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rsc

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  1. Das ist locker der schönste Satz, den ich in der letzten Zeit lesen durfte. Danke dafür. Ich ziehe mich in meine Höhle zurück. Gehabt euch wohl.
  2. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Der verlorene Sohn ...schrieb er und danach hörten sie fast ein Jahr lang nichts von ihm. Dieser Schlingel! Da hat er sich doch glatt nicht dran gehalten. Ja, Freunde, mich gibt es noch. In diesem Jahr ist eine Menge passiert. Heute habe ich mir meine gesamten Beiträge dieses Threads durchgelesen und musste das ein oder andere Mal grinsen. Rückblickend betrachtet wirken viele Dinge so bescheuert, viele Ideen wie die eines Wahnsinnigen, viele gesprochene Worte wie die eines nicht Zurechnungsfähigen. Genau das ist das Schöne am Leben. Wir wachsen. Ich bin nicht mit der alles umfassenden Weisheit auf die Welt gekommen, das ist keiner von uns. In diesem Jahr habe ich eine wichtige Erkenntnis für mich gehabt. Manche Dinge sind mir ein Krampf im Arsch und ich stehe nicht auf Krämpfe im Arsch, bin ja schließlich nicht doof. Deswegen habe ich es mir in meinem Leben zur Aufgabe gemacht, Krämpfe in meinem Arsch zu vermeiden, wenn es zu vermeiden ist. Das Schreiben ist für mich ein Krampf in meinem Arsch. Ich habe lange Zeit lang versucht, mich davon zu überzeugen, dass ich nur diese innere Blockade überwinden muss, eine Weile dran bleiben sollte und dann plötzlich Spaß daran empfinden würde. Das ist allerdings nie passiert. Einige Wochen am Stück habe ich mich dazu aufgerafft, täglich zu schreiben. Der Moment, in dem ich das als spaßig empfunden habe, ist nie gekommen. Sobald ich auch nur in irgendeiner Art und Weise einen qualitativ hochwertigen Text verfassen will, habe ich schon keinen Bock mehr. Ein paar Gedanken in Form von Halbsätzen in mein Tagebuch zu rotzen, die sowieso nur ich lese, klappt hingegen wunderbar. Schreiben ist für mich wie Bügeln. Ich stehe auf das Ergebnis, das Feedback, der Prozess ist aber nervtötend. Genau aus diesem Grund habt ihr lange Zeit nichts von mir gehört. Daran wird sich vorerst auch nichts ändern, weil ich mich nicht mehr zu dieser unliebsamen Tätigkeit zwingen werde. Ich bin euch für euer gesamtes Feedback hier in diesem Thread sehr dankbar. Ein kleines Update bekommt ihr hier deswegen noch von mir. In kurzen Stichworten - genauso, wie ich auch Rosalie, mein liebesvolles Tagebuch, mit meinen Gedanken beglücke: Dieses Jahr war sehr gut für mich. Im Beachvolleyball habe ich meine Leidenschaft gefunden, wahrscheinlich habe ich das hier schon irgendwo erwähnt. Es ist eine geile Community. Früher oder später laufe ich immer den gleichen Leuten über den Weg. Die Mädels sind hübsch, sportlich, intelligent. Perfekt für mich vorgefiltert. Da noch extra auf der Straße oder in Clubs auf die Pirsch zu gehen, erscheint geradezu idiotisch - es sei denn, man hat da total Spaß dran und kriegt es leicht in sein Leben integriert. Drei Mädels habe ich noch aus dem Club mit nach Hause genommen. Erstaunlich, wie einfach das ist, wenn einmal der Groschen gefallen ist. Auch nicht viel schwerer, als ein bisschen zu knutschen. Einmal mit einem Mädchen geknutscht. Ihre Freundin streichelte mir immer wieder über das Bein, was ich ignorierte. Mit zu Mädchen 1 gegangen und Sex gehabt. Dann erfahren, dass beide bi waren und sie Bock auf einen Dreier hatten, Mädchen 2 aber dann angepisst war, weil ich nicht auf ihre Streicheleinheit eingegangen bin. OHMANNEY. Biste nett, isset falsch, biste nicht nett, isset auch falsch. Eine zerbrochene Freundschaft, weil ich einmal schwach war, sie attraktiv und mein Penis stark. Schlauer daraus geworden. Vagina niemals über Freund, egal wie attraktiv Vagina. Wusste ich eigentlich schon und war immer eins meiner obersten Gebote, nach denen ich lebte. Bringt aber niemandem was, wenn du 100 Mal nein sagst und beim 101. Mal ja. Jeder merkt sich nur das eine Ja. Viel, viel Sport. Topfit. Ernährung so gut wie nie zuvor. Koche eigentlich nur noch zuhause, statt unterwegs Fraß zu kaufen. Auswärtsessen ist bei mir nur noch ein soziales Ereignis, ich hole mir nicht mehr alleine irgendwo etwas. Die Arbeit läuft richtig gut. Hammermäßige Arbeitsbedingungen, bei denen ich mir alles frei einteilen kann. Komplette Eigenverantwortung, wie ich Dinge angehe. Gut für mein Gehirn. Immer neue Herausforderungen dabei, die mich geistig fit halten, mich manchmal aber auch in den Wahnsinn treiben. Ein Umzug zu einer neuen WG. Geiles Zusammenleben. Die Mädels haben mir vor Augen geführt, wie das Leben extrem sozialer Menschen aussieht und mich erkennen lassen, dass ich anders gestrickt bin. Ich bin gerne unter Menschen, allerdings nur für sehr begrenzte Zeiträume. Danach will ich meine Ruhe. Das Zusammenleben mit ihnen macht Spaß. Bisher die unkomplizierteste WG. Viel lesen, viel Tagebuch schreiben. Gitarre spielen. Sprachen lernen. Meditieren. Früh aufstehen, aber auf meine 7 Stunden Schlaf achten. Mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen. Ich habe einige Ängste bei mir festgestellt, die mich in meinem Leben schon seit jeher behindert haben und mich in Zukunft weiter vom Erfolg abhalten werden, wenn ich sie nicht angehe. Also gehe ich sie an. Das erfordert Zeit, aber es ist nötig und es bessert sich. Ich bin immer noch erstaunt, wie leicht Disziplin und gute Gewohnheiten trainierbar sind. In meiner Jugendzeit war ich nie diszipliniert, das wird aber Jahr für Jahr besser. Jetzt würde ich mich sogar als sehr disziplinierten Menschen bezeichnen. Alles fing mit einem kleinen Schritt an, bis es schließlich zu einem Selbstläufer wurde. Und dann hatte ich mit ihr Training. Hübsch, clever, sportlich, lustig. Ich merkte, dass sie mich auch gut fand. Trotzdem brauchte ich ewig. Dann aber habe ich endlich meine Eier in die Hand genommen und sie gefragt, ob sie mal mit mir was trinken geht. Es lief etwas holprig. Wer fremde Frauen auf der Straße ansprechen, zu einem Date bewegen und von sich überzeugen kann, der kann das auch mit einer Frau, die er im sozialen Umfeld kennenlernt und mit der er schon viel Zeit verbracht hat. So kamen wir zusammen. Sie ist mein Spiegel, der mir meinen Bullshit zeigt. Es ist schwer, jemandem etwas vorzumachen, der sich fast jedes Wort merken kann und clever ist. Manchmal ist es lustig, wenn sie mich daran erinnert, was ich in der Vergangenheit gesagt habe und was in komplettem Widerspruch zu dem jetzt Gesagten steht. Sie tut mir gut. Ich bin gelassen und zufrieden. Mal sehen, was die Zukunft noch für mich bereit hält. Danke für eure Aufmerksamkeit. Wenn ihr noch Fragen habt, lasst es mich bitte wissen.
  3. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Silvester rückt immer näher. Während der geübte Pickupper sich in der Frauenschutzzone auf Beutejagd begibt, tippe ich hier meine Zeilen und harre in freudiger Erwartung der spannenden Zeiten, die vor uns allen liegen. Einen guten Rutsch wünsche ich schon mal euch allen. Möget ihr ausrutschen, auf eurer Traumdame landen und süße Liebe machend gemeinsam ins neue Jahr reiten. Es kommt dann doch immer anders, als man denkt. Ich habe mich nicht überwinden können. Stattdessen hat sie dann die Zügel in die Hand genommen und mich gefragt, ob ich mit ihr in eine Kneipe will. Fand ich nett, habe mich ein bisschen wie eine Prinzessin gefühlt. Sie hat die Uhrzeit, die Location und den Sitzplatz gewählt - und unser Bier bezahlt. OH MEIN GOTT, BIN ICH NOCH ALPHA, WAS SOLL ICH IHR JETZT SCHREIBEN, SIE HAT IHREN WHATSAPP STATUS GEÄNDERT VON "grüne Erbsen reifen nie" auf "reifen grüne Erbsen nie?". DA IST EIN FRAGEZEICHEN. HAT SIE EINEN ANDEREN? Spaß beiseite. Der Abend mit ihr war sehr angenehm. Sie weiß ganz genau, wie sie sich als Frau interessant macht. Sie kann flirten. Sexuelle Spannung war da. Geküsst haben wir uns nicht. Machen wir aber dann beim nächsten Mal glaube ich? Haha. Jetzt ist es an der Zeit für mich, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen. Bin ja schließlich der Kerl. Wenn sie aus ihrer Heimat zurückkehrt, schlage ich ihr mal ein Treffen vor. Gewohnheiten - Teil 4 Kein Alkohol Damit ist kein kompletter Verzicht gemeint. Als ich das erste Mal Alkohol getrunken habe, war ich 11. Bisschen früher als nötig, aber ändern kann ich es nicht. Ich habe schon immer relativ viel Alkohol getrunken. Es gab Zeiten, da habe ich auch mal alleine zuhause ein Bier zur Entspannung getrunken. Das ist zum Glück schon lange nicht mehr der Fall. Nichtsdestotrotz ist das hier ein Thema, wo ich ein bisschen aufpassen muss, weil Alkoholismus bei uns in der Familie recht weit verbreitet ist - interessanterweise schaffen es aber alle Betroffenen, ihren sozialen Verpflichtungen nachzukommen. Ich gehe davon aus, dass eine gewisse genetische Prädisposition bei mir vorliegen könnte, deswegen habe ich mich auch intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Damit will ich nicht meinen Konsum rechtfertigen, sondern nur erklären, warum ich in diesem Bereich aufmerksam bleiben möchte. Der Punkt "Kein Alkohol" bezieht sich insbesondere darauf, dass ich nicht "aus Versehen" trinken möchte. Wenn ich trinke, dann zu besonderen Anlässen und nicht einfach so, weil wegen macht man halt so. Keine Kopfhörer Bezieht sich nur darauf, dass ich unterwegs nicht immer mit Kopfhörern durch die Gegend latsche. Ich will die Welt wahrnehmen und nicht in meiner eigenen Blase sein. Es ist ein bisschen besorgniserregend, wie viele Menschen nicht mehr ohne Kopfhörer überhaupt das Haus verlassen können. Keine Pornos Hier ist nicht viel Erklärungsbedarf. Pornos sind geil, ja. Die daraus entstehenden Nachteile überwiegen bei Weitem die Vorteile. Also Schluss mit dem Quark. Lieber habe ich im echten Leben Sex, vorzugsweise mit Frauen. Kein Fleisch Ist schnell erklärt. Ich habe Ende Juli aufgehört Fleisch zu essen. Das hat keine ethischen Gründe oder so. Nach einem recht exzessiven Partyurlaub habe ich mich etwas ekelig gefühlt. Ein paar Tage lang habe ich dann nur sehr leichte Kost gegessen, also auch auf Fleisch verzichtet. Mir ging es ziemlich schnell erstaunlich gut. Also dachte ich, ich lasse mal das Fleisch komplett aus meiner Ernährung weg und schaue, ob ich es vermisse. Ich vermisse es tatsächlich nicht und das, obwohl ich in einem Haushalt groß geworden bin, wo jeden Tag Fleisch gegessen wurde. Ich dachte immer, ich sei der letzte Mensch, der zum Vegetarier wird. Tja, so kann das Leben manchmal spielen. Speed Reading Ich kann es immer noch nicht fassen, ehrlich. Es ist mir schlicht und ergreifend schleierhaft, warum dieses Wissen so wenig verbreitet ist. Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit Speed Reading beschäftigt. Ich habe mir das Buch "Speed Reading - Schneller lesen - mehr verstehen - besser behalten" von Tony Buzan gekauft und durchgelesen. Woah. Woah. Einfach nur woah. Die meisten Menschen können 200-400 Wörter pro Minute lesen, wobei die 400 Wörter eher für sehr viel lesende Akademiker gelten. Ich selbst lag bei 350 Wörtern pro Minute, bevor ich das Buch gelesen habe. Mittlerweile konnte ich mit Hilfe simpler Techniken meine Lesegeschwindigkeit fast verdoppeln. Verdoppeln habe ich gesagt? Ja, habe ich gesagt. Und das, ohne Einbußen im Textverständnis zu haben. Das ist kein blödes Verkaufsgelaber hier von mir. Ich habe nichts davon, euch hier Mist aufzuschwatzen. Eine der besten Investitionen meines Lebens. Wenn ihr das Buch kauft, solltet ihr aber nicht alles für bare Münze nehmen. Mit seinen Werten und Zahlen übertreibt der Tony Buzan etwas. Euch sollte auch bewusst sein, dass die Studien, von denen im Buch die Rede ist, teilweise Unsinn sind und wissenschaftlichen Standards nicht gerecht werden. Auch denke ich bei einigen Techniken, dass sie für die meisten Menschen nicht so funktionieren, wie er das erzählt. Für mich haben diese 5 Punkte hier bisher am meisten bewirkt: Weniger Fixierungen pro Zeile Statt immer die ganze Zeile zu lesen, reicht es aus, bestimmte Wortgruppen mit den Augen zu fixieren. Das Hirn kann 3-5 Wörter problemlos gleichzeitig verarbeiten. Ist anfangs ungewohnt, keine Frage. Du gewöhnst dich allerdings recht schnell daran. Kürzere Fixierungszeiten Hier geht es um die eben genannten Fixierungen. Statt Wortgruppen beispielsweise eine Sekunde lang zu fixieren, fixierst du sie eben nur eine halbe Sekunde. Am Anfang wirst du womöglich weniger verstehen, wenn du die Fixierungszeiten verkürzt. Mit der Zeit pendeln sich das ein. Mehr Abstand zum Buch Wenn du mit weniger Fixierungen arbeitest, ist es sinnvoll, mit dem Kopf nicht zu nah am Buch zu sein. Je weiter das Buch weg ist, desto mehr Informationen kannst du in einem Moment aufnehmen. Optimal sind etwa 50 cm Abstand. So ist der Text weit genug entfernt, um viele Informationen aufnehmen zu können, gleichzeitig aber noch nah genug, um den Text noch vernünftig erkennen zu können. Regression und Rücksprünge vermeiden Gerade langsame Leser neigen dazu, häufiger im Text zurückzuspringen, wenn sie etwas nicht verstehen oder Angst haben, eine Information nicht richtig aufgenommen zu haben. Das ist auch teilweise der Tatsache geschuldet, dass sie viel zu viele Fixierungen pro Zeile haben. Das stört den Lesefluss unheimlich. Versuche Rücksprünge zu vermeiden. Die gewonnene Zeit kannst du dann hinterher nutzen, um den Text noch mal zu lesen. Bei leichten und mittelschweren Texten zwei Zeilen auf einmal lesen Klingt ziemlich krass, wenn man es noch nicht gemacht hat. Je nach Textgröße und Schwierigkeitsgrad des Textes funktioniert das erstaunlich gut. Unser Hirn nimmt wesentlich mehr Informationen auf, als wir vermuten würden. 10-Finger-Schreiben Wir alle nutzen in unserem Leben Tastaturen. Wahrscheinlich nutzen die meisten von uns sogar täglich eine Tastatur. Trotzdem kann so gut wie keiner wirklich mit zehn Fingern tippen. Das finde ich total erstaunlich, weil es super leicht zu lernen ist. Gerade wenn ihr einen Bürojob habt und täglich mit Computern arbeitet, dann habt ihr hier ein ungeheures ungenutztes Potenzial. Mir fallen auf die Schnelle kaum Dinge ein, die so wenig Aufwand zum Erlernen erfordern und gleichzeitig so viel Zeitersparnis ins Leben bringen. Ich persönlich hatte das Glück, dass uns das in der Schule im Rahmen des Informatikunterrichts beigebracht wurde, als ich 13 war. Zitat aus Wikipedia: "Geübte Zehnfingerschreiber erreichen bei einem 10-Minuten-Test 200 bis 400 Anschläge pro Minute. Als physisch maximal erreichbare Höchstgrenze gelten 750 Anschläge pro Minute." Das sagt Wikipedia zum Thema Anschläge pro Minute. Ich nehme an, dass diese Zahlen für "richtige" Texte gelten, also nicht für sinnlose Aneinanderreihungen von Wörtern ohne Kommata und Punkte. Wenn ihr mal sehen wollt, wie schnell ihr tippt, könnt ihr das hier versuchen: https://10fastfingers.com/typing-test/german Mal so zum Vergleich: Als ich den Test das erste Mal gemacht habe, hatte ich 812 Tastaturanschläge in 1 Minute. Wenn ihr 600 Anschläge oder mehr schafft, seid ihr schon gut und das Thema ist nicht so relevant für euch. Landet ihr deutlich darunter, kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen, euch mit dem Thema zu befassen. Das kann sich jeder Mensch selbst beibringen. Das Prinzip ist total simpel. Du positionierst deine Hände auf der Tastatur so, dass dein linker Zeigefinger auf dem "F" liegt und dein rechter Zeigefinger auf dem "J". Das ist die Ausgangsposition. Wenn ihr mal über die Tasten "F" und "J" streicht, werdet ihr merken, dass da eine kleine Erhebung ist. Die ist dafür da, dass ihr immer wisst, wo ihr euch auf der Tastatur befindet. Ihr müsst also nicht mal auf die Tastatur gucken, um herauszufinden, wo die beiden Tasten sind. Cool, oder? Der Rest ist ziemlich simpel. Die Tastatur ist in Bereiche unterteilt. Jeder Finger ist für einen bestimmten Bereich zuständig. Ist auf der Grafik ganz gut zu sehen. Das ist die ganze Magie. Am Anfang mag das noch anstrengend sein. Ist wie Autofahren lernen, nach 2-3 Wochen hast du das komplett drin und tippst schneller als 90% der Leute. Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf. Getting Things Done Wenn ihr in einem Beruf tätig seid, der viel Selbstorganisation erfordert, kauft euch das Buch. Das hat mir eine erstaunliche Menge Stress aus meinem Arbeitsalltag genommen. Das hier zusammenzufassen, würde euch allerdings meiner Meinung nach nicht viel bringen. Die Aha-Momente kriegt ihr viel eher, wenn ihr das Buch lest. Der Kerngedanke ist, Informationen so aufzubereiten und zu verwahren, dass dein Gehirn entlastet wird. Wir neigen zu sehr dazu, dem Gehirn alle möglichen Sachen aufzubürden, bei der uns die Technik Abhilfe schaffen könnte. "Your mind is for having ideas, not holding them." Gelesene Bücher Bronnie Ware - 5 Regrets of the Dying (229 Seiten, Englisch) Vor ein paar Tagen bin ich beim Durchstöbern meiner Bücher auf dieses Schmuckstück gestoßen, welches ich vor ein paar Monaten gelesen habe. Da ich es damals unheimlich interessant fand, dachte ich mir, dass ich es hier mit euch teilen sollte. Das Buch hat meinen Horizont erweitert. Ich denke, dass wir alle ein klein wenig aus den Geschichten lernen können. In dem Buch geht es um den Lebensweg der Autorin Bronnie Ware. Sie arbeitet jahrelang in einer Bank. Dabei spürt sie immer wieder tief in ihr, dass es nicht wirklich das ist, was sie tun will. Eines Tages - sie ist mittlerweile Ende 20 - fasst sie den Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann. Sie kündigt ihren Job. Einen Teil ihres Hab und Guts verkauft sie oder verschenkt es an Freunde, um dann durch die Welt zu ziehen. Irgendwann beginnt Bonnie, als Palliativpflegerin zu arbeiten. Dabei begleitet sie viele Menschen in den letzten Stunden, Tagen, Wochen und Monate ihres Lebens. Die Erkenntnisse, welche diese sterbenden Menschen in ihren letzten Stunden haben, hat Bonnie gesammelt und die fünf häufigsten mit Geschichten und Erzählungen zusammengefasst. Einige der Geschichten sind unheimlich herzerwärmend. