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Moin1988

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  1. Moin1988

    Corona crisis

    Jo, danke für eure Antworten. Ja, wir konnten uns definitiv ganz und gar nicht mehr ausstehen. Eine hochdramatische Zeit, deshalb nun erst ein Update. Als ich zwischendurch wieder bei meinen Eltern war, hab ich das denen auch alles erzählt. Diese meinten dann auch, dass es wahrscheinlich einfach nicht passe, aber irren sei nun mal menschlich und wenn wir sowieso keinen Sex mehr haben, sei es eigentlich eh schon mehr oder weniger aus. Ich solle bloß nicht aus Versehen ein Kind mit ihr zeugen und schon gar nicht heiraten. (Verlobt hatten wir uns bereits.) Wir hatten zwischendurch auch noch einen mega-dämlichen Streit. Der Auslöser war gewesen, dass ich höflichkeitshalber beim Frühstück gefragt hatte, ob sie noch ein letztes Glas Saft aus einer Tüte trinken möchte, weil ich schon recht viel davon getrunken hatte und ich dann auf den Rest verzichtet hätte. Sie meinte dann, dass sie es nicht leiden kann, wenn ich zwischen "meinen" und "ihren" Lebensmittel unterscheide, sie mir das schon mehrmals gesagt habe und ich doch einfach trinken sollte. Ich dachte da nur: "In welcher weirden Situation sind wir denn jetzt schon wieder hineingeraten?" Ich habe dann versucht zu erklären, dass ich doch aber niemals auf so eine Trennung der Lebensmittel bestanden habe: Es ist bei uns nur faktisch so, dass wir unterschiedliche Lebensmittel nun mal bevorzugen und eben deshalb jeder mehr oder weniger nur "seins" isst oder trinkt mit seltenen Ausnahmen und ich statt diesem blöden Saft auch genauso gut Wasser trinken würde, weil mir der Geschmack des Saftes relativ viel egaler ist als ihr, die ihn ja so gerne mag. Sie darauf meinte nur, ich solle ihr gefälligst mal zuhören: Dass sie nun mal einfach nicht mag, wenn ich nachfrage und ich einfach trinken soll. Ich hab ihr dann versucht zu erklären, dass das von mir nicht böse, sondern nett(!) war, weil das nach meinem Verständnis heißt, dass man Rücksicht aufeinander nimmt. Meine Handlung ist also als moralisch gut und nicht als böse zu bewerten und wenn sie das anders sieht, ich es nicht verstehen kann und es nicht bloß nur bescheuert, sondern auch falsch finde. Und es auch meinen Kindern würde ich immer so beibringen, dass sie eben z.B. bei einem letzten Stück Kuchen oder wie bei dem letzten Glas Saft nicht einfach alles alleine auffressen, sondern gefälligst erst mal fragen, ob noch andere ebenfalls Anspruch auf dieses letzte Stück Essen erheben wollen und dann z.B. gerecht geteilt wird. Sie ist dann mega ausgeflippt, dass ich nun mit Pontius und Pilatus sonst was argumentiere, sie aber Verständnis von einem Mann, der sie liebt, erwartet und dass es bei ihr Zuhause immer genug für alle gegeben habe und jeder so viel essen durfte, wie er wollte und wenn was alle war, sei man eben einkaufen gegangen und einfach mehr geholt habe. Ich versuchte ihr dann klar zumachen, dass ich sie sehr wohl verstehe, aber nicht ihrer Meinung bin und keineswegs sofort zum Supermarkt renne, nur weil die Kinder schlecht erzogen sind. Nochmal nachgefragt, was sie denn jetzt unter "verstehen" überhaupt meinen kann, wenn sie das nicht mit "ihre Meinung bedingungslos