort und die Situation wieder mitten im Raum zwischen euch.

Wie seht ihr das?

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Ich hatte früher die Meinung: Fremdgehen immer beichten, wegen Ehrlichkeit und so.

Mittlerweile habe ich da meine Meinung aus eigener Erfahrung geändert, da dieses Beichten viel zerstört und nichts verbessert. Es dient eher dazu das eigene Gewissen zu entlasten und belastet dann die vorher glückliche Partnerin.

Mann muss das mit sich aus machen und sich ehrlich die Frage stellen, wieso man das gemacht hat.

Wenn allerdings die Partnerin einen Verdacht hat und damit unglücklich ist, dann sollte man Farbe bekennen. Denn nur mit Aufrichtigkeit lässt sich das verlorene Vertrauen dann wieder herstellen.

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Gute Frage.

Ich bin persönlich eher so der offene Beziehungs-Mensch ABER! wenn man in einer monogamen Beziehung lebt muss es dabei bleiben. Sollte man fremdgehen muss doch irgendetwas nicht stimmen. Man geht doch nich fremd obwohl man alles hat was man will.

Deshalb sollte man sich klar werden warum man fremdgegangen ist und ob man es bereut. Wenn man es nicht bereut muss man ihr davon erzählen und Schluss machen. Das hat sonst keinen Sinn.

Wenn man es aber bereut ist es wichtig wie oft man fremdgeht. Einmal kann passieren, zweimal eventuell auch noch aber alles drüber ist sich selbst belügen. Dann ist man genauso unglücklich in der Beziehung, auch wenns nur unbewusst ist.

Das ist sonst wie das bekämpfen von Symptomen - die Krankheit heilt man damit nicht.

PS: Luke, wenn man ihr das dann beichtet fühlt sie sich bestätigt im Vertrauensbruch und ist erst Recht sauer.

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Es gibt aber irgendwann einen Punkt, wo das Leugnen des Fremdgehens im große Klimmzüge und Lügengebäude führen würde. Da ist es dann besser einfach mal reinen Tisch zu machen.

Das Vertrauen ist dann eh erschüttert. Da ist Ehrlichkeit dann meiner Meinung nach besser für einen Neuanfang

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Also ich hatte bewusst von "mehrfachem" Betrügen gesprochen, weil ein einmaliger Ausrutscher in meinen Augen schon eine Ausnahmesituation darstellen kann. Genauso wie meine Vorredner halte ich bedingungs- und ausnahmslose Ehrlichkeit nicht immer für das Maß der Dinge. Ich habe einen Freund, der heute verheiratet ist und ein Kind hat und der niemals darüber sprechen wird, weil er durch den "Ausrutscher" endgültig realisiert was er eigentlich will.

Trotzdem bin ich skeptisch inwiefern man(n) wirklich sicher sein kann, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt. Beim ersten Mal waren ja auch schon Umstände gegeben unter denen es passieren konnte und wieso sollten diese nie wieder auftreten? Ich habe ja in den vorherigen Beiträgen auch schon erwähnt, dass ich der Meinung bin, dass Personen außerhalb der eigenen Beziehung nie vollständig ihren Reiz verlieren werden, aber das wurde ja auch schon kontrovers diskutiert.

Ich hab noch nie erlebt, dass ein Neuanfang was gebracht hat. In der Regel ists dann vorbei.

Zu dem Thema habe ich einen zweiten Thread erstellt, weil ich die Fragestellung grundsätzlich auch sehr interessant finde. Aber in dem Fall denke ich auch, dass wenn das Vertrauen schon so untergraben ist und Misstrauen herrscht, dass dann wenig Hoffnung besteht wirklich einen guten Neuanfang zu schaffen.

Grundsätzlich bin ich also der Meinung, einmalige Ausrutscher darf man auch mal verheimlichen, wenn es einem wirklich die Augen geöffnet hat und man weiß woran man ist. Wenn es aber passiert ist, weil einem irgendetwas fehlt (sich das einzugestehen mag schwer sein), dann sollte man auf den Partner zugehen, weil es ansonsten a.) wieder zu "Ausrutschern" kommen wird oder b.) man mit der Beziehung nicht glücklich werden wird.

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@undi:

Auch wenn das wahrscheinlich nicht mal auf mich bezogen ist, so antworte ich auf diesen Teil trotzdem. Ich bin in einer glücklichen Beziehung, hinter der ich stehe und die ich genieße. Ich vertraue meiner Freundin und habe sie nicht nur als Überbrückung bis die nächste kommt.

Inwiefern ich mir selbst vertraue, kann ich nach den vielen psychologisch und philosophisch angehauchten Büchern, die ich im Urlaub gerade lese nicht felsenfest beantworten. Ich bin ehrlich, aufrichtig und weiß was ich will.

Diese Aussage war tatsächlich nicht auf dich bezogen, sondern nur auf die Leute die sich für Monogamie mit allem drum und dran entscheiden.

Ich wollte damit ausdrücken, dass die Entscheidung und der Stempel "monogame Beziehung" alleine nicht ausreicht. Ist halt wie mit allem anderen im Leben auch. Egal ob man nun entscheidet sich selbstständig zu machen, ein Haus zu bauen, oder 10 Kilo abzunehmen. Am Anfang steht die Entscheidung, aber sie bringt nicht viel, wenn man kein passendes Umfeld dafür schafft, wenn man selbst nicht zu 100% hinter der Sache steht und wenn die eigene Persönlichkeit eigentlich nicht dazu geeignet ist.

Wie man das Ergebnis für sich interpretiert ist in etwa die halb volles/halb leeres Glas Diskussion. Ich sage nicht, dass es jedem passieren muss, aber man sollte sich nicht hinstellen und denken: Mir passiert sowas nicht.

Stimmt. Das wäre äusserst naiv. Man sollte auch nicht auf Teufel komm raus versuchen eigenes Fremdgehen auf der einen Seite und Betrogenwerden auf der anderen Seite v-e-r-m-e-i-d-e-n zu wollen. Wer etwas um jeden Preis vermeiden will, den regiert die Angst. Das ist ein Beziehungskiller und der perfekte Nährboden für sich selbst erfüllende Prophezeiungen.

Wer sich aber seiner selbst und seiner Werte bewusst ist, der braucht das nicht. Und damit wären wir wieder bei meinen 3 vorangegangenen Punkten:

Wer sich selbst vertraut, der braucht keine Angst vor seinen eigenen Impulsen zu haben und der braucht auch das eigene mangelnde Selbstvertrauen (im wortwörtlichen Sinne) nicht auf den Partner zu übertragen und ihm somit auch nicht zu vertrauen.

Wer sich seiner selbst und seiner Werte bewusst ist, der lacht sich in der Regel Menschen an, die ähnlich ticken.

Und zu guter Letzt: wer sich seiner selbst bewusst ist, der geht keine Beziehung ein, wenn er nicht wirklich dahintersteht.

Das alles ist immer noch keine Garantie dass eine monogame Beziehung auch wirklich funktionieren wird und das soll es auch gar nicht sein. Aber es ist eine gute Basis.

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