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben" Die Geschichte von Grace ist herzzerreißend. Sie hat früh das getan, was von ihr erwartet wurde: geheiratet, Kinder gekriegt und ihr Leben ihrem Mann und ihren Kindern gewidmet. Leicht hatte sie es dabei nicht, denn ihr Mann hat sie ständig tyrannisiert. Als ihr Mann in ein Pflegeheim eingewiesen wird, sieht Grace Licht am Ende des Tunnels. Sie kann nun endlich all die Dinge tun, die ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten verwehrt geblieben sind...denkt sie zumindest. Kurze Zeit darauf wird sie todkrank und bettlägerig. All die Dinge, die sie Zeit ihres Lebens machen wollte und doch nicht getan hat, weil sie gemäß den Erwartungen anderer Menschen gelebt hat... "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet" Sein Leben lang hat John fleißig gearbeitet, um gutes Geld nach Hause zu bringen. Er war alt und seine Frau Margaret bat ihn wiederholt, endlich in Rente zu gehen, um Zeit mit ihm verbringen zu können, Geld hatten sie ohnehin genug. Er war noch nicht bereit dafür und wollte es nicht. Irgendwann ließ er sich schließlich endlich dazu breitschlagen, in Rente zu gehen. Leider kam diese Entscheidung zu spät. Margaret wird krank und stirbt. Kaum etwas wird so häufig von Männern bereut wie zu viel gearbeitet zu haben - insbesondere, wenn ohnehin Geld im Überfluss vorhanden ist. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken" Jozsef ist ein Überlebender des Holocaust. Von der schweren Zeit gezeichnet, hat er es in seinem Leben nie mehr wirklich geschafft, sich seinen Mitmenschen emotional zu öffnen. Seine eigene Familie kannte ihn nicht, weil er sich emotional zurückzog und nur noch auf einer informativen, nicht jedoch einer emotionalen Ebene mit den Menschen kommunizierte. Er bereut, dass ihn seine Familie niemals wirklich gekannt hat. "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten" Über die Jahre können wir einander aus den Augen verlieren. Mitunter kann es Arbeit und Aufwand bedeuten, den Kontakt zu seinen Freunden aufrechtzuerhalten. Nichts ist jedoch so schmerzlich, wie in seinen letzten Stunden zu erkennen, dass keine Freunde mehr da sind, die sich wirklich für einen interessieren könnten. Viel zu oft räumen wir diesen Freundschaften nicht den Stellenwert in unserem Leben ein, den sie verdient hätten. Lasst uns klüger sein. Lasst uns den Menschen, die uns wichtig sind, zeigen, wie wichtig sie uns sind. "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein" Wenn sie doch nur früher erkannt hätte, dass sie die freie Wahl hat. Kein Mensch ist gezwungen, auf alle Zeit hin unglücklich zu sein. Glücklich zu sein ist eine freie Entscheidung. Wir haben es verdient, glücklich zu sein. Diese Erkenntnisse kamen für Rosemary leider erst sehr spät in ihrem Leben. Sie hatte ihr Leben ihrer Arbeit verschrieben, wodurch sie es zu einer sehr hochgestellten Managerin in ihrem Unternehmen gebracht hat. Leider ging all das auf Kosten ihrer Ehe und ihrer Lebensfreude. Verblieben ist eine verbitterte Frau, die erst in ihren letzten Stunden erkennt, dass sie sich bewusst für das Glücklichsein entscheiden kann. Denke immer daran: die Entscheidungen, die du triffst, entscheiden dein Leben. – John Wooden Bonnie beschreibt in ihrem Buch nicht nur ihre Zeit als Palliativpflegerin, sondern erzählt auch, wie sie beispielsweise Insassen eines Gefängnisses das Schreiben von Songtexten beibrachte. Ihr Lebensweg ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass das Leben nicht immer geradlinig verläuft. Manchmal manövrieren wir uns in unserem Leben in eine Sackgasse. In diesen Momenten ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass wir nicht immer weiter in diese Sackgasse hinein gehen müssen. Kurzfristig ist das der Weg des geringsten Widerstandes - klar, aber langfristig rauben wir uns damit nur die Lebensenergie. Es kommen Zeiten, da merken wir: "Alles klar, hier geht es irgendwie nicht mehr weiter. Ich habe mich hier in die Scheiße manövriert." Passiert jedem. Wichtig ist hier, dass wir bereit sind, dieses Kapitel abzuschließen und ein neues zu starten. Zu spät gibt es nicht. Wir werden uns mit der Zeit sonst nur aufreiben und ausbrennen. Ein aerodynamischer Lebenslauf sieht total toll aus und uns wird gerne suggeriert, dass die perfekte Karriere zu haben das non plus ultra ist. Schauen wir uns mal an, wie viele Leute mit schickem Lebenslauf geradewegs auf den Burnout zusteuern, dann sollte uns eins klar sein: Geld ist ganz nett und so, aber es ist nicht die eine Sache, die für unsere Glückseligkeit das entscheidende Kriterium ist. Das zeigen auch Bonnies Geschichten. Ihrer Intuition zu folgen ist genau das, was sie in ihrem Leben letztendlich glücklich gemacht hat. Abschließen möchte ich das Ganze mit einem meiner Lieblingszitate beenden: Glück ist keine Haltestation, an der man aussteigt, sondern die Art und Weise, wie man reist. - Margaret Lee Runbeck Fazit: Definitiv lesenswert. 8/10. Kann jedem guten Gewissens den Kauf ans Herz legen. Aristoteles - Nikomachische Ethik (376 Seiten) Was für ein Brocken. Äußerst sperrige Formulierungen und komplexe Satzkonstrukte. Das Ding hat die Tendenz, sehr simple Sachen unnötig kompliziert zu formulieren. Das Buch ist in 10 Bücher unterteilt. In dem Buch versucht Aristoteles zu erklären, wie man ein guter Mensch wird und ein gutes Leben führen kann. Anhand praktischer alltäglicher Beispiele versucht er seine Thesen zu erläutern. Ehrlich gesagt habe ich aus dem Buch so gut wie nichts mitgenommen. Ich habe gerade mal zwei Zusammenfassungen davon durchgelesen, um zu sehen, ob ich einfach zu doof zum Lesen bin. Selbst die enthalten nichts, was mich in irgendeiner Weise beeindruckt. Deswegen spare ich mir hier die ausführliche Zusammenfassung. Fazit: Für Philosophieliebhaber möglicherweise interessant, für alle anderen tendenziell eher nicht. Mir selbst hat es nicht so gut gefallen. 5/10 Gustave Le Bon - Psychologie der Massen (156 Seiten) Insbesondere im Hinblick auf die Geschichte ist das Buch äußerst lesenswert. Die Erkenntnisse hieraus wurden unter Anderem von Diktatoren wie Adolf HItler genutzt, um ihre Macht auszubauen. Kernaussage des Buches ist, dass wir uns von unseren niederen primitiven Instinkten leiten lassen, wenn wir als Masse auftreten. Unser rationales Denken setzt dann aus. Dabei ist auch mehr oder weniger egal, ob wir eine Masse hochintelligenter Menschen sind oder nicht. Erstaunlich ist auch, dass Massen im Kollektiv Entscheidungen treffen, die die einzelnen Individuen selbst niemals treffen würden - teilweise handelt der Einzelne, sobald er in einer Masse auftritt, seinen eigenen Interessen zuwider. Das Buch erklärt, wie im Laufe der Geschichte immer wieder Sachen passiert sind, die man mit normalem Menschenverstand nicht nachvollziehen kann. Niemand ist immun gegen die Verblödung in der Masse, weder du noch ich. Ein paar Zitate, die mir in dem Buch sehr gut gefallen haben: "Das Überraschendste an einer psychologischen Masse ist: welcher Art auch die einzelnen sein mögen, die sie bilden, wie ähnlich oder unähnlich ihre Lebensweise, Beschäftigungen, ihr Charakter oder ihre Intelligenz ist, durch den bloßen Umstand ihrer Umformung zu Masse besitzen sie eine Art Gemeinschaftsseele, vermöge deren sie in ganz andrer Weise fühlen, denken und handeln, als jedes von ihnen für sich fühlen, denken und handeln würde." "Zwischen einem großen Mathematiker und seinem Schuster kann verstandesmäßig ein Abgrund klaffen, aber hinsichtlich des Charakters ist der Unterschied oft nichtig oder sehr gering. Eben diese allgemeinen Charaktereigenschaften [...] werden in den Massen vergemeinschaftlicht." "Die Masse nimmt nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf." "Der einfachste Vorfall, von der Masse gesehen, ist sofort ein entstelltes Geschehnis." "[...] dass die Kollektivbeobachtungen die verfehltesten von allen sind, und dass sie meistens nur die einfache Täuschung eines einzelnen sind, die durch Übertragung alle andern beeinflusst hat. Unzählige Fälle beweisen, dass man gegen die Zeugenschaft der Masse das größte Misstrauen hegen muss." "Beim Studium der Einbildungskraft der Massen fanden wir, dass sie namentlich durch Bilder erregt wird. Diese Bilder stehen einem nicht immer zur Verfügung, aber man kann sie durch geschickte Anwendung von Worten und Redewendungen hervorrufen. … Worte, deren Sinn schwer zu erklären ist, sind oft am wirkungsvollsten. So z.B. die Ausdrücke Demokratie, Sozialismus, Gleichheit, Freiheit u. a., deren Sinn so unbestimmt ist, dass dicke Bände nicht ausreichen, ihn festzustellen. Und doch knüpft sich eine wahrhaft magische Macht an ihre kurzen Silben, als ob sie die Lösung aller Fragen enthielten. In ihnen ist die Zusammenfassung der verschiedenen unbewussten Erwartungen und der Hoffnung auf ihre Verwirklichung lebendig." "In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft." "Die Masse nimmt nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf. Es hat nicht, wie man so oft wiederholt, die »ganze Welt mehr Geist als Voltaire«, sondern Voltaire hat zweifellos mehr Geist als die »ganze Welt«, wenn man unter dieser die Massen versteht." Fazit: Klassiker der Psychologie und Soziologie. Kann sicher nicht schaden, das Ding mal gelesen zu haben. Die Informationen aus dem Buch sind weitestgehend zeitlos und auch heute noch relevant. 7/10 Die Macht des Mitgefühls Einsamkeit. Eine Welt voller einsamer Menschen. Wir gehen durch die Stadt und blicken grimmig daher. Irgendjemand erspäht unseren Blick und blickt grimmig zurück. Der Frust sitzt tief. Wir wissen selbst nicht, woher diese innere Unruhe, dieses unfriedliche Gefühl in uns kommt. Eigentlich vollen wir nur ein bisschen Frieden in uns. Wir wollen umarmt, geliebt und umsorgt werden. Aber viele von uns kriegen das nicht. Und so werden sie verbittert. Sie tun, als würden sie Menschen nicht leiden können, als seien sie getrieben von Abscheu. Dabei sehnen sie sich nach nichts mehr als nach Liebe. Fang selbst an zu umarmen – sei es in Gedanken oder in der tatsächlichen Welt. Wünsche den Menschen alles Gute auf der Welt. Übe dich darin, Mitgefühl zu empfinden und es wird etwas Wundersames passieren. In dem Moment, in dem du selber beginnst zu schenken, statt Geschenke von anderen zu erwarten, wird sich dir ein Geheimnis offenbaren. Wer gibt, dem wird gegeben. Empfange Menschen mit offenen Armen, schenk ihnen dein aufrichtiges Lächeln und staune darüber, was die Welt dir zu bieten hat. Lasst uns den ersten Schritt wagen Wir können nicht erwarten, dass uns alles auf dem Silbertablett serviert wird, wenn wir nicht selbst ein paar Schritte wagen und uns aus den eigenen gewohnten Gefilden begeben – sei es gedanklich oder räumlich. Der Mensch ist im Kern ein mitfühlender Mensch. Auch wenn viele die Meinung teilen, dass wir vor allen Dingen aus egoistischen Gründen handeln, so bin ich anderer Meinung. Ich glaube, dass wir alle uns gegenseitig helfen wollen. Wir wollen uns gegenseitig dabei helfen, inneren Frieden zu erlangen. Ein Gefühl wohliger Wärme entflammt in uns, wenn wir anderen helfen, wenn wir sie mit offenen Armen annehmen, wie sie sind, und sie als das behandeln, was sie sind – unsere Brüder und Schwester. Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst, schenk ihm einfach deins. – Charlie Chaplin Am Ende leben wir doch in einer Welt, in dem der eine ohne den anderen nicht zurechtkäme. Wie lange würden wir überleben ohne all die Dinge, die von anderen Menschen produziert, geschaffen oder erarbeitet wurden? Die Welt ist ein riesiges Netzwerk und wir sind Teil dessen. Lasst uns aufhören, uns als davon abgeschnittenes Individuum zu sehen und uns über oder unter andere Menschen zu stellen. Wieso sollten wir uns auf böswillige Art begegnen, wenn es doch eine Alternative gibt, in der jeder bekommt, was er will? Fang an zu geben und dir wird gegeben. Sieh den Menschen von einer Perspektive aus, wo du ihm genau die Vertrauensvorschüsse gibst, die du dir selbst wünschst, von anderen Menschen zu erlangen. Wenn er diese Vertrauensvorschüsse verspielt, dann kannst du dich immer noch dazu entscheiden, den Kontakt zu ihm zu meiden. Wünsche ihm dennoch alles Gute, denn wir sind alle Menschen – wir gehören zusammen. Warum hast du eine Maske auf? ...und warum liegt hier Stroh? Nein, darauf wollte ich nicht hinaus. Ich finde es interessant, dass die meisten von uns mit einer Maske durch den Alltag laufen. Die eigenen Gefühle und Emotionen wollen ja schließlich maskiert und kaschiert werden. Was könnte die Welt nur für ein einfacher Ort sein, wenn wir uns alle gegenseitig die Hände reichten. Ob du den ersten Schritt machst, ich den ersten Schritt mache oder Günna, der Tankwart, wen interessiert das schon am Ende. Wo kommen wir hin, wenn wir immer erst nehmen wollen, bevor wir geben - verharrend in einer passiven Wartehaltung. Heute treffe ich für mich eine Entscheidung. Ich werde rausgehen und den Menschen mein aufrichtiges Lächeln schenken. Ich werde rausgehen und den Menschen die Hände reichen, wo ich nur kann. Ich werde rausgehen und der Person helfen, die es am wenigsten von mir erwarten würde. Dann werde ich darüber staunen, was passiert. Was wirst du tun? Beiträge gibt es ab jetzt im Zwei-Wochen-Rhythmus. Alles andere ist zu viel des Guten. Frohes Schaffen und einen geschmeidigen Rutsch! Cheers, rsc
  4. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Scheiß doch auf die Meinung der anderen Hin und wieder darf ich auf die Kacke hauen. Das wurde mir in zumindest in der Schule so beigebracht. Ok, war gelogen, aber es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, als mir Shakespeare ins Gehirn zu pflastern. Deswegen quarke ich an diesem schönen Tag so daher, wie mir der Mund gewachsen ist. Das ist auch gut so. Heute könnte es daher ein klein wenig vulgärer als sonst werden. Die seichten Gemüter mögen sich bitte an der Stelle zurückziehen. Alternativ könnt ihr euch auch in Sanftmut üben und mir meine fehlende Kinderstube verzeihen. Also dann. Heute wollen wir uns ansehen, wie viel wert die Meinung der anderen Menschen eigentlich ist. Vorne weg gebe ich dir schon mal einen Hinweis: gar nicht mal so viel. Um es mit den Worten meines weisen Freundes Ugufad Afbeba El Avisi Rimbalabuddha auszudrücken: „Wenn mir einer sacht, dass ick wat nicht kann, dann setz ick mich einfach auf den drauf und mach et dann trotzdem. Probleme lösen… – dit kann ick.“ Ja ich weiß, diese Problemlösungsstrategie ist nicht unbedingt alltagstauglich, aber ich will Wege aufzeigen! Du siehst schon, heute bin ich ein Rebell, nicht mal vor einer grünen Ampel mache ich Halt. Wer will mich denn schon aufhalten, hä? Normalerweise halte ich mich mit persönlichen Erfahrungen und Geschichten zurück, heute allerdings nicht – heute werde ich zum Geschichtenerzähler. Stellt euch also vor, ich sähe ungefähr so aus wie auf diesem Foto. Ich bin der Gunther. In meinem Bart trage ich die kumulierte Weisheit der Welt. Wenn ich rede, schweigst du. Wenn ich schweige, schweigt die Welt mit mir. Du siehst, ich bin äußerst weise. Aus diesem Grund solltest du meinen Worten gut lauschen, denn vielleicht verändern sie deine Welt – vielleicht sind sie aber auch nur so sinnvoll wie das Tragen von Socken in Sandalen. Je mehr ein Mann weiß, desto mehr erkennt er auch, wie wenig er weiß und wie oft er falsch liegt. Boom. Weisheit umsonst! In unserem Leben werden wir hin und wieder mit Situationen konfrontiert, in denen uns Leute etwas ausreden wollten. Niemandem davon möchte ich böswillige Beweggrunde unterstellen. Genau deswegen sind diese Geschichten auch so wichtig für mich. Ich glaube nicht daran, dass Menschen uns absichtlich Steine in den Weg legen. Stattdessen glaube ich fest daran, dass jeder zu jedem Moment seines Lebens versucht, nach seinem besten Wissen und Gewissen zu handeln. Ja, hin und wieder bleibt es beim Versuch. Das ist menschlich. Daher bringt mir Groll in der Hinsicht auch nichts. Lasst uns daher versuchen, aus jedem Stein, der uns in unserem Leben in den Weg gelegt wird, etwas Sinnvolles zu erschaffen. Ich möchte Ihnen dringend davon abraten. Als ich 16 war, lief es in meinem Leben drunter und drüber. Die Pubertät hinterlässt gerne mal Baustellen. Mädels werden interessanter, der Alkohol hält Einzug ins Leben, ein gewisser Drang zu rebellieren kommt zum Vorschein. Davon bin auch ich nicht verschont geblieben. Irgendwann wirkte sich das immer stärker negativ auf meine schulischen Leistungen aus. Ich war immer weit davon entfernt, ein vorbildlicher Schüler zu sein. In dieser Zeit jedoch nahm das ganze Züge an, die nicht mehr im Rahmen waren. Ich war kurz davor, sitzen zu bleiben. Gratulation, Prost Mahlzeit. So weit, so gut. Nun gab es scheinbar einen Lehrer, der irgendetwas in mir gesehen hat, das ich selbst noch nicht zu sehen vermochte. Dieser Lehrer hatte recht viel Einfluss. Die genauen Hintergründe sind mir nicht wirklich bekannt, deswegen kürze ich das Ganze mal ab: Es wurde gemutmaßt, dass meine Leistungen aus Unterforderung eingebrochen sind. Daher wurde mir ans Herz gelegt, doch eine Klasse zu überspringen. Rums. Erst war ich kurz davor, eine Klasse wiederholen zu müssen. Im nächsten Moment war genau das Gegenteil der Fall und ich sollte überspringen. Was in aller bärtigen Dreiheiligkeit ging hier vor sich? Was sollte ich davon halten? Ich war einfach nur hochgradig irritiert. Was für eine kernbehinderte Situation. Nun waren allerdings ein Lehrer nicht der Meinung, ich sei überfordert. So kam es dann, dass eines Tages – ich war mir selbst noch nicht sicher, wie ich mit der Situation umgehen sollte – ein Lehrer auf mich zukam und die folgenden Worte sprach: „Ich habe gehört, sie möchten überspringen. Ich möchte ihnen dringend davon abraten. Ich glaube nicht, dass sie das Zeug dazu haben.