akzeptieren" gleichsetzt. Ich sei ein Egoist mit null Empathie. Ich meinte darauf, dass man Gefühle, die völlig an der Realität vorbeigehen, auch nicht verstehen muss und dass sinngemäß Logik wichtiger ist als Gefühle, für Gefühle es ein Gebot der Verhältnismäßigkeit gibt und wenn diese nicht erfüllt ist, die Gefühle zurückzuweisen sind. Naja, es ist immer weiter negativ eskaliert: Ich sei der reine Logikroboter, ein reiner PC und sie eben ein Mensch. Falls wir Kinder bekämen, würde ich sie auch nie trösten. (So ein Quatsch!) Ein jemand, der sich wohl das Zusammenleben in einer Beziehung bloß wie WG + Vögeln vorstelle. Wohlgemerkt: Sex war zu dem Zeitpunkt schon 2 oder 3 Monate hergewesen. Der Streit dauerte ca. 3h und irgendwann bin ich dann auch wirklich zornig geworden. Was dass denn jetzt hier für ein Affentheater ist, nur weil ich gefragt habe, ob ich den letzten Saft trinken darf, mir solche Streitereien einfach nur auf den Sack gehen und ich jetzt tatsächlich 3h meiner Arbeitszeit (HomeOffice) wegen solch einer Lappalie verschwendet habe. Daraufhin hat sie angefangen, ihre Sachen zu packen. Ich: "Gut, dann ist jetzt Schluss! Na geil, der Grund für's Schlussmachen war ein Streit, weil ich gefragt habe, ob ich einen Saft austrinken darf!" Naja, sie hat dann halt noch ne Weile gepackt, war duschen usw. und direkt im Anschluss haben wir uns dann wieder versöhnt und überlegt, was wir in Zukunft besser machen könnten. Ich glaube, ich habe habe mich dabei dann schon ein wenig betaisieren lassen. Denn ich habe ihr z.B. versprochen, mehr auf ihre Gefühle Rücksicht, darauf achten werde, nicht mehr von "meinen" und "ihrem" Essen zu sprechen, etc. Dass wir beide vielleicht bloß mit unterschiedlichen Werten aufgewachsen seien usf. Ihr erklärt, dass ich doch auch sehr unter diesen Streitigkeiten leide. Am Ende haben wir beide zusammen geweint und hatten auch wieder Sex. Das Ganze hat nun eine echt heftige Wendung genommen. Wir haben vor ca. 2 Wochen mal einen Antikörpertest auf Corona durchführen lassen. Ergebnis: Negativ. Also nix mit Corona. Meine Freundin hatte daraufhin noch mehr Angst, dass sie nun Krebs oder so etwas haben könnte. Stattdessen ergab ein Schwangerschaftstest, dass sie schwanger ist. Aber bereits 21. Woche! Das muss unser Sex (sie hat eigentlich mit Pille verhütet) noch vor der Corona-Zeit verursacht haben, meiner Meinung nach von der Woche absolut passend zu meiner Erinnerung an den Sex, den wir zu der Zeit noch sehr häufig hatten. Mit diesem Wissen um die Schwangerschaft läuft es seitdem zwischen uns wesentlich besser. (Am Bauchumfang hat man es tatsächlich nicht sehen können, da sie ja extrem viel Gewicht wegen ihrer Appetitlosigkeit verloren hatte; der Bauch scheint erst ab jetzt wirklich stark zu wachsen.) Ich muss sagen, dass mir die Tatsache der Schwangerschaft wesentlich hilft, ihr ihr verrücktes, hysterisches Verhalten nun im Nachhinein verzeihen zu können. Nach meinen Recherchen und Erzählungen mit Freunden, die teilweise auch schon Kinder haben, scheinen solche derartigen Verhaltsweisen in Schwangerschaftszeiten aufgrund von Hormonschwankungen durchaus nicht allzu unüblich zu sein. Damit wird es für mich verständlich. Ich habe dennoch ein mulmiges Gefühl und denke: "Na, ob das mal gut gehen wird."
  2. Moin1988