“ Rums. Das ist genau das, was ein mit seinem Selbstbewusstsein hadernder 16-Jähriger schüchterner Junge hören möchte. Im Übrigen auch in höchstem Maße pädagogisch sinnvoll, jemandem so etwas vor den Latz zu knallen. Da hatte ich ihn also, meinen John Travolta Moment. So stand ich da und ließ mir alles durch den Kopf gehen. Ich hatte keine Ahnung, welcher Weg der richtige war. Rausfinden konnte ich es nur, indem ich mich für einen der Wege entschied und ihn konsequent ging. Das tat ich dann auch. Ich nahm den Weg des höheren Widerstandes, ich übersprang die Klasse. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Soll ich dir sagen, warum? Dieses Erlebnis hat mich gelehrt, dass es immer mehr als eine Meinung gibt. Es gibt immer den einen, der sagt, dass Nutella mit Butter zu viel des Guten ist. Gleichzeitig gibt es aber auch den anderen, der sagt, dass Nutella mit Butter der Wahnsinn ist. Und scheiße, manchmal hast du eben das Gefühl, dass dir jemand vor die Karre tritt – so wie mein Lehrer, der mir sagte, ich hätte nicht das Zeug dazu. Aber was bringt es mir, ihm böse Absichten zu unterstellen? Was bringt es mir, im Detail darüber nachzudenken? Vielleicht wusste er gar nicht, was er in dem Moment sagte. Vielleicht hatte er an diesem Tag nur andere Dinge im Kopf und war nicht auf dem Höhepunkt seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit. Vielleicht – nein, wahrscheinlich(!) – würde er sich nicht einmal an dieses Ereignis erinnern, wenn ich ihn darauf anspräche. "Du wirst nicht viel erreichen, wenn du immer auf die Zweifel der Menschen hörst." Wenn dir jemand seine Meinung mitteilen möchte, dann höre ihm zu. Lehne nicht alles kategorisch ab. Sei dir aber auch der Tatsache gewahr, dass Menschen fehlbar sind. Manchmal sprechen Menschen zwar scheinbar mit dir, benutzen dich tatsächlich aber nur als Spiegel – auf einer Metaebene reden sie mit sich selbst. Was sie dir mitteilen, muss mitunter nicht einmal etwas mit dir zu tun haben. Hin und wieder sind wir in Ermangelung gerade verfügbarer Optionen auch einfach das einzige Medium, dem sie sich mitteilen können. Ich habe mir angewöhnt, mir immer diese fünf Fragen zu stellen, wenn jemand versucht, mir meine Vorhaben auszureden oder mir negative Gedanken einzureden: Hat er/sie selber Ahnung von dem Bereich, um den es hier geht? Projiziert er/sie hier gerade eigene Ängste/Sorgen/Erlebnisse auf mich? Führt er/sie die Art von Leben, die ich selbst für mich als erstrebenswert erachte? Was würde ich jemandem raten, der das gleiche Vorhaben hat wie ich? Was würde ich tun, wenn ich keine Angst vor dem Scheitern hätte? Diese Fragen helfen mir dabei, für mich selbst eine Entscheidung zu treffen, mit der ich gut leben kann. Ob es die beste Entscheidung ist, kann ich im Vorhinein ohnehin nicht wissen. Das schaffst du doch niemals. Drei Jahre später stand ich vor einer neuen Herausforderung. Das Abitur stand vor der Tür. An sich ist das eine entspannte Sache, wenn mit ihm nicht eine ganz entscheidende Frage einherginge: „Was mache ich danach?“ Wir leben in einer Zeit, in der uns tausende von Optionen zur Verfügung stehen. Leider sind wir Menschen so gestrickt, dass wir uns von zu vielen zur Verfügung stehenden Optionen lähmen lassen. So erging es auch mir. Ich durchstöberte das Internet und alle möglichen Broschüren nach der zündenden Idee. Eine lange Zeit lang blieb diese erhoffte Idee aus, der Frust wuchs zunehmend. Wenn es nach meinen Eltern gegangen wäre, dann wäre ich Lehrer geworden. Die Idee schien mir sogar ganz angenehm, aber so wirklich überzeugen konnte sie mich nicht. Irgendwann erzählte mir dann ein Freund, er wolle Wirtschaftsinformatik studieren. Klang irgendwie spannend. Also informierte ich mich darüber und fasste letztlich den Entschluss, dass ich es auch studieren möchte. Nun sind wir ja keine isolierten Wesen, sondern sprechen auch miteinander. So kam es dann, dass ich irgendwann in einer Gesprächsrunde mit ein paar Mitschülern saß. Wir unterhielten uns angeregt über den bevorstehenden Abiturausflug. Nach und nach schwappte das dann über in ein Gespräch über unsere Zukunftspläne. Ein Mitschüler fragte mich, was ich jetzt nach dem Abitur machen wolle. Wirtschaftsinformatik studieren. „Was? Du? Du bist doch voll scheiße in Mathe und der Studiengang richtig hart. Das schaffst du doch niemals!“ Rums. Das hört das Herz doch gerne. Da schlägt man sich als Jugendlicher wochenlang mit existenziellen Fragen herum und entscheidet sich endlich für einen Weg, nur um dann so eine Breitseite reingedrückt zu bekommen. Teenager können totale Ottos sein. Wenn hier ein Otto mitliest – nichts für ungut! Mit meinem Namen sollte ich ohnehin keine Steine werfen. Jedenfalls hat mich dieser Mitschüler sehr ins Wanken gebracht. Zweifel bauten sich in mir auf. Irgendwo hatte er auch Recht, meine Matheleistungen waren in den letzten Jahren unterdurchschnittlich. Mit dem Wissen, dass mein Mitschüler über mich hatte, war diese Aussage gar nicht abwegig. "Keiner hat bis jetzt sein Augenlicht geschädigt, weil er auf die positive Seite des Lebens geblickt hat." Dann erinnerte ich mich an die Geschichte mit dem Lehrer, der mir drei Jahre zuvor gesagt hätte, dass ich nicht das Zeug dazu hätte, zu überspringen. Damals hatte ich mir selbst beweisen können, dass ich sehr wohl das Zeug dazu hatte. Genau das gleiche wollte ich auch dieses Mal tun. Mir war bewusst, dass ich mich zusammenreißen musste. Mit der Arbeitseinstellung, die ich zu Schulzeiten hatte, würde ich im Leben sonst noch häufiger Probleme bekommen. Kürzen wir das Ganze mal ab. Das Studium habe ich durchgezogen. Es ging erstaunlich leicht von der Hand. Was habe ich daraus gelernt? Input von anderen Menschen ist gut und wichtig. Diese Zweifel, die mein Mitschüler geäußert hat, haben mich darauf hingewiesen, dass ich meine Arbeitseinstellung überdenken sollte. Sie haben mir auch meinen Status Quo bewusst gemacht. Ohne diese Zweifel wäre ich vielleicht nicht so fokussiert in das erste Semester des Studiums gestartet. Diese geäußerten Zweifel waren genau das, was ich zu dieser Zeit brauchte. Ich habe gelernt, dass jede Aussage auch eine wertvolle Information für mich bereithalten kann, so ich sie denn sehen möchte. Ja genau, träum weiter. Mit 21 hatte ich die Idee, meinen ersten Marathon zu laufen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht einmal einen Halbmarathon gelaufen, aber ich dachte mir: Wenn ich das schon mache, dann richtig. Natürlich waren meine Freunde etwas skeptisch, als ich ihnen von diesem Entschluss erzählte. „Wie willst du das denn schaffen? Träum weiter, du bist ja noch nicht einmal einen Halbmarathon gelaufen.“ Was wäre aus mir geworden, wenn ich nicht immer genötigt gewesen wäre, Respekt vor anderen zu haben. – Johann Wolfgang von Goethe Ich habe in dem Alter aber schon begriffen, dass diese Zweifel immer kommen werden. Wenn niemand jemals deine Handlungen anzweifelt, dann wagst du auch nichts. Deswegen habe ich gelernt, das als gegeben zu akzeptieren. Du kannst nicht jeden Menschen auf dieser Welt verändern. Dafür kannst du dich selbst ändern. Sieh dich als ein Fenster, durch das du die Welt betrachtest. Wenn du dich selbst sauber und rein hältst, wirst du auch eher Menschen in dein Leben ziehen, die an dich glauben und zu dir stehen. Wahre Freunde sind sehr kostbar im Leben. Die Afrikaner sagen nicht umsonst, dass man einen wahren Freund auf beiden Händen tragen sollte. Den Marathon bin ich im Übrigen gelaufen. Ja, ich bin 820 Tode währenddessen gestorben. Das Gefühl danach war aber der Wahnsinn und die Mühe wert. Der Esel, der Vater und der Sohn Abschließend möchte ich noch diese Geschichte mit euch teilen. Sie stammt aus dem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian. Es geht darum, dass wir es nicht jedem recht machen können. Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel. „Der arme kleine Junge“, sagte ein vorbeigehender Mann. „Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?” Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen. Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen. „Ja, gibt es sowas?“, sagte eine alte Frau. „So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!“ Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: „Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?“ Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Egal, was wir machen“, sagte er, „es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!“ Der Sohn nickte zustimmend. Ich lasse mir sicher von niemandem mehr einreden, dass ich etwas nicht könnte. Bis Sonntag :-) Cheers, rsc
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    Tagebuch eines Schissers

    Guten Tacho, Freunde. Ich will ehrlich sein. Heute habe ich keinen Bock, diesen Beitrag zu verfassen. Gerade schaue ich aus dem Fenster und denke mir "jope, die Sonne scheint und ich sitze hier vor meinem Laptop, nur weil ich mir vorgenommen habe, diesen verdammten Beitrag jeden Sonntag zu schreiben". Manchmal ist das aber so. In diesen Momenten entscheidet sich, aus welchem Holz du geschnitzt bist - oder so. Ach, was weiß denn ich. Schon mal als Ankündigung: Kommendes Wochenende gibt es keinen Beitrag. Ich habe mir extra zwei Tage freigenommen, um vier Tage lang konsequent an meinem Blog arbeiten zu können und bin dann hoffentlich fertig mit dem Design - zumindest vorerst. Ist mir ansonsten ein bisschen zu viel Schreiberei, ich schreibe jeden Tag irgendwie so zwischen 1-2 Stunden und für mehr reicht meine mentale Power aktuell noch nicht. Gewohnheiten - Teil 3 Sport Bin so ein bisschen Sportjunkie, gerne auch 2x am Tag. Dieses Jahr habe ich Beachvolleyball, Yoga und Bouldern für mich entdeckt. Ansonsten gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und ab und zu laufen. Ab Frühling wird wieder richtig viel Beachvolleyball gespielt. Das heißt, dass ich aktuell noch relativ viel Zeit für das Fitnessstudio habe. Deswegen dachte ich mir, ich setze mir da mal wieder Ziele, weil ich seit Ewigkeiten auf der Stelle herumdümple. Kraftwerte 1RM aktuell bei 81kg Körpergewichtl: Schulterdrücken: 56kg Bankdrücken: 100kg Kniebeugen: 137kg Kreuzheben: 149kg Kraftwerte Ziel 1RM bis 1.3.2018: Schulterdrücken: 62, 5 Bankdrücken: 110kg Kniebeugen: 150kg Kreuzheben: 165 kg Sollte machbar sein. Mal schauen. Jeden Tag am Blog arbeiten Liegt momentan sehr viel Fokus drauf. Macht mir einfach tierisch Spaß. Eigene Texte zu schreiben ist ja die eine Sache. Das ist aber noch lange nicht alles. Um das Ding in Umlauf zu kriegen, muss man schon ein bisschen Arbeit reinstecken. Ich gehe da sehr strukturiert an - schaue mir erfolgreiche Blogs an, schaue, was sie richtig machen. Gucke mir an, ob ich das bei mir übernehmen und meinen eigenen Stempel aufdrücken kann. Im Prinzip gehe ich vor, wie ich das auch auf der Arbeit tun würde. Ich schaue mir die besten Leute an und betrachte im Detail, wie sie vorgehen. Das versuche ich dann für mich zu verallgemeinern. Beiträge bei erfolgreichen Blogs sind meistens ähnlich strukturiert und aufgebaut. Ansonsten geht viel über Networking. Da forsche ich gerade ein bisschen, wie ich effektiv und schnell networken kann. Keine Zigaretten Vor viereinhalb Monaten habe ich aufgehört Zigaretten zu rauchen. Läuft gut und bin auch nicht rückfällig geworden, obwohl ich hier und da auch betrunken war. Das Verlangen ist tatsächlich im Alltag auf 0 zurückgegangen. Höchstens nach ein paar Bier kriege ich einen kleinen Moment lang Lust, aber das verfliegt dann auch genauso schnell wieder. Die Leserzahlen steigen langsam, aber stetig Da ist noch gaaaanz viel Luft nach oben. Ich intensiviere meine Aktivitäten und Bemühungen hinsichtlich der Leserzahlen nun vermehrt. Hier werde ich vermutlich eine Weile mit meinen Bemühungen in Vorleistung gehen müssen, ehe ich da riesige Anstiege in den Leserzahlen erwarten darf. Aktuell wissen auch nur drei meiner Freunde von dem Blog. Alleine in der Hinsicht habe ich noch riesiges Potenzial. Ich will in diesem Monat den Blog richtig auf Vordermann bringen und ab Januar rühre ich dann richtig die Werbetrommel. Zum Glück bin ich geduldig und muss nicht alles sofort haben. Facebook sehe ich potenziell als meinen größten Katalysator. Ich bin äußerst gespannt! Beruflich läuft es top Das Mitarbeitergespräch mit meinem Chef hat mir aufgezeigt, dass ich auf einem sehr guten Weg bin. Ich lege eine außergewöhnlich schnelle und steile Entwicklung hin. Zurückführen kann ich das unter anderem auf drei Faktoren: Speedreading, 10-Finger-Schreiben und Getting Things Done. Heute bin ich zeitlich etwas knapp unterwegs. Beim nächsten Beitrag gehe ich dann etwas detaillierter auf die drei Punkte ein. Wo bleiben die MädelzZz? Ohhh neiiin, ich hatte das letzte Mal vor etwa zwei Monaten Sex, ALAAARM! Ach, ist schon ganz interessant zu sehen, wie wenig Antrieb ich momentan in die Richtung habe. Wobei ich sagen muss, dass mich ein Mädel derzeit reizt. Ich weiß nicht, ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Ich könnte sie ja mal fragen, ob sie Lust auf ein Treffen mit mir hat. Wäre aber wohl zu einfach oder so - sagt zumindest mein Kopf. Vielleicht überwinde ich mich kommende Woche dazu. Menno, warum setzen die sich nicht einfach auf meinen Schoß, ohne dass ich was tun muss. Diese Woche gelesene Bücher Tjo. Gerade lese ich 4 Bücher parallel und habe daher diese Woche kein Buch fertig gelesen. Zusammenfassungen folgen dann beim nächsten Mal wieder Die Tücken der eigenen Perspektive Kennst du das Gefühl, wenn du... von Menschen Kritik bekommst, die du nicht nachvollziehen kannst? jemanden kritisierst, nur um dann festzustellen, dass der Kritisierte kein Verständnis dafür hat? für etwas verantwortlich gemacht wirst, bei dem dich eigentlich keine Schuld trifft? jemanden kritisiert und später festgestellt hast, dass du eigentlich im Unrecht warst? unter Schnappatmung nach Argumenten suchst, warum du so und so gehandelt hast oder das und das getan hast? dich nach einer deiner Meinung nach gerechtfertigten Kritik in einer Diskussion wiederfindest, die sinnloser kaum sein könnte? Dann geht es dir so wie mir. Irgendwie scheint der Mensch nicht dafür gemacht zu sein, kritisiert zu werden. In uns ist einprogrammiert, auf Kritik mit Selbstverteidigung oder Gegenangriff zu reagieren. Pisst uns einer ans Bein, dann versuchen wir postwendend zurückzupissen. Dass das in einer Sauerei endet, muss ich dir nicht vormalen. Wer meine Malkünste kennst, der weiß, dass ich es auch ohnehin nicht könnte. Aus irgendeinem Grund haben wir das in uns drin, Schuldzuweisungen und Kritik austeilen zu wollen. Wir brauchen einen Verantwortlichen. Das ist nur selten zielführend. Warum also nicht einen anderen Weg gehen und Verständnis aufbringen, indem wir das tun, was der Mensch gemeinhin viel zu selten tut. Gehen wir doch hin und wieder einen Schritt zurück und wechseln die Perspektive. Urteile nicht über jemanden, in dessen Schuhe du nicht einen Tag gelaufen bist. Wenn wir einen Moment lang unsere eigene Perspektive verlassen, dann erschließen sich uns neue Möglichkeiten. Versuche dich einmal bewusst in deinen Gegenüber einzudenken und zu verstehen, warum er handelt, wie er handelt. Welche Details und Hintergründe sind dir bekannt? Gibt es vielleicht etwas, das du noch nicht weißt? Vielleicht kann er dir ja dabei helfen, dass du seinen Standpunkt besser verstehst? Wäre es nicht besser, Dinge, die wir nicht wissen, zu erfragen, statt mit einer vorgefertigten Meinung in den Angriff überzugehen? Am Ende sitzen wir doch alle im gleichen Boot. Keiner hat Lust darauf, dass man sich gegenseitig den Kopf einschlägt. Damit ist auch keinem geholfen. Lasst uns den anderen die Hand reichen und ihnen zeigen, dass wir Verständnis für sie haben. Wer gibt, der wird erkennen, dass ihm auch häufig gegeben wird. Genau das gleiche Prinzip gilt auch hier. Gib dir Mühe dabei, die Beweggründe des Gegenübers zu verstehen. Du wirst dich dann erkennen, dass die Menschen auch bestrebt sind, deine Beweggründe zu verstehen. Gebt und euch wird gegeben. Versteht und ihr werdet verstanden. Cheers, rsc
  6. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    So viel zum Vorsatz, haha. Es war zeitlich überhaupt nicht drin, diese Woche bin ich fast durchgängig auf Achse gewesen. Viele Termine, die mich sehr gefordert haben, aber auch lehrreich waren. Nachdem die letzten Wochen eher von Arbeit geprägt waren, stehen jetzt wieder viele soziale Aktivitäten an und jeder will was unternehmen. Ich weiß gerade nicht so wirklich, wie ich alles unter einen Hut bekommen soll. Ist ganz witzig, wie sich das manchmal ansammelt. Den Text hier schreibe ich, während ich im ICE sitze. Hach, sich über Luxusprobleme beschweren ist so typisch deutsch. Wegen des Zeitmangels und der Tatsache, dass ich morgen um 04:30 auf der Matte sein will, gibt es heute einen kurzen Beitrag. Der nächste wird dann wieder sehr ausführlich, mir schwirren da noch ein paar Sachen im Kopf rum, die ich mal loswerden muss Gewohnheiten - Teil 3 Jeden Tag schreiben Das Ding ist schnell erklärt. Ich schreibe gerne und habe die Überlegung, mir damit irgendwann finanziell ein zweites Standbein zu errichten. Die Konkurrenz ist hier groß und Übung macht nun mal den Meister. Aus diesem Grund ist mein Anspruch an mich selbst, jeden Tag mindestens 100 Wörter zu schreiben. Egal, wie scheiße es mir an einem Tag gehen mag, 100 Wörter gehen immer, das sind ein paar Sätze. Momentan sind das vor allem Texte für meinen Blog, mittel- bis langfristig sollen noch andere Texte dazu kommen. Italienisch Ich finde die Sprache wunderschön und lerne deswegen über Babbel Italienisch. In den nächsten Tagen werde ich mich zusätzlich für einen Sprachkurs anmelden. Das könnte zeitlich interessant werden. Ich bin allerdings zuversichtlich! Lesen Das Lesen ist zu meinem Ersatz für das Fernsehen geworden. Mittlerweile reizt mich fernsehen überhaupt nicht mehr. Empfinde ich als sehr gute Entwicklung. Ich will jeden Tag mindestens eine Seite lesen. Meistens sind es so 30-60 Minuten am Tag, macht dann 1-2 Bücher die Woche oder so. Passt ganz gut so und werde ich beibehalten. Der erste Like auf Facebook Oh yeeeeaaaa - und er kam nicht von meiner Mutter! Sehr schön. Schritt für Schritt das Laufen lernen. Vorgestern habe ich mich mit einem befreundeten Designer unterhalten und dem ordentlich Löcher in den Bauch gefragt. Ich will ein geiles Logo und so für meinen Blog haben und will mir das selbst beibringen. Bisher habe ich es immer geschafft, mich um die Notwendigkeit zu drücken, mich intensiv mit Bildbearbeitung zu beschäftigen. Das hier sehe ich aber als wunderbare Chance an, meine Finger mal in das Thema zu halten. Auf geht's! Diese Woche gelesene Bücher Matthias Pöhm - Nicht auf den Mund gefallen! So werden Sie schlagfertig und erfolgreicher (223 Seiten) Grundlagen der Schlagfertigkeit: Je größer der gedankliche Bogen, den man noch ergänzen muss, umso schlagfertiger wirkt die Antwort. Je absurder das Szenario, desto schlagfertiger wirkt die Erwiderung. Schlagfertige Menschen zeigen Ecken und Kanten und geben null Ficks darauf, ob andere schlecht über sie reden könnten. Unangenehme Fragen mit Nonsens beantworten kann sehr schlagfertig wirken "Das Leben ist ein Spiel, dessen Spielregel Nummer Eins lautet: Das ist kein Spiel, das ist todernst." Jeder spielt im Prinzip dem anderen etwas vor, und alle halten es für das echte Leben. Brich aus dieser Denke aus und du wirst sehen, wie du die Welt verformen kannst. Die Welt ist immer nur so ernst, wie du sie sehen willst. Spontane Schlagfertigkeit aus der Situation Stimm dem Vorwurf voll und ganz zu, aber derart übertrieben, dass es lächerlich wirkt. Bsp.: "Fett biste geworden!" - "Jope, mein Bürostuhlverschleiß schießt allmählich durch die Decke." Entwerte einen Vorwurf, indem du es als die Meinung des Angreifers darstellst. Bsp.: "Du hast die Unterlagen verschlampt." - "Das ist deine Meinung. Schau lieber noch mal richtig nach, bevor du mit Vorwürfen um dich wirfst." Wiederhole den Vorwurf mit der zusätzlichen Einleitung: "Du findest ...", und im Anschluss: "Das ist dein Problem." Bsp.: "Was ist das denn für ein Mist?" - "Du findest, das ist Mist. Das ist dein Problem." Stelle dir vor deiner Antwort die Frage: Welchen Nutzen kann diese Attacke für mich haben, welchen Nachteil könnte sie für den Angreifer haben? Bsp.: "Dich haben Sie als Kind wohl fallen gelassen!?" - "Seitdem habe ich keine Flugangst mehr." Leite deine Antwort mit "Du willst damit sagen..." ein. Danach kannst du eine beliebige Interpretation folgen lassen. Bsp.: "Gestern hast du das Gegenteil behauptet." - "Du willst damit sagen, ich lerne schnell dazu." Gib eine Antwort, die den Angreifer im schlechten Licht erscheinen lässt. Mach den Gegenangriff möglichst indirekt. Bsp.:"Wir reden miteinander, wenn du wieder nüchtern bist." - "Nüchtern bist du leider nicht zu ertragen." Antworte mit der Schablone "Lieber... als..." Bsp.:"Die Schuhe passen nicht zu deinem Pullover." - "Lieber unpassende Schuhe als unpassende Bemerkungen." Wenn dich jemand mit etwas Negativem vergleicht, lobe den Vergleichsgegenstand. Bsp.:"Du bist gebildet wie mein Dackel." - "Da hast du aber einen pfiffigen Dackel." Bei versteckten Angriffen sprichst du in aller Deutlichkeit das aus, was der Angreifer nicht auszusprechen wagt. Bsp.:"Das ist im Prinzip ein ganz einfaches System." - "Du willst mir praktisch sagen, wer so einen einfachen Kaffeespender nicht bedienen kann, ist debil?" Bei Angeberei: Mach dich bewusst klein. Gib dich als Verlierer bekannt. Bsp.: "Ich lachse jedes Wochenende eine andere Alte um." - "Mich beachtet keine Frau. Wahrscheinlich bin ich zu hässlich und zu uninteressant." Formulier einen giftigen Vorwurf so um, wie ein Gentleman es vernünftig und höflich ausgedrückt hätte. Alternativ kannst du die Emotionslage des Angreifers beschreiben. Bsp.: "Kümmer dich gefälligst um deine eigenen Angelegenheiten." - "Du willst deine Arbeit also alleine tun. Alles klar." Schlagfertigkeit in Wortgefechten, Diskussionen... Warte nicht, bis der andere das Wort ergreift. Sprich zuerst. Ergreife in bedrohlichen Gesprächssituationen die Initiative. Deine Position ist immer günstiger. Wer Aufgaben stellt, ist in der besseren Position. Gib die Anzahl der gewünschten Antworten vor. Mach statt einer Frage eine Aussage und schau den anderen fragend an. Unterstelle etwas, indem du eine Vermutung als Voraussetzung mit in die Frage nimmst und nur noch ein Detail nachfragst. Nach einem Fragezeichen solltest du nichts mehr sagen. Eine einer Frage vorangestellte Aussage konstruiert ein Szenario, das meist unüberprüft bleibt und aus dem heraus der Befragte dann antwortet. Menschen reden bereitwilliger, wenn man vorher etwas sagt, worauf sie stolz sein können. Nimm dem Befragten die Entscheidung im Prinzip bereits ab und lasse den anderen nur noch zwischen zwei Alternativen aussuchen. Konstruiere ein Szenario, aus dem heraus du den anderen eine Frage beantworten lässt. Mit dem Was-wäre-wenn-Fragen kannst du Stellungnahmen zu einer Situation herausfordern, die in dieser Form gar nicht existiert. Mit Doppel- oder Mehrfachfragen bringst du selbst wortkarge Menschen zu einem längeren Redeschwall und gewinnst Zeit, um selbst deinen nächsten Schritt zu planen. Beginn deine Frage mit "Findest du nicht auch" oder "Du bist mit mir doch einer Meinung" um die wahrscheinliche Antwort in deinem Sinne sicher zu bekommen. Lass den anderen irgendeinen Begriff aus seinen Ausführungen definieren. Durch eine Definitionsfrage bringst du den Befragten meist in eine bedrohliche Situation. Wenn du einen zusätzlichen Gedanken während deiner Ausführungen hast, so sprich ihn nicht aus. Dies verhindert Langatmigkeit. Wenn du dich durch eine Frage oder einen Vorwurf bedroht fühlst, frage den anderen irgendetwas. Die Rückfrage verblüfft, gibt Zeit zum Nachdenken und vertauscht die Rollen. Es gibt einen universellen Verstärker für jede schlagfertige Antwort: Füg an jede schlagfertige Antwort den Namen des Angreifers an. Mach als Erwiderung eine klare unmissverständliche Aussage und füg dahinter noch eine Frage an. Das bringt den anderen in den Antwortreflex. Wenn du in einer Fragerunde Rede und Antwort stehen musst, dann wende deinen Blick vom Fragesteller ab, sobald du die Frage beantwortet hast. Geh nicht auf den Vorwurf an sich ein, sondern stell konkretes Handeln in der Zukunft in Aussicht. Weiche unangenehmen Fragen aus, indem du zu irgendienem Stichwort aus der Frage eine beliebige Aussage machst und dann ohne Pause den Frager mit artverwandten Aussagen überschüttest, die alle im positiven Grundton gehalten sind. Wenn dir jemand an den Kopf wirft, dass du mit deinen Aussagen danebenliegst, gib direkt oder durch die Blume zu verstehen, dass er das mit seiner Vorbildung gar nicht beurteilen kann. Lass dich nicht auf die Details des Fragestellers ein. Sprich von einem vorrangigen Ziel. Sobald du eine Aussage hörst, bei der eine Unterstellung mitschwingt, unterbrich unmittelbar und stell die Aussage kategorisch richtig. Du kannst viele Fragen umschiffen, indem du mit deiner Pauschalformulierung konterst: "Es geht nicht darum ..., sondern ..." Geh nicht inhaltlich auf den Angriff ein. Analysier und bewerte die Art des Angriffs." Selbstbehauptung Wenn du unter dem Verhalten eines anderen Menschen leidest, ist es allein deine Aufgabe, aufzustehen und dein Anliegen zu artikulieren. "Es gibt immer Menschen, die tun mit Erfolg genau das, wovon du sagst, dass es unmöglich wäre." <--- GOLD! Wenn sich dir gegenüber jemand im Ton vergreift, so steh auf, schau ihm in die Augen, geh vielleicht sogar noch einen Schritt auf ihn zu und sag ganz ruhig:"Das ist nicht die Art, die ich gewohnt bin mit mir zu reden, komm wieder, wenn du einen normalen Ton gefunden hast. Danke!" Mit einem "Danke" am Ende eines klaren Aussagesatzes bestimmst du das Ende des Gesprächs. Wenn dir jemand einen Vorwurf macht, weise die Anschuldigung kategorisch zurück. Sag die Zauberworte: "Nein, falsch..." Steh unerwarteterweise zu dem, was man dir vorwirft. Was der Angreifer als verwerflich definiert, zerbröselt in dem MOment, wenn du voll und ganz dazu stehst. Der sanfte Weg, mit Angriffen umzugehen "Eine Hand, die du nicht abhacken kannst - schüttle sie." Generell: Gehe nicht auf Konfrontationskurs. Versuche nicht, dem Gegenüber zu beweisen, dass du im Recht bist. Ein Mitmensch, der dir wohlgesonnen ist, ist 1000-mal mehr wert als ein kurzfristig gewonnener Sieg, der einen Verlierer hinterlässt. Es gibt keine lächerlichen Ansichten. Lass den anderen spüren: Ich kann dich verstehen, deine Position hat auch eine Berechtigung. Das wichtigste Wort im Leben eines jeden Menschen ist sein eigener Name. Sprich deine Mitmenschen mit ihrem Namen an und sie werden versöhnlicher auf dich reagieren. Wenn dich jemand angreift, dann ist desa oft nur die Spitze des Eisbergs. Manchmal greifen Menschen dich an, suchen aber eigentlich nur Anerkennung. Es muss nicht immer zwingend mit dem zu tun haben, was du gesagt hast. Manchmal hat es nur mit dem zu tun, was du in dem anderen ausgelöst hast. Keiner zwingt dich, sich zu ärgern. Ärger und Wut zu haben ist kein Naturgesetz, du kannst es beeinflussen. Wenn du dich über etwas aufregst, so gibt es meistens drei mögliche Ursachen: Im Grunde wärst du gern so wie der, über den du dich ärgerst. Verhasste Schwächen von dir selbst. Die Erinnerung an Schwächen anderer Leute, unter denen du gelitten hast. Bitte um Verzeihung, ohne dich zu rechtfertigen. Es beruhigt den Angreifer fast nie, wenn du eine Erklärung für dein Fehlverhalten liefern kannst. Bau keine Gegenposition auf. Wenn du eine Gegenposition aufbaust, stellst du eine Festungsmauer in die Gegend, auf die jeder Gegner mit Leichtigkeit seine Waffen richten kann. Wenn er hingegen keine Mauer sieht, ist seine Waffe sinnlos geworden und er wird sie wieder wegstecken. Du musst entscheiden, was für dich wichtiger ist: dich zu behaupten (dem hab ich's jetzt aber gezeigt) und dann wertvolle Energie in die Aufrechterhaltung einer Feindschaft mit Gegenattacken und Rachefeldzügen zu verschwenden - oder aber nachzugeben, die gute Laune zu behalten und aus einem möglichen Feind einen guten Nachbarn zu machen. Mit aber machst du alles zu nichte. Menschen reagieren körperlich auf dieses Wort, es löst einen Widerstand aus. Zitiere den anderen während des Gesprächs. DU gibst ihm dadurch das Gefühl von Bedeutung. Warum dieser Moment genauso wichtig ist wie jeder andere Wenn die Welt in einer Stunde unterginge, was würdest du tun? So oder so ähnlich lautete die Frage, welche Augustinus gestellt wurde. Augustinus mähte gerade im Klostergarten Gras, als sich einer der Mönche mit dieser Fragestellung an ihn wandte. Seine Antwort war: „weitermähen“. So schlicht und kurz diese Anekdote auch sein mag, so wertvoll ist doch der Kern, der sich darunter verbirgt. Jeder Moment ist genauso wichtig wie jeder andere auch. Jep, auch dieser Moment, den wir gerade erleben – ich, während ich diesen Text verfasse, und du, während du diesen Text liest. Wenn wir uns vollkommen auf den jetzigen Moment einlassen, dann kehrt Ruhe in uns ein. Es ist völlig wumpe, ob du gerade in einer überfüllten Bahn sitzt und den Schweiß fremder Menschen gefährlich nah an deinem Gesicht spürst. Egal wie hart deine momentane Situation auch sein mag, egal wie schwer sich die Zeit gerade für dich anfühlt – dieser Moment ist genauso wertvoll wie jeder andere auch. Wir sind nur zu verwöhnt. Wir lamentieren, wo es nur geht. Um es mit den Worten von Henry D. Thoreau in seinem Buch Walden zu formulieren: "Aber die Menschen haben es so weit gebracht, dass sie häufig nicht aus Mangel am Nötigen, sondern aus Mangel an Leckerbissen verhungern. Ich kenne eine brave Frau, die meint, ihr Sohn sei gestorben, weil er nur Wasser trank." Das Problem ist nicht der Moment oder die Tätigkeit, die wir gerade ausführen, sondern unsere geistige Haltung. Wir sind liebend gern bereit, die vermeintlich schönen Momente mit offenen Armen zu empfangen. Die nicht so schönen Momente meiden wir aber wie der Teufel das Weihwasser. Der Umstand ist nicht das Problem, sondern unsere Interpretation des Umstandes. In dem Moment, in dem wir eine Tätigkeit oder ein Gefühl als schlecht bewerten, setzen wir uns selbst einen Rahmen, aus dem heraus wir uns auch nur schlecht fühlen können, wenn wir die Tätigkeit ausführen oder das Gefühl erleben. Der innere Widerstand in uns macht aus der kleinsten Mücke einen Elefanten mit ordentlich Hubraum. Unlust macht sich in uns breit. Manchmal schieben wir die kleinsten und einfachsten Aktivitäten tage-, wochen- oder monatelang vor uns her. Der Zeitaufwand, den wir für das Unterdrücken unseres Pflichtgefühls aufwenden, ist dabei häufig genug sogar größer als der Zeitaufwand für die Aktivität an sich wäre. Meistens retten wir nun mal keine Einhörner Dabei sind es die einfachsten Tätigkeiten, die uns am meisten weiterbringen können. Die niedersten Arbeiten können uns unserem selbst sehr nah bringen. Wenn wir sie bewusst erleben, jede Sekunde davon wahrnehmen und nicht nur die Sekunde herbeisehnen, in der wie endlich fertig sind, dann werden wir merken, dass dieser Moment eigentlich sehr schön ist. Wir sind im Einklang mit uns und tun etwas, das seit Jahrtausenden schon Menschen getan haben, wir sind mit ihnen verbunden. Ob es nun um das Wäsche waschen, Staubsaugen oder Aufräumen der Wohnung geht, all diese Dinge sind Teil des Lebens. Diese Dinge sind notwendig, um die vermeintlich „schönen“ Dinge des Lebens noch mehr genießen zu können. Die meiste Zeit über sind wir nun mal nicht Fallschirmspringen, wir klettern meistens nicht auf dem Mount Everest, retten keine Einhörner vor dem Ertrinken oder sorgen für den Weltfrieden. Viel eher sind die meisten Momente schlicht und können unscheinbar sein. Das heißt aber nicht, dass diese Momente nicht genauso wichtig sind wie die vermeintlich tollen Momente, in denen so wahnsinnig viel passiert und wir aufregende Dinge erleben. Uns das hin und wieder vor Augen zu führen erspart uns sehr viel Kummer und Sorge. Cheers, rsc
  7. rsc

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    ...ups. Kommt gleich
  8. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Da ich in einem anderen Forum noch einen ähnlichen Thread führe, werde ich immer mal wieder Antworten der User dort zitieren, die hier thematisch reinpassen. Den Namen zitiere ich nicht mit. Sollte das nicht erlaubt sein, dann bitte ich ausdrücklich um eine Information von der Moderation oder Administration, ich entferne das dann umgehend. Ich denke nur, dass der Inhalt hier für die Leser auch wichtig ist und alles doppelt und dreifach schreiben finde ich nicht so geil. "Qui docet, discit" sagten schon die Römer. Wer lehrt, der lernt. Das gleiche gilt hier. Ich bin nicht hier, um euch irgendetwas beizubringen. Wir sollten voneinander lernen, sowohl ihr von mir und ich von euch, weil wir alle im selben Boot sitzen. Der Dalai Lama hat das einmal sehr treffend ausgedrückt:"„Wenn du sprichst, wiederholst Du nur, was Du schon weißt. Aber wenn Du zuhörst, lernst Du unter Umständen etwas Neues.“ Da ist offenbar noch eine Menge Widerstand bei diesem Thema, was ich auch nachvollziehen kann. Hier wird sich sehr stark an dieser Tabelle aufgehängt. Das Ding ist bei mir einfach nur in den letzten Monaten so gewachsen, weil ich mir innerhalb kurzer Zeit sehr viele neue Gewohnheiten angeeignet habe. 70-80% davon könnte ich rauswerfen und würde vermutlich trotzdem die Gewohnheit beibehalten. Ich lasse sie aber bewusst drin, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir diese Gewohnheit beibehalte, höher ist, je länger ich sie in dieser Liste behalte. Wenn ich etwas ein Jahr lang kontinuierlich gemacht habe und keine Bedenken habe, schmeiße ich es raus. Ich will mir nicht nur zu 95% sicher sein, sondern zu 99,9% :-) So eine Tabelle kann für andere Menschen befremdlich sein. Ist auch ok. Für mich war es anfangs auch befremdlich. Viele Dinge auf der Welt sind befremdlich, ehe man sie ausprobiert hat. Ich fand den Gedanken, als Mann Yoga zu machen, vor 2 Jahren befremdlich. Jetzt feiere ich das. Ich fand den Gedanken, um 04:30 aufzustehen befremdlich. Irgendwann habe ich es versucht und jetzt feiere ich ihn. Ich zwinge hier ja keinen, meinen Scheiß auszuprobieren, sondern zeige, was für mich funktioniert. Take it or leave it. Trotzdem bin ich euch überaus dankbar für den ganzen Input, weil ich daran auch besser erkennen kann, wo noch starke Widerstände sind. Ich werde euch sicher nicht sagen, wie ihr euer Leben zu führen habt. Selbst wenn ihr nur eine einzige nützliche Information aus meinem Thread zieht, habe ich schon erreicht, was ich erreichen wollte. Ich halte es da gerne so, wie es Paulo Coelho in seinem Buch Der Alchimist (übrigens eine fette Empfehlung von meiner Seite aus) formulierte: „Alle Menschen haben immer genaue Vorstellungen davon, wie wir unser Leben am besten zu leben haben. Doch nie wissen sie selber, wie sie ihr eigenes Leben am besten anpacken sollen.