    Corona crisis

    Hi Leute, Ich: 32 Sie: 31 ich stecke ca. seit 1,5 Jahren in einer Beziehung. Seit November haben wir eine gemeinsame Wohnung. Seit Anfang März/Corona ging's aber rapide Berg ab mit der Beziehung. Höchstwahrscheinlich hatten wir uns direkt am Anfang März mit Corona angesteckt, sodass wir danach ca. 3 Wochen in freiwilliger Quarantäne aufeinander hockten. (Zu dem Zeitpunkt wollte uns keiner testen, da wir uns nicht offiziell in einem Krisengebiet oder nachweisbar Kontakt zu Infizierten gehabt hatten. Allein diese Ungewissheit war für uns schon auch psychisch belastend. Mir ging es bis auf leichte Symptome (leicht schwerere Atmung) körperlich gut und ich freute mich sogar schon auf die kommenden Wochen auf ein entspanntes Home-Office (und nebenbei Fernstudium) am Schreibtisch. Sie dagegen hatte, so vermute ich stark, große Angst, sie wirkte schon die Woche vor Corona mega hysterisch, war extrem zickig und rechthaberisch. Wenig später war sie die kompletten vier Wochen dann auch ziemlich platt, hatte die ersten 1,5 Wochen auch heftige Grippesymptome. Und sogar bis heute ist immer noch ihr Geschmackssinn teilweise verloren bzw. er ist merkwürdig verstellt, sodass kaum noch irgendein Essen schmeckt. Entsprechend hat sie 12kg abgenommen. Das Ding ist, auf mich wirkte sie die Zeit nach den ersten 1,5 Wochen eher wie depressiv. Die meiste Zeit hat sie eigentlich nur geschlafen und in den Momenten, wo sie wach war, hat sie sich extrem mit Kopfhörer abgekapselt und total stumpfsinnig täglich 10h am Stück irgendwelche LetsPlays auf Youtube reingezogen - so, als wenn sie sich auch mit Absicht irgendwie betäuben wollte. Wenn man mal was wollte (belanglose versuchte Nettigkeiten meinerseits wie: "Ich frühstücke jetzt. Möchtest du auch etwas haben?") hat sie meist ziemlich unfreundlich und mega zickig auf mich reagiert. Ich hab mir da die ganze Zeit über ziemliche Sorgen um sie gemacht. Gespräche waren so gut wie gar nicht möglich, schon allein, weil sie ständig den Kopfhörer trug. Ich wollte mir ihr eigentlich unbedingt die ganze Zeit mal ernsthaft sprechen, einfach weil sie auch psychisch nicht gesund auf mich wirkte und deshalb immer wieder mal versuchte, ein Gespräch zu beginnen. Ich bin schon ein Typ, mit dem man ruhig auch über seine Sorgen sprechen kann - aber bitte freundlich eben. Leider kam aber immer nur sehr zickiges und negatives Feedback. Ja, ganz ehrlich, ich hab während dieser Zeit mich nicht mehr wie ihr Freund, sondern eher wie ein ratloser Psychiater gefühlt und dadurch fing ich an, sie immer kritischer zu beobachten und habe mich gewissermaßen "entliebt". Da von ihr immer nur Ablehnung kam, hab ich irgendwann auch keine große Lust mehr gehabt, mich mit ihr weiter zu beschäftigen und ab da haben wir eigentlich 100% parallel aneinander vorbeigelebt. Ich hab mich ab dann ziemlich workaholic-mäßig in die Arbeit gestürzt und die Nächte durchgemacht und weitergearbeitet. Ich muss leider sagen: Es war die Hölle. Ich frage mich mittlerweile, ob ich wirklich so ein extrem unsensibler, empathieloser Vollidiot bin, wie sie mir nun vor kurzem vorgeworfen hat. Das Ding ist, ich kann mir ihr nicht vernünftig reden. Ich wollte ihr versuchen klar zu machen, dass ich bei ihr auch teilweise eine Depression (oh - das war ein wunder Punkt, da ist sie mega ausgerastet) oder zumindest einen Lagerkoller (in unserer Situation war das nun wirklich nicht so weit hergeholt) vermutet hatte. Und dass ich freundlich behandelt werden möchte. Stattdessen kam ein Bombardement von 1000 Vorwürfen (Kleinigkeiten: Z.B. Zahnpasta nicht in den Schrank getan oder soetwas.) und Grundsatzdiskussionen, ob man freundlich sein muss, wenn es einem schlecht geht. (Meine Meinung ist halt entschieden "Ja!". Ja, sogar auch bei Krebspatienten im Endstadium usf.) Was die Vorwürfe betrifft: Mega Drama und natürlich sei ich nun an allem schuld. Joa, was soll man davon halten. Ich fand ihre Vorwürfe sogar alle ziemlich harmlos. Bei vielen Dingen konnte ich auch mich eindeutig schuldig bekennen - hab ich kein Problem mit. ABER diese ganzen Belanglosikeiten sind doch nicht der Punkt. Auch nach dem Streit wollte ich unbedingt herausfinden, was denn wirklich ist. Stand jetzt ist, wir haben uns zwar vertragen, aber gelöst ist es trotzdem nicht. Ich war zwischendurch immer wieder mal kurz davor, offiziell Schluss zu machen. Bei unserem letzten Streit waren wir beide am Ende ziemlich davon überzeugt, dass wir uns trennen sollten. Das Ding ist, so eine gemeinsame Wohnung ist jetzt schon ein Klotz am Bein. Derzeit wegen der Corona-Krise wäre aus materiellen Gründen ein Auszug für uns beide nicht möglich. Noch dazu hab ich überhaupt kein Bock auf Umzugsstress gerade. Ich bin wirklich ein harmonieliebender Mensch, wenig Ansprüche, genügsam. Ich hasse aber Theater und Drama, habe keinen Sinn dafür und will mich auch mit soetwas nicht beschäftigen müssen. Mittlerweile wollen wir es aber nochmal versuchen. Es langsam angehen. Küssen ist mittlerweile wieder drin, aber Sex noch nicht. Komischerweise gelingt es uns nun leider aber immer wieder, kontroverse Gesprächsthemen zu finden, wo sie (so habe ich das Gefühl), immer automatisch schon die Gegenposition von mir einnimmt, auch wenn es manchmal wirklich bescheuert ist. Sie wirft mir dann aber vor, nicht zuzuhören und ich empfinde sie als rechthaberisch, die mir dann auch noch ständig versucht, das Wort im Munde umzudrehen. Das ist wirklich sehr, sehr anstrengend. Dabei diskutiere ich normalerweise immer gern und mag Kontroversen. Aber diese Art gefällt mir nicht. Tja, was kann man machen?
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