“ Vorne weg: Sehr geiler Beitrag insgesamt, vielen Dank dafür. Es freut mich zu sehen, dass hier ein paar Denkprozesse ausgelöst werden und dann ein so ausführlicher und durchdachter Beitrag dabei rumkommt! Selbstoptimierung ist in der Tat ein sehr beliebtes Thema heutzutage - und ich bin so froh darum! Die Menschen verstehen langsam, dass sie sich nicht in Fesseln legen lassen müssen. Wir haben immer mehr kapiert, dass der uns immanente Wunsch nach Wachstum tatsächlich auch in der Realität umsetzbar ist. Langsam verstehen immer mehr Menschen, dass... keiner von uns gezwungen ist, bis zum Ende seines Lebens einen 9 to 5 Job auszuüben. du nicht das Opfer deines Schicksals sein musst. du deines eigenen Glückes Schmied bist. die Träume, die du als Kind hattest, tatsächlich umsetzbar sind, wenn du bereit bist, etwas dafür zu tun. usw. Dass es auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringt, ist normal, das passiert bei allen Dingen. Alles Gute hat auch eine schlechte Seite, schau dir doch mal Pickup an. Wie viele seltsame Gestalten beschäftigen sich hiermit und werfen ein unheimlich schlechtes Bild auf dieses Wort? Gerade am Anfang überkompensiert der ein oder andere. Ich investiere sehr viel Zeit in meine Entwicklung, da hast du Recht. Mein Leben ist trotzdem sehr entspannt und ich bin rundum zufrieden. Wunsch nach Wachstum heißt nicht, dass ich unzufrieden bin. Ich bin tiefentspannt und glücklich. Ist es so schwer, das zu begreifen? Dann werde ich im nächsten Beitrag vielleicht mal näher darauf eingehen. Wer definiert denn jetzt, wo das Loch beginnt und wo es aufhört? Warum jeder auf den höchsten Berg will? Naja, erstmal sehe ich das gar nicht so, dass es der höchste sein muss. Zumindest will jeder höher steigen, das stimmt wohl. Ich glaube, der Wunsch nach Wachstum liegt tief in unserer Natur. Und zu wachsen macht ja auch unheimlich Spaß, wenn wir den Prozess bewusst wahrnehmen und genießen. Ich lese bei dir die ganze Zeit die Frage nach dem "warum" und dass dieser ganze Wunsch nach Wachstum sinnlos ist. Warum ist es denn sinnlos, zu wachsen, wenn es dich erfüllt und du dabei Spaß hast? Es wird nur dann zu einem Problem, wenn du dich immer mit anderen vergleichst und dich runterziehst, sobald du etwas mal nicht schaffst. Deine letzten zwei Sätze machen deinen ansonsten sehr schönen Beitrag ein bisschen kaputt, das finde ich schade. Einfache Antwort: Wenn er den Weg dahin nicht genossen hat, hat er davon nichts außer dem Wissen, dass er es geschafft hat. Hat er den Weg dahin genossen, dann hat er das Wissen, es geschafft zu haben und dabei eine geile Zeit gehabt zu haben. Ich glaube, dein Problem mit dem Nachvollziehen dieses Strebens nach dem Großen verstanden zu haben. Du betrachtest immer nur aus einer Sicht des Verzichts. Vielleicht hilft es dir, mal die Perspektive zu wechseln. Statt dich zu fragen, auf was du verzichten musst, kannst du dir mal die Frage stellen, was du stattdessen bekommst. Im Buch "The Compound Effect" wird in diesem Zusammenhang vom Add-In Principle gesprochen. Ich zitiere es dir mal hierher. "It's not so much what you attempt to take out of your diet," he explained to me. "It's what you put in instead." This has become his analogy for life. Instead of thinking that he has to deprive himself, or take something out of his diet (e.g., "I can't eat a hamburger, chocolate, or dairy"), he thinks about what he can have instead 8e.g., "Today I'm going to have a salad and steamed vegetables and fresh figs"). He fills his focus and his belly with what he can have, so he no longer has attention or hunger for what he can't. Instead of focusing on what he has to sacrifice, Montel think about what he gets to "add in." The result is a lot more powerful. A friend of mine wanted to break his bad habit of wasting too much time watching TV. To help out, I asked him what he'd like to do with three hours of free time if he had it. He said he would play with his kids more. I also asked him to pick a hobby he'd always wanted to explore. His choice was photography. A total techie, he went out and got all this high-tech editing equipment, which he happily toted along on more family outings so he could take great photos of his kids. Then he'd spend hours in the evening editing and putting together slide shows and photo albums for the whole family to enjoy. They ended up spending time together, laughing and remembering how much fun they'd had. Because he was so focused on his kids and photography, he no longer had the time nor the desire to sit around and watch TV at night. He realized he'd been zoning out on it because it was an easy mental escape from his workday. By replacing TV viewing with his new habit of playing games with his kids and working on his photography hobby he discovered passions with far more power and far bigger payoffs. What can you choose to "add in" so you can enrich your life experience?" Vielleicht hilft das ja beim Verständnis? Wenn nicht, lass es mich bitte wissen, ich finde das Thema ohnehin spannend :-) Nochmal: Ja, viele machen das aus einem gesellschaftlichen Druck heraus. Das ist mir aber wieder zu stark pauschalisiert. Nur weil es Leute gibt, die sich optimieren, weil es derzeit "chic" ist, muss das nicht zwangsweise auf jeden zutreffen. Ich empfinde die Entwicklung weg vom Fatalismus hin zum Gedanken "Jeder ist seines Glückes Schmied" als eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Die Leute sollten sich nur fragen, warum sie in einer bestimmten Sache überhaupt nach Wachstum streben. Es gibt konstruktive und destruktive Quellen des Antriebs. Wenn du die richtigen Gründe hast, dann hast du auch sicher nicht diese negativen Glaubenssätze, die du da beschreibst. Ich kenne zwar die Leute, die du da nennst, aber ihre Produkte habe ich mir nicht angesehen. Wenn die das tatsächlich wie in der von dir beschriebenen Form vermitteln, dann ist das bedauerlich. Deine anderen Sachen lassen sich alle zusammenfassen unter: Aus den falschen Gründen nach Wachstum zu streben ist destruktiv. Die Eltern, die ihre Kinder extrem drillen, tun das häufig nur für sich selbst, um später ihre eigenen Wunderkinder präsentieren zu können. Andere tun es, um die Kinder in einem Bereich zum Erfolg zu drillen, in dem sie selbst gescheitert sind, um sich selbst zu beweisen, dass sie es mit besseren Startbedingungen auch geschafft hätten. Ja, ist richtig. Was du aber immer unter den Tisch Acht lässt: Jeder Verzicht ist auch an einer anderen Stelle ein Gewinn. Völlig ohne Wertung. Verzicht auf Masturbation erhöht deinen Antrieb, deinen Energielevel und deine sexuelle Lust. Auf Masturbation zu verzichten wird nicht ohne Grund empfohlen. Es ist der schnelle, kurzlebige Spaß gegenüber dem langsamen, langlebigen Spaß. Dafür muss ich den Fokus aber auf die Zukunft richten und das wollen viele nicht, dafür ist der Mensch by default zu sehr hedonistisch veranlagt und immer auf schnellen Genuss statt auf langhaltige Balance aus. Das Ding ist, dass viele Masturbation benutzen, um zu prokrastinieren und sich das Leben zu einfach zu machen. Fuck, ich muss noch an meiner Bachelorarbeit schreiben! Ach, ich hole mir erst einmal einen runter, danach mache ich das. Ahh, ich wollte ja meine Probleme mit den Frauen angehen. Mache ich nachher, ich hole mir erst einmal einen runter. Klingt dumm? Tjo, ist aber so. Komplett auf Masturbation zu verzichten ist vielleicht keine langfristige Lösung, aber sie zumindest nach unten zu regulieren kann vielen Jungs helfen. Dass du darin eine Selbstgeißelung siehst, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, das ist schnell umgesetzt und der Gewinn viel höher als der Verlust. Das gleiche Prinzip hast du beim Alkohol auch. Ich werde jetzt nicht auf die langfristigen Vorteile des Alkoholverzichts eingehen, die kennst du selbst. Der Sinn ist immer der gleiche. Langfristige Balance und Zufriedenheit kurzfristigen, kurzlebigen Vergnügungen vorzubeugen. Ich denke auch, dass komplette Abstinenz nicht zwingend erforderlich ist. Die Dosis macht das Gift. Dass andere Drogen okay sind, sehe ich nicht so und wüsste auch nicht, wer das jemals irgendwo sagt. Hier und da mal etwas Neues zu probieren heißt ja nicht, dass das jetzt dauerhaft gemacht werden soll. Wer Drogen nimmt, um damit seinen Geist zu erweitern, dürfte wohl in der starken Unterzahl liegen. Wenn ich Drogen nehme, dann weil ich Bock auf die berauschende Wirkung habe. Wenn dabei aufgrund der bewusstseinserweiternden Wirkung für mich eine spannende Erkenntnis herausspringt, ist das ein nettes Addendum. Wo du jetzt ein Problem mit den Kopfhörern hast, verstehe ich nicht wirklich. Ist ja nicht so, als würde ich komplett auf Musik verzichten. Ich bin eine introvertierte Person und wenn ich mich dann noch mit Kopfhörern von der Welt abschotte, kehre ich nur noch mehr in mich. Auch hier wieder: kurze Sicht auf lange Sicht. Da verzichte ich 2-3x bewusst drauf und danach ist es mir schon völlig egal, dass ich unterwegs keine Musik höre. Ich vergesse einfach, dass ich das früher mal gemacht habe und fühle mich langfristig besser. Trifft fast alles zu. Mittelmäßigkeit ist nicht mein Feind, aber auch nicht mein Anspruch an dich selbst. Wenn Mittelmaß der Anspruch von irgendjemandem an sich selbst ist, ist das auch okay. Ich werde aber meinen natürlichen Drang nach Wachstum nicht eindämmen, denn er hat seine Daseinsberechtigung. Auch hier wieder nur Schwarz-Weiß-Denke. Ich kann das Leben auch genießen und dabei nach mehr streben. Bei dir liest sich das immer so, als würde jeder total krass verzichten, wenn er nach Größerem strebt. Dabei ist eher umgekehrt der Fall. Wer die Arbeit sinnvoll und effektiv verrichtet, hat langfristig mehr Spaß in seinem Leben und kann die Momente der Entspannung und Ruhe viel mehr genießen. Der ist in der Tat sehr gut geschrieben, da gebe ich dir Recht. Ich habe das auch nicht als persönliche Kritik aufgefasst. Der Thread ist dafür da, dass ihr mir eure Meinung auch mitteilen könnt und das hast du getan. Vielen Dank dafür. Vielen Dank für das Kompliment und für den Buchtipp, ich setze es auf meine Liste. Ich bin eher weniger gestresst als früher. Sollte sich das ändern, werdet ihr das erfahren :-) Wie ich wirke, weiß ich nicht. Gestresst fühle ich mich zumindest nicht. Das mache ich! Noch eine Erinnerung an alle: Euer Input ist ausdrücklich erwünscht. Das hier ist keine Einbahnstraße, auch ich kann mich mal in eine Sackgasse begeben und da können eure Gedanken dazu für mich sehr hilfreich sein. Also, keine falsche Scheu bitte. Ist ziemlich normal. Bei mir war das auch immer eine Achterbahnfahrt und hat sehr lange gedauert, bis sich das eingependelt hat. Wenn die anfängliche Euphorie langsam abnimmt, fängt die richtige "Arbeit" an. Die geht am Anfang vor allem über Selbstdisziplin und da hilft die Gewohnheitstabelle von mir. Es ist okay, da mal auf die Fresse zu fliegen, gehört dazu. Du darfst dich dann nur nicht fertig machen und dir denken, dass damit alles vorbei ist. Das ist Quatsch. Diese Selbstgeißelung bringt nichts. Steh einfach wieder auf, klopf den Dreck ab und weiter geht es. Manchmal braucht es ein paar mehr Anläufe und du wirst bei jedem Anlauf ein bisschen schlauer. Da braucht es auch ein bisschen Vertrauen - Vertrauen dahingehend, dass du es schaffen wirst, auch wenn du mal einen Rückschlag erlebst. Die wenigsten Gewohnheiten etablieren sich völlig reibungslos. Das solltest du dir dann vor Augen führen. Beim nächsten Versuch kennst du deine Fallstricke dann vielleicht schon und kannst sie umgehen. Indem ich mir vor Augen führe, dass sich zwar mein Fokus verschiebt, aber die bestehenden Gewohnheiten gleich bleiben. Auch hier wieder: Tagebuch zu führen macht so etwas einfacher. Wenn du immer wieder aufschreibst, dass du etwas nicht gemacht hast, renkt sich das automatisch ein, weil du kein Bock hast, immer wieder schreiben zu müssen, dass du etwas nicht gepackt hast. Finde auch heraus, warum gerade etwas deinen Fokus verdient. Warum ist dir Uni wichtiger, warum ist die Bachelorarbeit wichtig? Klar, um deinen Abschluss zu bekommen. Aber warum willst du diesen Abschluss? Dringe so tief ein wie möglich in das warum. Tagebuch zu führen ist meiner Meinung nach das Nonplus Ultra. Hilfreich ist es auch, sich das Ausführen seiner Gewohnheit so einfach wie möglich zu machen. Wenn du jeden Morgen Tagebuch führen willst, dann kannst du beispielsweise am Abend schon dein Tagebuch geöffnet mit dem Stift auf den Tisch legen oder das Dokument auf deinem Laptop am Abend vorher öffnen, sodass du am Morgen dann nur noch los tippen musst. Klingt simpel, ist es auch. Effektiv ist es trotzdem. Bevor ich morgens mit meinen Gewohnheiten anfange, mache ich immer ein und die selbe Sache. Ich latsche in die Küche, bereite mir eine Kanne Tee zu, gieße mir eine Tasse ein und stelle mich dann eine Minute oder so an mein geöffnetes Fenster, um mir die Welt anzugucken. Ja, das klingt irgendwie seltsam. Aber danach weiß ich: Alright, es geht los, ein neuer Tag, frische Luft, geiler Tee, heute wird gut! Der Zeitfaktor kommt da auch noch hinzu. Ich habe das Gefühl, dass viele Erfolge erst zeitlich versetzt einsetzen. Von jetzt auf gleich funktioniert es dann einfach und du hast keine Ahnung, warum es plötzlich so spielend leicht ist. Das kann einige Monate dauern und deswegen ist es auch wichtig, sich das immer vor Augen zu führen und Vertrauen zu haben. Du pumpst erst eine Weile, ehe die ersten Tropfen kommen und dann beginnt der Spaß. Gewohnheiten - Teil 3 Yoga Junge, Junge, Junge. Mit was für einer tiefen Entspannung man in den Tag startet, wenn man morgens eine halbe Stunde Yoga macht, ist überragend. Ich kann das nur jedem wärmstens ans Herz legen. Bei vielen Männern gibt es da zwar häufig inneren Widerstand, aber ihr werdet es nicht bereuen, glaubt mir. Wie viel flexibler ich dadurch auch in kurzer Zeit geworden bin. Hat sich direkt darin geäußert, dass ich einen Sprung beim Kreuzheben und Kniebeugen gemacht habe, weil das alles jetzt geschmeidiger abläuft. Frühstück Hier gibt es nicht viel zu erzählen. Ich war häufig zu faul dafür. Äußert sich in Verbindung mit viel Sport dann ganz schnell darin, dass ich vermehrt Muskelkater habe und zu viel abnehme. Zumindest ein Salat oder Gemüse und Obst sollte es morgens dann schon sein. Meditieren Ursprünglich habe ich das gemacht, bevor ich zur Arbeit gegangen bin. Mittlerweile mache ich morgens Yoga und das hat ähnliche Effekte. Deswegen meditiere ich gerne nach der Arbeit 10 Minuten, um komplett runterzukommen und meinen Kopf zu leeren. Sehr angenehm. Im Übrigen habe ich eine Ewigkeit hierfür gebraucht. Immer wieder habe ich das schleifen lassen. Auf einmal ging es problemlos. So kann es laufen. Success Partners Vorerst ist das auf Eis gelegt, weil mein Partner gerade eine Trennung durchsteht. Verstehe ich zwar nicht, weil hier Ablenkung sehr guttun kann, aber nun gut. Mal sehen, ob er sich wieder fängt und dann noch Lust hat. Über Kackehaufen und feinduftende Pralinen Man ich find das geil mir diesen dampfenden Haufen Kacke anzugucken, den ich liebevoll als meinen „Blog“ bezeichne. Jeden Tag gucke ich mir das scheiß Teil an und denke mir: Ja fein, da hast du ein super Häufchen gemacht. Und dann fang ich an, an dem Ding rumzuschrauben. Und ich bin überzeugt, irgendwann wird aus diesem dampfenden Haufen Kacke nur noch ein Haufen Kacke, der halt nicht mehr dampft. Und aus diesem Haufen Kacke wird dann irgendwann ein kleines Stück Kacke und irgendwann wird daraus wat Feines – oder eben auch nicht. Fakt ist, du musst erst einmal einen dampfenden Haufen Kacke auf die Welt setzen und dich damit auseinandersetzen. Du nimmst halt mal eine Nase davon und merkst für dich: Jo, ist halt ein Stück Kacke. Keiner kackt beim ersten Mal ne scheiß Praline aus. Ja ok, vielleicht Frauen. ABER WIR SIND HIER JA MÄNNERS. Also trau dich einen Haufen Kacke zu produzieren und ihn jeden Tag ein bisschen schöner zu machen. So. Jetzt habe ich Hunger. Wenn immer nur die Vögel singen würden, die es wirklich drauf haben. Wäre es ziemlich still im Wald. Der Storch würde dann mal gediegen Piano machen und ich mag sein null Ficks gebendes „Tok Tok Tok“. Mein Blog ist vorerst präsentierfähig, der Hauptteil passt schon mal. Nach und nach werde ich da noch einige Sachen mit einbauen, aber prinzipiell ist er jetzt fertig. Der erste Kommentar!!!! ...auf meinem Blog. Habe ich total gefeiert und mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten gefreut, hihi. Mittlerweile ist der zweite gefolgt. Jetzt beginnt der spannende Teil der Arbeit: Dranbleiben und in Umlauf bringen. Ich bin gespannt und freue mich auf die neue Aufgabe :-) Und einmal so richtig schön auf die Kacke gehauen! Gestern habe ich dann mal so richtig auf die Kacke gehauen, um zu feiern, dass ich meinen Blog fertiggestellt habe. Wuusssaaa, krasser Abend. Wir waren auf einer sehr interessanten Hausparty. Total interessante Menschen da, ich kam mir unheimlich normal vor, haha. Mir ist generell aufgefallen, dass die Menschen, mit denen ich mich umgebe, immer verrückter und spannender werden, je älter ich werde. Könnte daran liegen, dass ich selbst auch immer verrückter werde. Naja. War jedenfalls witzig, weil zwei Stockwerke höher auch eine Hausparty war und die Gäste sich auf beiden Partys rumgetummelt haben. Das Publikum hat sich dann schön gemischt. Das war alles total crazy, ich kann es nicht beschreiben. War witzig, aber mädelstechnisch lief nichts. Mir beim Flirten zuzusehen ist ohnehin wie einem Babywelpen bei seinen ersten Schritten zuzusehen. Voll witzig und alles, aber man hat dieses feindselige Verlangen, es einfach umzuschubsen. (Jorge Bucay – Komm, ich erzähle dir eine Geschichte) Heute gibt es mal keinen Text von mir, dafür eine umso inspirierendere Geschichte von einem Elefanten. Dieser Elefant könntest du sein. „Als ich ein kleiner Junge war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert, und am meisten gefielen mir die Tiere. Vor allem der Elefant hatte es mir angetan. Wie ich später erfuhr, ist er das Lieblingstier vieler Kinder. Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau. Nach der Vorstellung aber und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuß an einen kleinen Pflock angekettet. Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich ganz außer Zweifel, daß ein Tier, das die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte. Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute. Was hält ihn zurück? Warum macht er sich nicht auf und davon? Als Sechs- oder Siebenjähriger vertraute ich noch auf die Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, einen Vater oder Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert sei. Meine nächste Frage lag auf der Hand: »Und wenn er dressiert ist, warum muß er dann noch angekettet werden?« Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort darauf bekommen zu haben. Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel um den angeketteten Elefanten und erinnerte mich nur dann wieder daran, wenn ich auf andere Menschen traf, die sich dieselbe Frage irgendwann auch schon einmal gestellt hatten. Vor einigen Jahren fand ich heraus, daß zu meinem Glück doch schon jemand weise genug gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden: Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an einen solchen Pflock gekettet ist. Ich schloß die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, daß er in diesem Moment schubst, zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil dieser Pflock zu fest in der Erde steckt. Ich stellte mir vor, daß er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert, und am nächsten Tag wieder, und am nächsten … Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt. Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, daß er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt. Und das Schlimme dabei ist, daß er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.“ Mein ganz besonderer Dank geht auch an die Jungs, die sich per PN als Testleser zur Verfügung gestellt haben. Ganz viele Karmapunkte für euch! :-) Ach ja, die Buchzusammenfassungen fehlen. Ein Hoch auf die Prokrastination! Nein, quatsch. Ich schiebe Mittwoch noch einen Beitrag hinterher. Den Beitrag heute zu schreiben hat einfach zu lange gedauert. Gruß mit Fuß, meine Lieben. Bis Mittwoch. Cheers, rsc
  9. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Ich habe vor, während und nach dem Verzehr dieser Lektüre verschiedene Interpretationen und Erklärungen zu Faust gelesen, um es besser nachvollziehen zu können. Mag sein, dass er mit dem Buch etwas bewegt hat. Das fließt aber nicht in meine Bewertung des Buches mit ein. Was kümmert es mich, dass er die heutige Sprache verändert hat? Wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich entweder gut unterhalten werden oder dadurch meinen Horizont erweitern. Das Buch hat mich nicht gut unterhalten. Möglicherweise liegt das an der Schreibform, das will ich nicht ausschließen. Ich habe noch nie den Vorteil von Gedichten gegenüber normalen Texten verstanden. Liest sich scheiße und nervt. Das ist meine persönliche Meinung. Es gibt sicher genug Leute, die gerne Gedichte lesen. Denen möchte ich das auch gar nicht vermiesen, nur ist es für mich nichts. Meinen Horizont erweitert hat das Buch auch nicht. Das liegt auch nicht an der altertümlichen Sprache, ich habe schon ältere und umständlicher formulierte Bücher gelesen. Fakt ist: Der Inhalt und die Nachricht, die das Buch transportieren soll, ist nicht auf Anhieb greifbar. Ich bin ein geübter und leidenschaftlicher Leser. Wenn ich schon mit Interpretationen, Analysen und solchen Späßen arbeiten muss, wie soll das denn der Durchschnittsleser machen? Ich will ein Buch nicht erst fünf Mal lesen müssen, ehe mir die Tragweite seines Inhaltes bewusst wird. In der Zeit lese ich lieber 5 Bücher, bei denen mir nicht die Scheiße im Darm zusammenzuckt. Deine Buchempfehlung werde ich mir dennoch besorgen. Danach lese ich Faust noch einmal. Wenn es dich interessiert, werde ich dann auch gerne meine Meinung dazu sagen. Die Leiden des jungen Werthers habe ich in der Schule gelesen. Vielleicht finde ich das in irgendeiner verstaubten Ecke, danke für den Tipp. Mir ist bewusst, dass es kein Roman ist. Ich habe einfach noch nie Gefallen an Gedichten gefunden. Die Buchwahl war daher nicht die richtige für mich. Die Gewohnheitstabelle ist total simpel aufgebaut und da sind keine speziellen Funktionen hinter. Die kannst du dir in 5 Minuten selbst nachbauen. Ich habe prinzipiell kein Problem damit, die hier hochzuladen. Die Frage ist, ob ich das darf? Vielleicht kann mir dazu thundercat was sagen. Wo genau siehst du minutiöse Planung? Die Tabelle nutze ich primär, um neue Gewohnheiten zu etablieren (das Abhaken als Belohnung) und eine Gedächtnisstütze zu haben. Alle Punkte auf der rechten Seite der Tabelle sind Verhaltensgewohnheiten. Das bedeutet, dass ich dort aktiv nichts machen muss. Das einzige, was starr geplant ist, ist meine Zeit des Aufstehens. Das ist aber bei jedem so. Oder willst du mir erzählen, du nutzt keinen Wecker? :-) Wenn du darauf hinauswillst, dass ich mir an einem Tag viel vornehme, dann kann ich dich da beruhigen. Alles, was auf der linken Seite der Tabelle steht - ausgeschlossen der zusätzliche Sport - , erledige ich, bevor ich zur Arbeit gehe (ich fahre gegen 8:30 zur Arbeit, bin da also schon 4 Stunden auf den Beinen). Nach der Arbeit mache ich das, worauf ich Bock habe. Da ich Sport über alles liebe, mache ich eben gerne mal Sport. Mal so als kleines Denkspielchen: "Diese Statistik zeigt die Entwicklung des Fernsehkonsums in Deutschland. Die durchschnittliche Sehdauer im Jahr 2016 blieb laut der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) mit 223 Minuten pro Tag gegenüber dem Vorjahreswert unverändert. 15 Jahre zuvor sahen die Deutschen täglich 192 Minuten fern. " Link zur Statistik Im Durchschnitt sehen Menschen über 15 also 223 pro Tag fern. Geil, oder? Das sind fast vier Stunden. Rechnest du da noch mit rein, wie viel der Durchschnittsherbert am Tag auf sein Smartphone glotzt, dann sind es sicher schon fünf Stunden. Wer so viel "konsumiert", der braucht auch direkt mehr Schlaf, um sich einigermaßen erholt zu fühlen. Ich gucke in der Woche maximal eine Stunde fern, eher weniger. Mein Handy ist 3/4 des Tages im Flugmodus und ansonsten gucke ich da alle 2-3 Stunden drauf, weil ich kein Freund dieser ständigen medialen Berieselung und Ablenkung bin. Wer nicht mehr fernsieht, das Handy mal liegen lässt und nicht den ganzen Tag zockt, der wird sehen, wie viel Zeit er zur Verfügung hat. Insofern verstehe ich nicht ganz, was du mit der minutiösen Planung meinst. Ich möchte dich aber gerne dazu einladen, mir das noch mal zu erläutern. Das finde ich jetzt spannend. Aus dieser Tabelle hast du jetzt geschlossen, dass ich nicht einfach 5 gerade sein lassen und das Leben genießen kann? Mir ist die Tendenz hier schon aufgefallen, Selbstoptimierungswahn zu unterstellen. Sobald jemand sich selbst höhere Ziele steckt als "Wenn hier der dicke Dieter ansteppt und mit vor stolz geschwollener Brust ankündigt: "Ich will von 100 auf 90 Kilo abnehmen, dann hätte ich einen BMI von 30. Ach - und mal eine Frau küssen wäre auch super!" - dann wird das von allen Seiten bejubelt und unterstützt. Da läuft man auch nicht Gefahr, sich selbst eingestehen zu müssen, dass man selbst mal ein bisschen was aus seinem Leben machen könnte. Die Ziele, die sich der dicke Dieter setzt, hat man ja schließlich selbst schon "erreicht". Kommt dann aber einer an und sagt: "Jo Dicker. Ich fühle mich sauwohl. Mein Leben läuft gerade wie am Schnürchen. Da sind aber noch ein paar Sachen, die mir am Herzen liegen, und ich habe richtig Bock, die mal anzugehen. Lass uns mal schauen, wie ich das hinbekomme. Ich mach die Welt mal zu meiner Leinwand! :-)" - dann ist das bedrohlich. Jemand, bei dem es schon gut läuft, der zufrieden ist, aber dennoch nach mehr strebt, macht den Leuten scheinbar Angst. Kommen wir zu deiner Aussage zurück, TheCree. Ich denke, dass sie auf einigen Prämissen beruht, die einfach nicht zutreffend sind. Ausgehend von diesen Prämissen kann die Schlussfolgerung nur falsch sein: Wer sich selbst optimieren will, ist mit sich unzufrieden. Sport macht keinen Spaß. Arbeit macht keinen Spaß. Lernen macht keinen Spaß. Lesen macht keinen Spaß. Früh ist scheiße. Das ist alles eine Sache deiner persönlichen Geisteshaltung. Du kannst dir gerne vorstellen, dass ich morgens mit verkrampften Gesicht an meinem Schreibtisch sitze und mich selbst "optimiere". Das entspricht allerdings nicht der Realität. Ich stehe mit einem Lächeln auf, mach mir eine Kanne mit gut duftendem Tee und setze mich dann an meinem Tisch, um mich selbst besser kennenzulernen. Ich finde es spannend, mich mit Satzergänzungen zu befassen und dabei herauszufinden, wo bei mir blinde Flecken sind. Mir macht das Schreiben Spaß. Ich mache gerne Yoga. Ich lerne gerne Sprachen. Ich arbeite gerne an meinem Blog. Ich lese gerne. Das sind alles Dinge, die ich gerne mache. Deswegen bin ich auch tiefentspannt, wenn ich morgens das Haus verlasse. Ich habe alles getan, was ich tun wollte, und egal, was an dem Tag noch passiert, ich bin ein Stück weit gewachsen. Wie der Mensch nun mal so ist, muss er sich aber auch manchmal zu seinem eigenen Glück zwingen. Wer regelmäßig trainieren geht und dafür brennt, weiß, dass es sehr schwierig sein kann, nach einer Verletzungspause oder Erkrankung wieder ans Eisen zu gehen. Wir haben zwar Spaß am Training, aber natürlich ist es bequemer, zuhause auf der Couch zu sitzen und sich die 842. Folge Berlin Tag und Nacht ins Gehirn zu prügeln. Das Hirn ist einfach so. Was nicht zwangsweise zum Überleben getan werden muss, wird eben nicht getan. Mit meiner Tabelle mache ich es mir erheblich einfacher, mich zu meinem eigenen Glück zu zwingen. Die Tatsache, dass ich mit einem Lächeln zu Bett gehe, mit einem Lächeln aufstehe und unter der Dusche tanze und singe, reicht mir als Zeichen für mich, dass ich den richtigen Weg gehe. Ich möchte dich dennoch gerne dazu einladen, mir noch mal genauer zu erklären, was du mir mit deiner Aussage mitteilen wolltest. Gewohnheiten - Teil 2 Potzdonner, der Text ist bis hierhin schon viel länger geworden, als er sollte! Naja, sei's drum. Ich werde in jeder Woche detailliert auf je drei Gewohnheiten eingehen und was genau es damit auf sich hat. Früh aufstehen Schon Opa hat gesagt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Opa ist ein schlauer Kerl, das wusste ich schon damals. Ich glaube, das erste Mal habe ich mich Ende letzten Jahres daran gewagt. Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, dass sehr viele erfolgreiche Menschen bewusst früh aufstehen, um Zeit für ihr Morgenritual zu haben und mit einem angenehmen, fluffigen Start in den Tag zu gleiten. Da wurde mit ganz verrückten Zeiten um sich geworfen, 04:30 und so. HALLO! 04:30??? Da steht eine 4 hinter der 0. Das ist doch schon fast Folter. Drauf geschissen, ich habe es trotzdem probiert. Das war vielleicht ein holpriger Versuch. Zwei Tage geschafft, dann wieder drei Tage nicht, dann wieder 4 Tage geschafft und wieder eine Woche unterbrochen. So ging es dann ein paar Wochen, ehe ich den Versuch als gescheitert ansah. Da lag dann die Vermutung nahe, dass ich einfach eine Eule und keine Lerche bin. Das hätte dann aber auch bedeutet, dass ich abends produktiv bin, war ich aber nicht. Ohnehin gibt es wesentlich weniger Eulen, als die meisten Leute annehmen. Nimm den Menschen ihren Fernseher, ihren Laptop und ihr Handy weg und staune, wie viele von ihnen plötzlich zu Frühaufstehern werden. Wenn ich zwei drei Stunden am Stück vor dem Schlafengehen mir irgendeinen scheiß reinziehe, dann werde ich auch zur "Eule". Und so folgte in diesem Jahr dann irgendwann der nächste Versuch. Einige nicht so glorreiche Momente folgten. Da findet man sich dann halt morgens mal auf dem Bidet statt auf der Toilette sitzend wieder, weil das Hirn noch nicht so richtig gebooted hat. Pendelt sich aber fix ein und man lernt, die Stille des Morgens zu genießen. Am Schreibtisch sitzend der Sonne beim Aufgehen zuzusehen kann auch einen gestandenen Mann emotional bewegen. Zu wissen, dass man einen guten Schritt in seinem Leben weiterkommt und mit viel Entspannung in den Tag startet, während der Rest der Stadt noch lebt, ist ein anregender Gedanke. Und irgendwann hast du es dann raus und du hast dich in deinen neuen Rhythmus eingefunden. Dann ist um 04:30 aufzustehen für dich das gleiche wie um 07:30 aufzustehen für andere. Die Menschen früher sind auch aufgestanden, wenn die Sonne aufgegangen ist. Wenn die das schaffen, warum dann nicht auch wir? Da muss man aber auch ein bisschen experimentieren. So ein Vollblut-Nachttyp wird mit dieser Vorgehensweise nicht glücklich. Wie auch bei anderen Dingen im Leben: Versuch macht klug. „Sechs Stunden Schlaf für einen Mann, sieben für eine Frau und acht für einen Narren“ soll Napoleon gesagt habe. Die Aussage ist mit Vorsicht zu genießen. Fakt ist aber: Je weniger du dein Leben von Medien aller Art beherrschen lässt und je besser deine körperliche Verfassung, desto weniger Schlaf brauchst du auch. Satzergänzungen Diese Übung mache ich derzeit jeden Morgen. Wer sie nicht kennt, dem sei das Buch "Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls" von Nathaniel Branden ans Herz gelegt. Die Grundidee dahinter ist, dass dir ein Satzstamm vorgegeben wird, den du dann vervollständigst. Auf diese Art kannst du herausfinden, wie du selber tickst und wo bei dir noch blinde Flecken liegen. Das schärft dein Bewusstsein für den Tag und du kannst aktiv daran arbeiten. Ein beispielhafter Satzstamm: "Wenn ich den Werten treu bleibe, die ich für richtig halte, ..." Wer sich das Buch besorgt, der sollte definitiv auch die Satzergänzungen ausprobieren. Ist am Anfang eine Menge Überwindung, aber die Erkenntnisse sind sehr lehrreich! Mittlerweile hatte ich schon oft Momente, bei denen ich mich über meine eigenen Gedanken gewundert habe. Manchmal weiß man gar nicht, was einem im Kopf rumspukt, bevor man liest, was man schreibt. Tagebuch führen Damit fing alles an. Wenn es eine Gewohnheit gibt, die einfach zu erledigen ist und gleichzeitig Berge versetzen kann, dann ist es diese. Angefangen mit meinem ganz persönlichen Tagebuch (also ein nicht öffentliches) habe ich damit 2016. Am Anfang war das eine schiere Herkulesaufgabe für mich. Was schreibe ich da rein? Jeder Satz wurde durchdacht, als wollte ich das nächste literarische Meisterwerk verfassen. Dabei ging es nur um ein beschissenes Tagebuch. Wenn ich da über die Konsistenz meines Stuhlgangs schwadroniere, ist das genauso wichtig wie meine neuste Erkenntnis zu einem Buch von Nietzsche. Es ist schließlich MEIN Tagebuch. Und so fing ich dann an zu schreiben. Erst war es ziemlich unregelmäßig. Jede Zeile fühlte sich ein bisschen wie ein Kampf an. Mit der Zeit gewöhnte ich mich dann daran. Aus anfänglich 5 dahin gerotzten Zeilen wurden 10 und später 15. Hier und da habe ich mal geschludert und ein paar Wochen kein Tagebuch geführt. Seit ein paar Monaten jedoch führe ich es fast lückenlos. Mittlerweile sind meine Einträge auf 1-2 Seiten pro Tag in meinem Word-Dokument gewachsen. Durch das Tagebuchschreiben schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen kann ich mir selbst noch mal vor Augen führen, was ich getan habe. So kann ich auch Dinge aufschrieben, die ich sehr zu schätzen wusste und die mir am Herzen liegen. Gleichzeitig kann ich mir hier auch aufschreiben, was ich mir vornehme und meinen Fortschritt protokollieren. Zwischenzeitlich hatte ich auch ein Erfolgsjournal und ein Dankbarkeitsjournal, aber die wurden vom Zahn der Zeit gefressen und sind in mein normales Tagebuch gewandert. Ich habe für mich selbst gemerkt, dass ich die Anzahl an Dokumenten stets so klein wie möglich halten sollte. Ein weiterer Punkt ist, dass man durch das Tagebuchschreiben auch schnell merkt, wenn man faul wird. Kann ich ein paar Tage mal nur 5-6 Zeilen in mein Tagebuch schreiben, weil ich nur vor der Glotze hänge und Chips fresse, dann wird mir das sehr schnell bewusst und ich kann das in sinnvollere Bahnen lenken. Will ich mal gemacht haben Beim Durchstöbern meiner Ordner bin ich auf ein interessantes Dokument gestoßen, das ich schon fast vergessen hatte. Im letzten Jahr habe ich mal brain storming gemacht und mir überlegt, was ich irgendwann auf jeden Fall mal machen möchte. Ich haue euch das Ding mal hier rein. Bungee-Springen Heißluftballon-Fliegen Cessna-Fliegen Weltreise Ein Buch schreiben Einen eigenen Blog erstellen Standard-Tanzkurs belegen HipHop-Tanzkurs Gitarre spielen lernen Alle Hauptstädte Europas bereisen Windsurfen Snowboarden Am Iron Man teilnehmen Schwarze Route beim Bouldern schaffen 1km am Stück kraulen Tauchkurs belegen Schlittschuhfahren lernen Inlinerfahren lernen Amnesty International beitreten Ehrenamtlich arbeiten Parkour lernen Einen Rückwärtssalto können Jonglieren können Kickup können Yoga lernen Schauspielunterricht nehmen Surfen lernen Ich fand das total witzig. Keine Ahnung, warum ich damals einen Kickup können wollte. Diese Liste habe ich aber dann doch als Anlass genommen, um ein bisschen Schwung in mein Leben zu bringen. Nur zwei Punkte davon habe ich seitdem gemacht (1km am Stück kraulen und das Cessna-Fliegen). Also dachte ich mir fuck it und habe mir drei Sachen rausgesucht, die ich spannend finde und mal angehe. So kam es dann, dass ich jetzt wieder regelmäßig bouldern gehe und mich im Yoga übe. Das Wichtigste ist aber, dass ich endlich ein Projekt angehe, dass ich schon machen wollte, seit ich ein rotznäsiger Schüler war - meinen eigenen Blog erstellen. Mein Herzensprojekt nimmt langsam Gestalt an Endlich. Das erste Mal hatte ich die Idee mit 12 oder 13. Zehn Jahre sind nun vergangen und ich habe mich in den letzten Wochen ran gemacht, das Ding hier Realität werden zu lassen. Wenn mich eine Idee so fasziniert wie diese, dann stecke ich da eine Menge Aufwand und Arbeit rein und vergesse unheimlich schnell die Zeit. Tatsächlich habe ich in den letzten drei Wochen jeden Tag daran gewerkelt, mittlerweile etwa 30 fertige Texte für den Blog und muss jetzt nur noch den letzten Feinschliff erledigen. Ich bin jetzt so weit, dass ich meinen Blog in der kommenden Woche einem guten Freund zeigen werde und mir ein erstes Feedback einhole. Das finde ich alles total spannend. Success Partners Aus dem Buch The Compound Effect hat mich die Idee fasziniert, mir einen Success Partner zu suchen. Einmal in der Woche unterhältst du dich mit deinem Success Partner. Dabei erklärt ihr euch gegenseitig, was ihr in der Woche vorhabt und wie ihr gedenkt, das zu erreichen. Dabei gleicht ihr auch immer ab, was ihr euch für die Woche davor vorgenommen habt und was ihr tatsächlich geschafft habt. Auf die Art habt ihr einen zusätzlichen regulativen Mechanismus. Es geht nicht darum, sich gegenseitig fertig zu machen, wenn man etwas nicht schafft. Vielmehr kann man gemeinsam auf die Art herausfinden, in welchen hinderlichen Denkmustern man sich gerne mal verfängt. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht und lässt sich alle möglichen Ausreden einfallen, warum etwas nicht geht. Dein Succes Partner kann dir da dann den Weg weisen und mir vor Augen führen, wenn ich mal Scheiße labere. Außerdem tut es ohnehin immer gut, sich ein bisschen über das Leben mit einem guten Freund unterhalten zu können. Ich habe einem meiner engsten Freunde diese Idee unterbreitet. Hat ihm gut gefallen. Wir wollen diesen Sonntag das erste Mal ein Telefonat führen. Mal sehen, was das gibt. Diese Woche gelesene Bücher F. Scott Fitzgerald - Tender is the night (Englisch, 434 Seiten) André Kostolany - Die Kunst über Geld nachzudenken (237 Seiten) Die Zusammenfassungen für die Bücher folgen nächste Woche, der Beitrag ist schon lang genug geworden :-) Ignoranz als Wurzel alles Schlechten Ignoranz ist die Wurzel aller negativen Emotionen, die wir empfinden. Wir ignorieren die tatsächliche Realität und ziehen somit negative Emotionen in unser Leben. Alle negativen Gefühle, die wir empfinden, gehen auf diese Tatsache zurück. Wenn wir wütend auf jemanden sind, dann kann das viele Gründe haben. Vielleicht hat er uns betrogen, vielleicht hat er uns etwas verschwiegen, vielleicht hat er uns bestohlen. Wir empfinden die Wut, weil wir der Meinung sind, dass wir es nicht verdienen, so behandelt zu werden. Wir empfinden eine Wut, die teilweise stark überproportional zum tatsächlichen Geschehnis aufgebauscht wird. Aber was bringt uns diese Wut? Wenn wir ehrlich sind, vernebelt sie nur unseren Geist. Sie bringt uns auch nicht weiter. Wir betrachten die Situation aus unserer beschränkten Sichtweise und sehen nur das „Schlechte“, was uns angetan wurde. Dabei hinterfragen wir nur selten, was für Beweggründe dieses Verhalten zu Tage gebracht haben. Wir betrachten die Situation lediglich als persönlichen Angriff auf unsere Person. Dabei vernachlässigen wir, dass derjenige, der diese Emotion in uns ausgelöst hat, nicht das Problem ist. Unsere Reaktion auf das Geschehene ist das Problem. Treten wir einen Schritt zurück und betrachten all das aus einer weiter gefassten Perspektive, dann erkennen wir die Unsinnigkeit unserer Reaktion. Sie fußt auf einer tief empfundenen Unzufriedenheit in uns drin. Unsere Reaktion spiegelt ziemlich genau wider, wie wir die Welt wahrnehmen. Wenn wir die Welt als feindseligen Ort wahrnehmen, an dem uns jeder etwas Böses will, dann sind wir eher dazu geneigt, negative Emotionen zu empfinden, die durch andere verursacht werden. Sehe ich jeden Menschen als ein wundervolles Geschöpf und als vollkommen gleichwertig zu mir an, dann entwickele ich eine andere Geisteshaltung. Ich kann eine Geisteshaltung entwickeln, mit der ich Menschen als etwas Wundervolles ansehe und verstehe, dass jeder Mensch – durch seine individuellen Erfahrungen und Erlebnisse geprägt – stets bestrebt ist, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Natürlich sind die Menschen manchmal zu schwach, um das zu tun, was sie für richtig halten. Was bringt es uns aber, sie für diese Schwäche zu verabscheuen oder gar zu hassen? Es bringt uns genau genommen gar nichts. Wir holen uns mit dieser Umgangsart nur Probleme in unser eigenes Leben. Menschen zu umarmen, ihnen dein Mitgefühl und deine Liebe zu schenken, auch wenn sie dich nicht so behandelt haben, wie es sich eigentlich gehört, ist ein wichtiger Schritt in unserem Leben. Wenn wir verstehen, dass wir am Ende alle der gleichen Spezies angehören und gemeinsam dieses Leben leben, dann versiegt unser Hass. Dann versiegt auch unsere Wut und unsere Angst. Wir haben keine Angst vor der Welt, denn wir wissen, dass wir aufgefangen werden, wenn es hart auf hart kommt. Was du in die Welt schickst, das wird auch unwiderruflich zu dir zurückkehren – nicht immer auf kurze Sicht, aber auf alle Fälle auf lange Sicht. Cheers, rsc
  10. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Gewohnheiten Willkommen zurück an diesem wundervollen Sonntag. Mein Rooibos-Vanille-Tee schmeckt noch fabelhafter als er duftet, ich könnte gerade ein ganzes Lobeslied für ihn singen. Tee ist ein Geschenk der Götter. Gewooooohnheiten. Jeder hat sie. Es wird davon ausgegangen, dass 30-50% unserer täglichen Handlungen von Gewohnheiten gesteuert werden. Gewohnheiten entstehen, wenn wir eine bestimmte Handlung wiederholt auf eine ähnliche oder gleiche Weise durchführen. Sie sind ein wirksamer Mechanismus, um unser Gehirn vor Überlastung zu schützen. Wenn wir eine Gewohnheit ausführen, dann wird dabei erheblich weniger Energie verbraucht als bei „ungewohnten“ Tägigkeiten. Das ist darauf zurückzuführen, dass bei Gewohnheiten die Basalganglien, eine primitive Struktur unseres Gehirns die Steuerung übernimmt. Grob gesagt lässt sich das so zusammenfassen: Gewohnheiten werden vom Hirnstamm gesteuert Entscheidungen treffen oder kreative komplexe Arbeiten werden vom Frontallappen gesteuert Die Konsequenz daraus ist, dass es zwar viel Selbstdisziplin erfordert, sich eine neue Gewohnheit anzueignen, dafür aber eine einmal gelernte Gewohnheit sehr wenig Selbstdisziplin und Kraftaufwand zur Ausführung benötigt. Um sich Gewohnheiten aneignen zu können oder bestehende Gewohnheiten zu verändern, ist es äußerst hilfreich, zu wissen, wie Gewohnheiten funktionieren. Die Struktur einer Gewohnheit ist immer gleich: Ein bestimmtes Ereignis tritt ein (in diesem Beispiel sehen wir das SALE-Schild) Unser Gehirn erkennt den Auslöser und startet automatisch die „programmierte“ Routine (Ich kauf erst mal den ganzen Laden leer, lebe schließlich nur einmal!) Nach Durchlauf dieser Routine erfolgt die Belohnung, ein bestimmtes Bedürfnis wird befriedigt (Glücksgefühle werden ausgeschüttet) Je häufiger auf einen Auslöser eine Routine folgt, die hinterher belohnt wird, desto stärker werden Auslöser und Belohnung verknüpft. Wir beginnen, die Belohnung zu antizipieren und spüren ein sehr starkes Verlangen in uns. Dieses Verlangen ist es, was Gewohnheiten so tricky macht. Wenn ich eine Gewohnheit etablieren will, tue ich also gut daran, mir selbst einen Auslösereiz und eine Belohnung zu überlegen. Habe ich den Wunsch, jeden Morgen laufen zu gehen, dann kann ich jeden Abend vor dem Schlafengehen meine Laufschuhe samt Laufkleidung neben das Bett legen, sodass ich sie nach dem Aufstehen direkt als Erstes sehe. Das ist mein visueller Reiz. Ich ziehe dann einfach die Kleidung und die Schuhe an und gib ihm. Ich soll mir eine Gewohnheit so einfach wie möglich gestalten, sodass ich nicht mehr viel über die Umsetzung nachdenken muss. Wenn ich morgens im Halbschlaf erst darüber nachdenken muss, was ich jetzt anziehe, unter welchem Kleidungsberg meine Schuhe liegen oder wo mein Schlüssel liegt, dann setze ich mir den Rahmen zum Scheitern selbst auf. Nach Ausführung der Tägigkeit belohnst du dich dann dafür. Die Belohnung kann viele Formen annehmen. Für mich persönlich reicht es, in meiner Gewohnheitstabelle vermerken zu können, dass ich Sport getrieben habe. Du solltest beim Auswählen deiner Belohnung allerdings darauf achten, dass sie nicht destruktiv ist. Sich für eine Runde laufen mit einem Schokoriegel zu belohnen ist sicher keine langfristig funktionierende Lösung. Ursprünglich habe ich mit einer Tabelle gearbeitet, bei der ich einfach nur abgehakt habe, ohne mir Ziel- und Istwerte zu setzen. Das war mir allerdings zu starr und unflexibel. Deswegen habe ich mir vor zwei Wochen eine neue gebastelt. Jetzt lege ich mir immer am Sonntag fest, wie oft ich eine Tätigkeit ausführen will und kann hierbei berücksichtigen, wenn ungewöhnliche Aktivitäten meinen Zeitplan etwas über den Haufen werfen. Mir ist bewusst, dass ich nicht alles immer richtig planen kann, aber nur weil ich nicht alles im planen kann, heißt es nicht, dass ich mich wie eine Schneeflocke mal hierhin und mal dahin wehen lassen muss. Für mich hat sich für das Setzen von Gewohnheiten die folgende Tabelle als sinnvoll herauskristallisiert. Die farbliche Markierung ist unterteilt in: Grün: alles optimal erledigt Gelb: Zielwert um eins unterschritten, ist noch in Ordnung Orange: Zielwert um zwei unterschritten, etwas mehr Fokus in der kommenden Woche Rot: Zielwert um mehr als zwei unterschritten, Gewohnheit immer noch sinnvoll? Wenn ja, absoluter FOKUS in der kommenden Woche Im Vermerk notiere ich mir momentan zwei Dinge: Alles, wobei ich meine Komfortzone verlassen musste Alles, was außerplanmäßig viel Zeit beansprucht hat Auf die Art kann ich dann hinterher nachvollziehen, ob ich in einer Woche faul war, wenn ich Zielwerte nicht erreicht habe, oder ob meine Zeitplanung das Problem war. So hatte ich zum Beispiel in dieser Woche eine Veranstaltung, die mich von frühmorgens bis spätabends in Beschlag genommen hat. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass sie lange dauern würde, aber das Ausmaß hatte ich nicht so extrem eingeschätzt. Dementsprechend hat ein einziger Tag dafür gesorgt, dass ich die Zielwerte nicht ganz erreichen konnte. Aber wir wissen ja, dass ein Ziel nicht immer nur zum Erreichen da ist, sondern oft nur zum richtigen Zielen dient. Puhhh, das reicht für heute erst einmal zum Thema Gewohnheiten. In der kommenden Woche werde ich noch einmal detaillierter auf das Thema eingehen. Ansonsten wird dieser Beitrag hier zu lang. Diese Woche gelesene Bücher Darren Hardy - The Compound Effect (Englisch, 172 Seiten) Endlich mal wieder ein geiles Buch! Zwar sind hier keine weltbewegenden Neuigkeiten enthalten, aber Darren Hardy führt den Leser auf sehr angenehme Art und Weise an seine Weisheiten heran. Die Kernaussage ist, dass winzig kleine Schritte - ausgeführt über einen hinreichend langen Zeitraum - erhebliche Auswirkungen auf dein Leben haben. Wir neigen nur dazu, zu früh abzubrechen, bevor wir die ersten Erfolge unserer Schritte sehen. Und das ist auch der herausfordernde Teil beim Etablieren erfolgsbringender Verhaltensweisen: Bevor wir große Erfolge sehen, müssen wir eine lange Zeit arbeiten, ohne die Lorbeeren sofort ernten zu können. Die Erfolge können sich mitunter erst nach vielen Monaten und Jahren zeigen. Für andere mag es dann so erscheinen, als habe man seine Erfolge über Nacht erreicht. In Wahrheit steht dahinter aber eine konsistente, langfristige Arbeit. Deswegen ist es umso wichtiger für uns, mit der richtigen Motivation an unsere Projekte zu gehen, damit wir nicht aufhören, bevor wir erste Erfolge sehen. Er vergleicht den Weg zum Erfolg mit einer Brunnenpumpe. Am Anfang müssen wir ewig pumpen, ehe wir die ersten Wassertropfen bekommen. Viele Leute hören an dieser Stelle auf und denken sich: "Was für ein Scheiß, für die paar Tropfen habe ich so lange gepumpt?" Aber genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn einmal die ersten Tropfen kommen, dann musst du nur dein Tempo beibehalten und nach und nach kommt immer mehr Wasser, ohne dass du noch viel Aufwand hereinstecken musst. Sobald du einmal dein Momentum aufgebaut hast, passieren fantastische Dinge. Hörst du an dieser Stelle aber auf zu pumpen, dann wirst du später wieder einen enormen Kraftaufwand reinstecken müssen, um an den Punkt zu kommen, wo du schon warst. Er geht auch auf die Wichtigkeit von Eigenverantwortung ein. Wir sind für unser Leben verantwortlich, so wie es in diesem Moment ist. Verantwortung abzuwälzen ist keine Option, wenn wir etwas erreichen wollen. Dann schneidet er noch das Theme der Selbstregulierung an. Wenn wir mit einem Bereich unzufrieden sind, dann sollten wir anfangen zu dokumentieren, um ein erhöhtes Bewusstsein für den Bereich zu bekommen. Sind wir übergewichtig und wollen abnehmen, sollten wir beginnen, unsere Mahlzeiten zu tracken. Ihr versteht, worauf ich hinaus will. Das Buch hat noch mehr Weisheiten parat, aber das sollte erst einmal reichen. Fazit: 9/10. Kaufen, kaufen, kaufen. Johann Wolfgang von Goethe - Faust I (160 Seiten) Wo fange ich da an. Ich habe während des Lesens mehr als einmal überlegt, mir mit meinem Kugelschreiber die Augen auszustechen. Wikipedia bezeichnet Faust I als bedeutendstes und meistzitiertes Werk der deutschen Literatur. Mag ja sein, liest sich aber trotzdem wie ein überdimensional großer Haufen Scheiße. Ich fasse das mal im Schnelldurchlauf zusammen: Faust ist ein vom Leben gelangweilter Wissenschaftlicher, der rundum unzufrieden ist. Er hat keinen Spaß am Leben und findet keinen Sinn mehr darin. Ihn beschäftigen viele Fragen des Lebens, die er aber nicht beantworten kann. Also schließt er einen Pakt mit dem Teufel (Mephisto) und verspricht ihm seine Seele, der gehirnamputierte Otto. Dafür soll der Teufel dem Faust ein bisschen Action ins Leben bringen. Dann hilft der Mephistodude dem Faust dabei, Gretchen mit ein paar hinterlistigen Tricks klarzumachen, Mephisto ist also ein Pickupper der alten Schule. Dann artet alles in einer Tragödie a la Berlin Tag und Nacht aus. Gretchens Bruder und Mutter sterben, woran Faust beteiligt ist. Gretchen ist schwanger von Faust und tötet ihr eigenes Kind und landet dann im Kerker. Faust probiert sie zu retten, aber sie hat keinen Bock auf ihn mehr und findet Gott eh geiler. Fazit: 2/10. Trinkt lieber euren eigenen Urin, bevor ihr das Buch anrührt. Ehrlichkeit kann schwer sein Ehrlichkeit. Sie fällt uns schwer. Oft ist es kurzfristig einfacher, zu lügen. Wir vergessen unser zukünftiges Ich in der langen Sicht, um unser momentanes Ich in der kurzen Sicht vermeintlich zu schützen. Aber schützen wir es wirklich? Wir lügen, um besser dazustehen. Wir lügen, um unangenehme Tatsachen zu vermeiden. Wir lügen, um den Tag überstehen zu können. Wir lügen andere an. Wir lügen fremde Menschen an. Wir lügen Bekannte an. Wir lügen Freunde an. Wir lügen unsere besten Freunde an. Wir lügen unsere Freundin oder unseren Freund an. Wir lügen sogar unsere Ehemänner und Ehefrauen an. Wir lügen unsere Familie an. Wenn es um das Lügen geht, kennen wir keinen Halt. Aber die Lüge an sich ist nichts Schlechtes. Eine Lüge kann im richtigen Kontext eingesetzt eine sinnvolle Maßnahme sein. Manchmal ist eine Lüge notwendig, um Menschen vor unangenehmen Wahrheiten zu schützen. Gelegentlich wäre es sogar moralisch verwerflich, nicht zu lügen, weil wir mit der Wahrheit jemanden dermaßen tief verletzen würden, dass wir seine Reaktion darauf nicht abschätzen können. Was wir lernen müssen, ist nicht, nicht zu lügen. Stattdessen müssen wir lernen, im angemessenen Kontext die Wahrheit zu sagen und die Lüge nur dann zu nutzen, wenn sie zwingend erforderlich ist. Wenn wir das nicht tun, dann kommen wir vielleicht einfacher durch das Leben – vermeintlich. Das allerdings geschieht auf Kosten unserer eigenen Integrität, auf Kosten unseres Wohlbefindens und unseres inneren Gleichgewichtes. Es gibt nur eine einzige Person, die du niemals anlügen solltest – dich selbst. In dir drin kennst du nämlich schon die Wahrheit. Das einzige, was du mit einer Lüge dir selbst gegenüber erreichst, ist, dass du irgendwann nicht mehr in den Spiegel blicken kannst. Du verarschst dich. Du verarschst die Person, die dir schon dein ganzes Leben lang am nächsten steht. Dass du dich selbst verarschst, ist aber noch nicht alles. Wenn wir uns selbst belügen, verbauen wir uns die Möglichkeit auf persönliche Weiterentwicklung. Wenn wir uns selbst belügen, dann tun wir das gemeinhin, um nicht der Wahrheit ins Auge blicke zu müssen, weil diese zu unangenehm ist. Was passiert aber dabei? Erst lügen wir uns selbst an, um der Wahrheit nicht ins Auge zu blicken. Wir verwischen uns selbst die Sicht, was tatsächlich die Wahrheit ist. Dabei ist es notwendig, uns selbst die Wahrheit zu zeigen, um an ihr etwas ändern zu können. Wenn ich mich selbst belüge, dann nehme ich mir die Möglichkeit, die Wahrheit mit klaren Augen zu sehen. Die Wahrheit mit klaren Augen und klarer Sicht zu sehen, ist notwendig, um die momentan möglicherweise unschönen Umstände aktiv angehen zu können. Wenn mir nicht vollends bewusst ist, dass etwas im Argen liegt, dann kann ich es auch nicht beheben. Wenn ich die Bedeutung dieses Umstandes, dass etwas im Argen liegt, herunterspiele, dann bin ich auch gar nicht gewillt, etwas an der konkreten Situation zu verändern. Ich empfinde es gar nicht als notwendig. Ich muss ehrlich zu mir selbst sein, um etwas ändern zu können. Ich muss unangenehme Tatsachen akzeptieren. Erst dann habe ich die Möglichkeit, die unangenehmen Tatsachen voller Tatendrang zu ändern. Ich brauche das Bewusstsein, dass eine Lüge mir selbst gegenüber reine Selbstsabotage ist. Vielleicht bin ich für die nächsten paar kleinen Momente mit meiner Lüge glücklicher, aber der Moment wird kommen, an dem sie mich einholt. Vielleicht genieße ich mit meiner Lüge den derzeitigen Moment mehr, wobei selbst das fraglich ist. Aber in ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren klopft mir meine eigene Lüge wieder auf die Schulter. Und mit jedem Mal, dass ich sie wieder zurückdränge, geht die Lüge ins Fitnessstudio, frisst ordentlich Putenfleisch und kommt noch mehr gestärkt wieder zurück, um mir erneut auf die Schulter zu klopfen. Das Klopfen wird von Mal zu Mal stärker. Irgendwann klopft sie so stark, dass sie mich damit herunterdrückt. Und dann bleibt nichts Anderes übrig, als mich umzudrehen und der Lüge ins Gesicht zu sehen. Hätte ich ihr direkt, als sie sich mir das erste Mal offenbart hat, ins Gesicht geblickt und ihr die Hand geschüttelt, hätte ich sie leicht wieder aus meinem Leben schieben können. Jetzt aber steht eine muskulöse, mit Anabolika aufgepumpte aggressive Lüge vor mir. Wehe dem, der sie wieder wegschaffen muss. Cheers, rsc
  11. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Ohh yea. Du bist die Beste, vermisse die Fotos von deinen Gerichten im Übrigen sehr :-) Sehr stark dein Sarkasmus ist :* Bist du denn des Wahnsinns? Aber ich habe Angst? Für das nächste Mal bin ich schlauer, danke für den Hinweis. Die Idee kam auch nicht von mir, sondern von ihr. Damit bin ich fein raus! Ich habe für mich beschlossen, hier im Tagebuch wieder mehr Fokus auf den Persönlichkeitsaspekt zu legen. Hoffentlich könnt ihr mir das verzeihen, liebe Leser. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen Nachdem die Beziehung mit meiner Freundin im November 2015 zu Ende ging, habe ich im darauf folgenden Dezember mit dem DJBC angefangen, weil ich keine nennenswerten Kontakte zu Frauen mehr hatte. Ich habe mich da dann durchgebissen und das Bootcamp tatsächlich bis zum Ende durchgezogen. Das Ganze lässt sich hier nachlesen. Nach und nach hat das Ganze in mir Prozesse losgestoßen, die mir aufgezeigt haben, wie viel Potenzial nach oben in jedem von uns steckt. Die meisten sind sich dessen nur nicht bewusst und schöpfen ihr eigenes Potenzial nicht mal im geringsten aus. Nach und nach krempelte ich mein Leben um und legte mir neue Gewohnheiten zu. Ihr solltet wissen, dass ich insbesondere zu Schulzeiten ein ziemlich fauler Penner war und so etwas wie Disziplin nie zu meinen großen Stärken zählte. Anfangs war das Anlegen neuer Gewohnheiten verdammt zäh für mich und hat sich über Monate hingezogen. In den letzten 3 Monaten habe ich nun gemerkt, wie die Schritte, die ich mache, immer größer werden. Was für mich anfangs noch ein riesiger Kraftakt war, wird immer leichter. Ich merke, dass meine Arbeit ihre ersten Früchte trägt. Der Prozess ist für mich zu etwas geworden, was ich wirklich genießen kann. Ich fühle, wie ich über mich hinauswachse und zu immer mehr im Stande bin. Dabei spüre ich auch, wie meine eigene Zufriedenheit und der Lebensstil, den ich pflege, immer mehr zu dem wird, was ich mir unter einem geilen Leben vorstelle. Vor allen Dingen aber habe ich eine wichtige Lektion für mich gelernt. Disziplin ist nichts, was du hast oder nicht hast. Es ist wie ein Muskel, den du trainieren kannst. Niemand ist dazu verdammt, als Hänfling zu sterben. Ebenso sind wir dazu verdammt, unsere Träume Träume sein zu lassen. Wenn wir bereit sind, unseren Arsch zu bewegen, lässt sich erstaunlich viel erreichen. „Commitment is doing the thing you said you were going to do long after the mood you said it in has left you.“ Sofern nicht anders angekündigt, werde ich hier jeden Sonntag einen Beitrag mit euch teilen. Nach und nach führe ich neue Aspekte ein, mit denen ich mich befasse. Viel Spaß. Diese Woche gelesene Bücher Cat’s Cradle (205 Seiten, Englisch, Kurt Vonnegut) Das Buch spielt irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg. John, seines Zeichens Schriftsteller, schreibt ein Buch über den Tag, an dem die Atombombe auf Hiroshima geworfen wurde. Hierfür möchte er die Kinder von Felix Honekker - einem der Väter der Atombombe – dazu befragen, was sie noch von dem Tag des Atombombenabwurfs wissen. John landet dann irgendwann auf der Insel San Lorenzo, auf der ein irrer Diktator herrscht und wo die Religion „Bokononism“ praktiziert wird, die auf glücklichen Lügen basiert. Es stellt sich heraus, dass Felix Honekker nicht nur die Atombombe entwickelt hat, sondern seinen Kindern ein noch ein viel gefährlicheres Gemisch mit dem Namen Ice-9 hinterlassen hat. Ein Tropfen Ice-9 ist in der Lage, die Welt zu zerstören. Fazit: 6/10. Kann man mal lesen, kann man aber auchs ein lassen. simpify your life (444 Seiten, Werner Tiki Küstenmacher, Lothar J. Seiwert) Der Name ist Programm. Ziel des Buches ist es, uns dabei zu helfen, unser Leben zu vereinfachen. Dabei werden Schritt für Schritt, von unten nach oben alle Bereiche angegangen, die wir in unserem Leben vereinfachen können. Schritte: Vereinfachen Sie Ihre Finanzen Vereinfachen Sie Ihre Zeit Vereinfachen Sie Ihre Gesundheit Vereinfachen Sie Ihre Beziehungen Vereinfachen Sie Ihre Partnerschaft Vereinfachen Sie sich selbst Vereinfachen Sie Ihre Spiritualität Am spannendsten in diesem Buch fand ich das Enneagramm. Hierbei geht man davon aus, dass jeder Mensch einen speziellen Kern, ein spezielles Lebensthema hat. Mit Hilfe eines Fragenkatalogs, den du für dich selbst beantwortest, kannst du dein eigenes Naturell identifizieren und auf Basis dessen mehr über dich erfahren. Die neun Bereiche des Eneagramms sind eingeteilt in Bauch, Herz und Kopf. Das Ganze weiter auszuführen, ist aber an dieser Stelle zu viel des Guten. Fazit: 7/10. Die Inhalte sind sehr breit gefächert und hier und da lassen sich interessante Ansätze finden. Wer generell viel liest, wird allerdings 90% des Inhaltes schon aus anderen Büchern kennen, insbesondere im Bereich Selbstorganisation, Selbstfindung, Finanzen usw. Schalt aus Schalt einfach aus. Tag ein, Tag aus, immer das gleiche. Du verlässt morgens um halb 9 das Haus, kehrst abends um halb 6 zurück. Was machst du? Du vergewaltigst dein Gehirn. Du schaltest die Glotze an. Du lässt sie deine Gedanken benebeln. Du überlagerst deine Problemlösungskompetenzen im Gehirn mit dem Schund, der dir im Fernsehen vermittelt wird. Wie soll dein Gehirn da etwas zu Stande bringen? Warum meinst du, dass du diese Art der Zerstreuung brauchst? Du willst dich „erholen“? 8 Stunden Arbeit sind so anstrengend für dich, dass du nicht anders kannst, als dir diesen Moment der Zerstreuung herbeizusehnen? Du fliehst. Du fliehst vor all deinen Problemen. In dem Moment, wo du dein Gehirn ins mediale Dickicht auslässt, verlässt du es. Du lässt es im Stich. Wie soll es so für dich arbeiten, wenn du ihm immer wieder in den Rücken fällst? Was denkst du, warum du diese Zerstreuung brauchst? Weil du unzufrieden bist. Irgendetwas in deinem Leben läuft nicht so, wie du es gerne hättest, und deswegen bist du erschöpft. Du denkst, du bräuchtest Ruhe. Aber hier ist die Krux. Du brauchst gar keine Ruhe. Was du eigentlich brauchst, ist eine Lösung für ein Problem. Dein Gehirn will arbeiten. Es möchte dieses Problem aus der Welt schaffen. Der erste Schritt hierzu ist schwer. Er zwingt dich dazu, zu handeln. Aber wenn du einmal begonnen hast, merkst du, dass du plötzlich befreiter bist. Du hast mehr Energie. Du hast Kraft. Und brauchst die Erholung des Fernsehens nicht mehr. Sie ist ein Trugschluss. Die Art des Teufels, dir zu zeigen, dass er dich härter in den Arsch ficken kann als du ihn. Schalt einfach aus, mein Freund, schalt einfach aus. Küsschen aufs Nüsschen, Gruß mit Fuß. Cheers, rsc
  12. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Es ist an der Zeit für eine neue Welt Schwere Wolken überziehen den Himmel. Das Plätschern der Regentropfen wirkt hypnotisierend auf dich. Du blickst dich um. Eine Herrschar von Augen ist auf dich gerichtet. Du spürst die Missgunst in den Blicken. Sie wollen dich scheitern sehen. Ein tiefer Atemzug. Du lässt deine Augenlider fallen und saugst das Leben in dich auf. Deine Augenlider erheben sich. Sie spüren, dass der Moment gekommen ist. Du blickst dich noch einmal um, ehe du einen weiteren Atemzug nimmst. Die Missgunst möge dein Antrieb sein. In dir drin weißt du, dass dein Moment gekommen ist. Ein letztes Mal schließt du deine Augen und atmest tief ein. Und dann… setzt du vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Du verlässt deine Komfortzone, befindest dich nun in unbekanntem Terrain und hast die Befürchtung, jeder noch so kleine Fehler könnte dich zu Fall bringen. Mit jedem Schritt entfernst du dich weiter von der Menge. Als du dich einen Moment umdrehst, siehst du aus der Entfernung, wie sie ihre Nase rümpfen, weil du das getan hast, was sie sich niemals trauten. Du steigerst dein Tempo und spürst den Wind der Veränderung an dir. „So fühlt es sich also an?“ Ein Gefühl der Zuversicht steigt in dir hoch, mit jedem Schritt gewinnst du an Stabilität. Die Blicke der Menge lassen sich höchtens noch in deinem Rücken erahnen. Ihre Gesichter sind zu verschwommenen Pixeln in weiter Ferne verschwommen. Das flaue Gefühl der Unsicherheit ist immer noch da, verliert aber mit jedem Schritt an Stärke. Von einem Moment auf den anderen… steigen die Haare auf deinen Gliedern zu Berge. Du spürst die Gänsehaut. Ein Gefühl der grenzenlosen Energie verdrängt die Unsicherheit von ihrem Platz und wird zu deinem Gefährten. „Das ist es…“ Du weißt, dass du den richtigen Weg eingeschlagen hast. Eine Erkenntnis. Die größten Schritte vermagst du dann zu gehen, wenn du deiner Intuition vertraust. Das breite Grinsen auf deinem Grinsen spricht mehr Bände, als es jeder Euro auf deinem Konto jemals könnte. Dein Herz beginnt wie verrückt zu rasen, weil es endlich in den Genuss deiner Aufmerksamkeit gekommen ist. Du rennst weiter… und wunderst dich, mit welcher Leichtigkeit plötzlich alles von statten geht. Während die ersten Schritte noch einen relativ großen Kraftaufwand erforderten, fühlt es sich nun fast an, als würdest du fliegen. Du bist der Stein, der einmal ins Rollen gebracht nicht mehr aufzuhalten ist. Den richtigen Weg in beständigem Tempo zu beschreiten erfüllt dich mit mehr innerer Zufriedenheit als den falschen Weg in hohem Tempo zu beschreiten. Und du weißt… dass du auch mal ins Straucheln geraten wirst. Gleichzeitig bist du aber auch der Tatsache gewahr, dass jeder Sturz eine wichtige Lektion beherbergt. Kein Schmerz wird je so stark sein, dass du nicht auch etwas Gutes aus ihm ziehen kannst. Jeder Stolperstein lehrt dich eine Weisheit, die du auf deiner Reise irgendwann gebrauchen kannst. Du kannst einer Lüge die gleichen Kleider anziehen wie der Wahrheit, aber sie wird eine Lüge bleiben. Verdräng diese Tatsache und sie wird dich einmal mit der Macht des Zeus in den Arsch ficken. Umarmst du aber die Wahrheit, dann umarmt das Leben dich. Jeder von uns hat zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir erkennen, dass wir nur ein Leben haben. Das hier wird meine Reise. Begleite mich auf meinem Weg! Kryptisches Cheers, rsc
  13. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Wir müssen uns nicht küssen, wenn du nicht willst Mit einem fragenden Lächeln sieht sie mich an. Ich gurre innerlich wie ein Täubchen, dem ein Brotkrümel vor die Füße geworfen wird, und stelle mir vor, wie ich es mit feuriger Inbrunst verschlinge. Grumgrum, hmmmhmhmhrmmrm. "Was ist jetzt?" - "Hä?" - "Ob du einen Drink möchtest?" Ah, so langsam geht mir ein Licht auf. Das war es, was sie wissen wollte! "Nein danke, ich nehme erstmal ein Wasser." Ich lasse meinen Blick durch das Zimmer schweifen. Ein riesengroßes Selbstporträt von ihr hängt an der Wand und mustert selbstgefällig meine Kartoffelnase. Wer bitte hängt ein so überdimensioniertes Bild von sich selbst an die Wand? Und überhaupt - wenn ich mich selbst schlage und dann anfange zu weinen, bin ich dann stark, weil ich so fest zuhauen kann, dass ich weine, oder schwach, weil ich weine, weil ich mich geschlagen habe? Oder wenn ich ein Bild von einem Chickenwing an die Wand hängte, in Wahrheit aber ich der Chickenwing bin und ich fettig wäre, würde ich ihn dann trotzdem essen? Ich beschließe die Klärung dieser Fragen auf einen weniger nüchternen Moment in meinem Leben zu verschieben und nehme dankend das Glas Wasser von Sunny entgegen. Ich rücke mit der Arschbacke zwei Zentimeter nach links und dann wieder nach rechts, weil der Stuhl so unbequem ist. Ob sich so ein Huhn in seinem Nest fühlt, wenn es brütet und sein Bettchen mit tierischer Akribie zurecht schiebt? Auf der Couch links von mir sitzen Staubsocke und Wendy. Wir kennen uns nicht, also beschränken wir uns auf höflichen Smalltalk. Bald Fußballprofi, bliblablup, ach zieh mir doch einen mit der Pfanne rüber. Es dauert nicht lange, ehe Staubsocke sich als Selbstdarsteller enttarnt. Während er mit mir redet, verwandelt sich seine Brust in rotes Fell und plustert sich auf wie bei einem jungen Rotkehlchen. Er ist sympathisch und spricht alles aus, was er denkt, nur scheint er die Grenze zur Selbstdarstellung noch nicht zu kennen. Siffredi betritt die Wohnung. Wir sind jetzt zu fünft und beschließen, uns an den Tisch zu setzen, um – naja – das zu tun, wozu wir uns hier eigentlich versammelt hatten. Spieleabend. Bock auf Monopoly hätte ich gehabt! Stattdessen spielen wir wer bin ich. Peter Zwegat. Fickt euch, wie soll ich das denn erraten! „Lust auf Skinny Bitch?“ – „Ja, nehme einen, danke.“ Staubsocke verschwindet in der Küche. Ich latsche ihm hinterher. Sieht aus wie ein Chemielabor, überall Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Proteinpulver. Staubsocke reicht mir die Bitch. Ich mag Limetten. Heute trinke ich wohl doch. Wieder am Tisch. Heidi trudelt endlich ein. Wir sind jetzt zu sechst – 3 Dirnen, 3 Kerle. Ich merke beim ersten Kontakt mit Heidi direkt, dass sie mich verlockend findet. Dieses Gefühl täuscht mich selten. Wir sind eine kunterbunte Mischung. Die Gastgeberin ist die einzige, die alle kennt, der Rest kennt sich untereinander nicht. Es kristallisiert sich heraus, dass wir alle single sind – ein Schelm, wer da taktisches Kalkül der Gastgeberin vermutet. Irgendwer kommt auf die Idee, dass wir Flaschendrehen spielen sollte. Während ich das für einen Witz halte, ist der Rest hin und weg von der Idee. Na klasse. Bewaffnet mit Kissen machen es uns auf dem Boden gemütlich. Ich habe eigentlich gar keine Lust. Naja, eigentlich habe ich nur Schiss vor solchen Spielen. Wir einigen uns darauf, dass wir miteinander rummachen und so einen Scheiß außen vorlassen. Glück gehabt, ist mir alles zu aufregend. Wir reden über verrückte Sexnächte, Fetische und Lieblingsstellungen. Die drei Mädels in der Runde hatten alle schon Sex im KitKat. Ich bin schockiert, dass ich der Prüdeste in der ganzen Runde zu sein scheine. Es kommt, wie es kommen muss. Jemand gibt Heidi die Aufgabe, mit mir rumzumachen. Als gesetzestreuer Sheriff verweise ich selbstredend auf unsere vor dem Spiel getroffene Abmachung. Meiner Argumentation wird wenig Beachtung geschenkt, also suche ich mir Zuflucht in der Küche und bereite mir eine Bitch zu. Heidi steht auf einmal neben mir und quakt mich an. „Die sind bescheuert. Wir müssen uns nicht küssen, wenn du nicht möchtest.“ „Es geht nicht darum, dass ich das nicht möchte. Ich entscheide nur gerne selber, wem ich meine Zuneigung schenke.“ (Wer’s glaubt. Schiss hatte ich! ) „Ich meine nur...ist schon in Ordnung, ich sehe das nicht als Beleidigung oder so.“ „Alles klar. Lass uns wieder reingehen.“ Irgendwie schaffe ich es, die Sache mit dem Rummachen abzuwiegeln, oh ich großer Held der Nacht. Der Rest findet das natürlich ziemlich doof von mir. Es fließt nach und nach mehr Alkohol, wobei ich selbst noch bei einem guten Pegel bin. Ein Wechselbad der Gefühle. Ich muss Staubsocke über die haarige Brust lecken, Sunny macht mit Staubsocke rum, Siffredi und Heidi massieren sich, Wendy leckt Sunny Salz von der Brust, Sunny streichelt über meinen Oberschenkel. Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt. Sunny wird irgendwann müde und will ins Bett. Siffredi und Wendy wollen den Heimweg antreten. Ich raffe noch gar nicht, was hier abgeht, als Sunny mich und Heidi fragt, ob wir auf der Couch übernachten wollen. Hä, eigentlich wollte ich nach Hause? Das denke ich natürlich nur. Heidi übernimmt das Antworten für mich und findet den Vorschlag super. Etwas irritiert stimme ich dann auch zu. Was zum Geier passiert denn hier schon wieder. Ich würde den Chickenwing trotzdem essen. Siffredi und Wendy sind aus dem Haus. Sunny und Staubsocke fragen uns, ob wir irgendwas brauchen, Kondome vielleicht. Mich verblüfft der Grad an Indiskretion, der hier an den Tag gelegt wird. Ich erwidere, dass wir alles haben, was wir brauchen. Sunny und Staubsocke gehen ins Nebenzimmer vögeln, Heidi und ich stapfen in die Küche, um eine Kochsalzmischung für unsere Kontaktlinsen zu kreieren. Hat im Übrigen nicht funktioniert, das brannte am nächsten Tag wie Hulle im Auge! Wir legen uns auf die Couch und liegen Löffelchen. Ich habe natürlich einen Ständer. Ihr gefällt das. Wir machen rum. Rummachen mündet in Rumfingerei und Runterholen. Rumfingerei und Runterholen werden zu Lecken und Blasen. Das wird dann zur Vögelei. Knickknack. Am nächsten Morgen gehen wir gemeinsam zur Bahn und sie holt sich meine Nummer. Sehr merkwürdiger Abend, aber definitiv witzig. Genießt den Sonntag, Freunde :-) Cheers, rsc
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    Tagebuch eines Schissers

    Auf der Überholspur !!! Cheers, rsc
  15. rsc

    Tagebuch eines Schissers

    Vielen Dank! Dankeschööön. Auf auf, ich will ihn lesen. Ich nehme euch beim Wort. Schön, dass du hier ins Forum gefunden hast, Lady. Ich habe das Gefühl, dass ich mir das bis zum Rest meines Lebens von dir anhören darf. Ich war jung und dumm, lass mich! Ihr hört am Sonntag von mir. Ich habe wieder Lust, aktiver zu werden. Das ist ein gutes Zeichen. Die nächste Zeit wird witzig, das spüre ich. ChooChoo! Cheers, rsc
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